Dockville Bericht 2017 – Time to get wet!

News am 18. September 2017 von Annika

Hamburger Sommer im August 2017: das elfte Dockville in Wilhelmsburg verspricht bunt, wild und vor allem nass zu werden. 130 Acts mit elektronischer Musik, Pop und Indie Sounds, Highlights aus Rap und Reggae machen uns richtig Spaß.

Das Regenradar will man sich nicht ansehen und es lohnt sich auch nicht, denn immer wenn es richtig rund geht, reißt der Himmel auf.

 

Es gesellen sich Regenbögen zu dem beleuchteten Hafengesicht, den zahlreichen Kunstwerken und Installationen und den aufgeregten Glitzer- und Blumen-geschmückten Besuchern.

Das Publikum ist aufgekratzt und gewillt sich vom schlechten Wetter nicht die Laune verderben zu lassen. Die langen Schlangen am Shuttle-Bus täuschen, wir kommen zügig zum Gelände – das Dockville, mit der guten Erreichbarkeit via S-Bahn, ist eben auch für die Hamburger und ihre Gäste zuhause ein wichtiges Happening und nicht nur die Camper sind dem Festival jedes Jahr treu.

Die Ersten tanzen schon am Donnerstag zu den DJs – das ist neu beim Dockville: das Drei-Tages-Ticket gilt nun vier Tage.

Dockville Freitag

Die feierwütigen Massen strömen aber wie gewohnt am Freitag auf das Festivalgelände und wer nicht schon bei den vorangegangenen Ablegern des MS Dockvilles die neuen, geschmückten Ecken, Winkel und Verstecke entdeckt hat, kommt auch erst mal kaum dazu: auf den 13 Bühnen gibt es viel zu hören und zu sehen.

Der Auftakt wird uns am Freitag mit LaBrassBanda leicht gemacht, Tommy Cash gefällt uns total gut, aber das Wetter nervt ab und zu! Es lohnt sich ein Spaziergang über die “Frei-Handels-Zone” es gibt ein paar wertvolle Schätze zu ergattern.

Die zahlreichen Bierstände sind gut besetzt, so dass wir bei Bedarf nie lange auf dem Trockenen sitzen. Zum Glück gibt es mehrere Container-Toiletten: der Zustand ist wie die Jahre zuvor absolut akzeptabel und die Wartezeiten sind auch meist ok.

Wirklich warm ums Herz wird uns bei den Käsespätzle, die wir schnell verdrücken, um uns Tash Sultanas wahnsinnigem Reggae-Pop mit Loopstation zu ergeben. Wir trennen uns kurz, denn Von Wegen Lisbeth hat treue, textsichere Fans.

Flume zwingt uns dann zum Tanzen, wir brauchen Platz! Es wird also direkt die ganze Palette bespielt, wer noch kann, lässt sich noch lange treiben, es gibt noch Bier und andere Drinks.

Besonders anziehend am späten Abend dann immer der Easy Kisi Wagen, hier wird es meist etwas souliger, funky und die Beats etwas lässiger. Wer es minimalistischer und härter liebt dem sei die Klüse empfohlen, auf der komplett anderen Spitze des Geländes, hier gibt es einen soliden, verlässlichen Rave.

Dockville Samstag

Samstag geht es entspannt mit dem Poetry Slam vom Kampf der Künste los. Slam-Liebling Andy Strauß darf später im Zirkuszelt noch gegen die Beats der umliegenden Bühnen anbieten. Er kontert treffsicher mit eigenem Techno. Im Zelt werden außerdem Blumenkränze geknüpft, und jedem Stand, der etwas Glitzer anbietet, dem ist reger Zulauf sicher. Man kann also auch ganz ungeschmückt ankommen, man bleibt es nicht lange!

Rap gibt es von SSIO – treue Fans sind extra für diesen Act angereist. Frischen Indie aus Berlin liefern Gurr, zu Oh Wonder lässt sich großartig tanzen und sie sehen toll aus.

SSIO

Der Abend überrascht uns noch mit der unglaublichen Intensität des Briten King Krule. Er hält seine Gitarre wie Johnny Cash, steckt tief in seiner Kapuze und presst die Energie einer Hardcoreband und den Soul eines Ertrinkenden in die Menge.

Am Ende drängeln wir uns vor die Hauptbühne, um die ans Herz gewachsenen, intensiven Beats und Projektionen von Moderat über uns waschen zu lassen.

Keiner will es verpassen, da sie die Konstellation fürs Erste auflösen werden und angekündigt haben, mit den eigenen Projekten Apparat und Modeselektor weiterzumachen.

 

Wer heute mit der Bahn nach Hause fährt um morgen wieder zu kommen, tut es selig grinsend – auch die Shuttle-Busse zurück fahren regelmäßig und sind nicht übertrieben überfüllt. Alle anderen feiern noch auf den vielen kleinen beliebten Bühnen, wie dem Maschinenraum, in die Nacht und kriechen später klamm ins Zelt zwischen Lichterketten und Gummistiefeln.

Mount Kimbie, What so not und Tale of us halten uns noch lange gefangen, bis wir völlig erschöpft die Heimreise antreten.

Dockville Sonntag

Wer denkt dass die Energie am Sonntag raus ist, rechnet nicht mit den Acts die sich auf der Hauptbühne die Klinke in die Hand geben: Die Höchste Eisenbahn bringt tanzende Kinder mit, Mighty Oaks, die sympathische Folk-Band aus Berlin, schlagen angebotene Telefonnummern aus und die Stimme, die alle schon sehnlich erwarten:Annenmaykantereit werden vom Publikum abgefeiert als wären sie genau mit dieser Musik aufgewachsen. Sind sie auch. Die Band spielt einige Coversongs und trifft sich für Ihren Nina-Hagen-Cover “Farbfilm” noch mal mit der Höchsten Eisenbahn auf der Bühne. Das macht allen Spaß, auch den Teenagern, die diesen Song im Original nicht kennen.

Wir hauen uns noch mal die Bäuche voll an den vielen Foodtrucks, die Highlights bilden zu den Stoßzeiten schon längere Schlangen. Obwohl wir längst weg sein wollten, hält uns Magdalena noch lange später mit ganz deepen Beats auf dem Gelände, wir haben immer noch Kraft und denken nicht an Montag!

 

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