Festivaltagebuch Dour 2009 – Day 2

News am 18. Juli 2009 von Montgomery

Derrick

Sepultura beim DOUR 2009

Trotz schwieriger Umstände beim Schreiben seiner Berichte vom Dour Festival in Belgien folgt hier der dritte Teil des DOUR Festivaltagebuchs vom Festivalhopper Stephan [Teil 1 hier]. Geschrieben wurde der Bericht übrigens auf einem der vier Presserechner unter ständiger Beobachtung durch gefühlte 30 andere wartende Journalisten…

Deshalb haben uns bisher leider auch noch nicht so viele Bilder erreicht. Wir arbeiten aber dran :-)

Dour Festival 2009 – der Freitag (Tag 2 von 4)

dcp_91451Nachdem es in der Nacht ein schweres Gewitter gab, und Regen, Donner, Blitz und Wind stetig wechselten, war der Morgen doch verhältnismäßig ruhig. Den Tag über gab es dann doch noch ein paar kleinere Regenschauer, aber man konnte sich an vielen Stellen und diversen überdachten Musikplätzen unterstellen. Die Erde verwandelte sich aber erstaunlicherweise nicht in ein totales Matschfeld. Liegt wohl am belgischen Boden, der im übrigen auch das Eintreiben eines Herings ohne Hammer schier unmöglich macht. Der Bereich rundum die öffentlichen Waschbecken war das einzige Gebiet, an dem sich die Wassermassen nicht recht vermeiden ließen, dort war ein lustiger Schlammplatz hervorgetreten. Zuerst lag hier nur ein schmaler Steg, am nächsten Tag wurde erfolgreich reagiert, und ein paar weitere Bretter hinzugelegt, sodass man auch ohne Gummistiefel zum Wasserhahn kam. Ein großer Vorteil sind aber die freundlichen Helfer, die vor den Toiletten immer mit Toilettenpapier aushelfen. Natürlich ist dies nichts für prüde Menschen, denn man muss seine Vorstellungen von der Menge des Toilettenpapiers stehts verkünden, oder man bringt einfach sein eigenes mit.

belgische Essgewohnheiten

dcp_90761Das Frühstück selbst ist recht gemütlich und unterscheidet sich nicht sonderlich von dem in Deutschland. Das tolle ist, dass es grosse Grills gibt, an denen professionelle Griller stehen und einem das Essen auf Wunsch zubereiten. Auch Mikrowellen sind verfügbar. Ein super Service. Hier rechts ein  Bild von meiner ersteigerten typischen belgischen Camping Kost. Reichlich verschiedenes Essen gibt es ja auch auf dem Festivalgelände.  Natürlich gibt es die Standard Schnellkost wie Pizza und Pasta, aber man sollte auf jedenfall die belgischen Pommes gekostet haben, schliesslich ist das kleine Völkchen sehr stolz darauf. Meiner Meinung nach zu Unrecht, innerlich sind sie doch etwas sehr matschig. Auch manches Schmunzeln kehrt ins Gesicht eines betagten Spaceballkenners zurück wenn er seine finanziellen Mittel am Geldautomaten MR CASH abhebt, oder das leckere Pittabrot vom MR PITTA bezieht.

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andere Länder – andere Sitten – Festivals in Belgien

Belgischer Handschlag

Belgischer Handschlag

Belgische Fetivalbesucher unterscheiden sich doch ein klein wenig von deutschen, zum einen gab es bisher nicht eine einzige Rauferei noch irgendwelche anderen Feindseligkeiten. Dies liegt vielleicht auch am Alkoholverbot. Fremden gegenüber sind die Belgier sehr gastfreundlich und laden auch gern zum Frühstück ein. Eine  Tradition ist es, sich dort den Bauch nicht vollzuschlagen, sondern sich gegenseitig auf den Bauch zu schlagen. Eine lustige Tradition, an der wir aber nur zuschauen wollten.

Miau Miau

Miau Miau

Leider wurden die schicken Bikinis der Damen durch wetterfeste Regenjacken, Miniröcke zu Schlabberhosen und die Wildlederstiefel durch Gummistiefel ersetzt. Zum Glück nicht immer – wie das Bild rechts beweist.

Bereits am hellichten Tag spielten Sepultura. Die Meinungen gehen nach dem Sängerwechsel durch Derrick Leon Green etwas auseinander. Ich fand, dass es weder dem Klang noch der Optik schadete. Immernoch Brachiale Musik! Pogen in Belgien sollte übrigens mit Vorsicht genossen werden. Rücksicht und gegenseitige Hilfeleistung beim Fallen in der tanzenden, mit Schaum vorm Mund brodelnden Menge war irgendwie völlig unbekannt. Öfters kam es vor, dass Leute zu Boden fielen, und erst nach mehreren Überrennungen wieder auf die Beine kamen.  Haben die Belgier wirklich so blutige Wurzeln?

Jazi

Ein weiteres Highlight des Abends war unter anderem Killing Joke (mir bekannt vom „23 nichts ist wie es scheint“ Soundtrack). Eine super Vorstellung, bei der Sänger Jaz Coleman nicht nur musikalisch, sondern auch mimisch beeindruckende Leistungen von sich gab. Ob dies besonderes Können war oder einfach nur Alterserscheinungen sind, lasse ich mal offen. Ich fand, es hat super gepasst.

dcp_91071Die Bühnen selbst stehen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt, sodass man nicht all zuweit laufen muss, um von Bühne zu Bühne zu wechseln. Der Soundpegel ist auch jeweils gut abgestimmt, man befindet sich in ausreichender Entfernung um keine verunreinigenden Töne ab zubekommen. Der Platz war auch gut ausreichend, und die Leute haben sich nicht ertrampelt. Komischerweise sind die Belgier da etwas rücksichtsvoller. Anrempelungen waren nur selten von betrunkenden der Fall, vermutlich Deutsche. Von den sechs Bühnen sind vier überdacht, und werden bei Regen ein willkommener Zufluchtsort. Die Abläufe sind streng organisiert und erlauben keinerlei Zugabe, aber bei einem Festival dieser Größe, all den vielen Bands und dem Zeitplan scheint dies fair. Dafür fängt auch alles pünktlich an. Einige Bands mussten wegen Krankheit absagen, die Organisation zauberte aber, unter anderem auch sehr kurzfristig trotzdem ein lückenloses Programm durch akzeptablen Ersatz.

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Mit leichten Erkältungserscheinungen zogen wir uns danach bereits zum Campingplatz zurück und freuten uns schon auf den morgigen Samstag mit den Dropkick Murphys.

Der Bericht wurde von Festivalhopper Stephan LIVE auf dem Dour 2009 verfasst – auf einer niederländischen Tastatur… wer noch nicht umgewandelte Umlaute findet, darf diese behalten oder kann uns darauf hinweisen ;-)

5 Kommentare zu “Festivaltagebuch Dour 2009 – Day 2”

  1. Nummer 1: D.our Day 3 - ein Bericht | Festival News sagt:

    […] Stephan schreibt vom belgischen Dour Festival. [HierTag2 und […]

  2. Nummer 2: nat sagt:

    danke, stephan, für deinen dour-bericht. ich kann in den meisten punkten nur zustimmen und finde den artikel treffend und in einem netten ton verfasst.

    du schreibst jedoch unter „andere länder, andere sitten“, tag 2:
    „…gab es bisher nicht eine einzige Rauferei noch irgendwelche anderen Feindseligkeiten. Dies liegt vielleicht auch am Alkoholverbot“. da kann ich nur staunen und fragen: wie kam denn dieses missverständis bez. alkoholkonsum in belgien zustande?
    die deutschen trinken ja schon gerne, sind aber echt waisenkinder gegen die belgier, zumindest gegen die wallonen.
    friedlich aber war es beim dour 2009.
    wir sehen uns also 2010,… friedlich und berauscht!

  3. Nummer 3: Stephan sagt:

    Hi Nat,

    das mit dem Alkohlverbot hast du eventuell falsch aufgefasst. Dies war im Vergleich zu deutschen Festivals gemeint. Einerseits könnte es daran liegen, dass belgische Mitmenschen einfach un-aggressiver sind als deutsche, ODER sie genauso aggressiv sind wie deutsche, aber durch den geringeren Alkoholkonsum nicht ihre Grenze überschreiten. So genau kenne ich Belgier nicht. Allgemein sollte diese Aussage nur bedeuten, dass das belgische Dour Festival bei weitem entspannter war, als so manches deutsches Festival, bei dem es egal wo, immer mal zu Rauffereien kommt.

    Dour 2010 – Unbedingt, ich freue mich jetzt schon 2010 wieder zum Dour zu kommen :) [und das sage ich übrigens just nach 6 Tagen Sziget!)

  4. Nummer 4: 5×2 Tickets fürs DOUR 2010 gewinnen | Festival News sagt:

    […] Dour) kennenlernen. Unser Reporter Stephan berichtete im letzten Jahr von lustigen Dingen wie dem belgischen Handschlag zur Begrüßung, der Hilfsbereitschaft beim Camping, Extreme Pfandsammling for ECO Change und natürlich dem […]

  5. Nummer 5: Tickets fürs DOUR Festival 2012 zu gewinnen | Festival News sagt:

    […] Gepflogenheiten kennen lernen. Unser Reporter Stephan berichtete 2009 von lustigen Dingen wie dem belgischen Handschlag zur Begrüßung, der Hilfsbereitschaft beim Camping und Extreme Pfandsammling beim DOUR […]

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