Aluhut Quarantäne Festival mit 90.000 Besuchern am Nürburgring geplant

News am 1. April 2021 von Yoda

Festivals wie Rock am Ring, Hurricane oder Southside müssen auch dieses Jahr erneut ausfallen. Ein ganz großes Majorfestival wird es aber dennoch geben und zwar ausgerechnet Anfang Juni am Nürburgring: das Aluhut Festival 2021!

Geplant wird in „Größenordnung bis 100.000 Besucher“, so ein Sprecher der Landesregierung. Diesmal aber nicht als coronakonformer Maskenball wie im vergangenen Jahr, sondern mit allen festivalüblichen Freiheiten. Mit Genehmigungsproblemen oder Last-Minute-Absage ist nicht zu rechnen, da das Festival selbst vom Land Rheinland-Pfalz veranstaltet wird, auch der Bund schießt Geld dazu.

Das klingt zunächst alles ziemlich unwirklich im Licht der aktuellen Pandemiesituation. Dahinter steckt allerdings Kalkül. Dieses Festivalangebot ist nämlich adressiert an Coronaleugner, Prediger von Verschwörungserzählungen, Testverweigerer; auch religiöse Fatalisten, Reichsbürgergruppierungen und Neonazis seien willkommen, heißt es. Das klingt recht abenteuerlich – und ähnlich wie die aktuelle Stop-and-Go-Politik von Bund und Ländern, scheint dieses Vorhaben wie kein anderes exemplarisch für eine Bankrott-Erklärung der Regierung zu stehen, die anscheinend keinen anderen Ausweg mehr weiß, als diese absurde Flucht nach vorn. Die Erklärung liest sich wie folgt:

„Dieses von Land und Bund finanzierte Festival soll feierwilligen Coronaleugnern und frustrierten Dauer-Montagsspaziergängern etwas Lebensqualität zurück geben und dabei gleich noch ein anderes Problem lösen.“, so RP-Innenminister Lewentz.

Geradezu absurd klingt dieses Statement von Lewentz, der ja eher dafür bekannt ist, bei kleinsten Zweifeln eilig ein Festival abzusagen, anstatt während einer Krisenlage Veranstaltungen anzukündigen.

Dahinter steckt wohl der Plan vor allem innerhalb der Gruppe der Coronaleugner und Impfverweigerer Herdenimmunität zu erreichen und natürliche Auslese herzustellen ohne den Rest der Bevölkerung dabei zu gefährden. Sie könnten sich im Rahmen einer kontrollierten und abgeschlossenen Veranstaltung nur gegenseitig anstecken und würden keine Dritten gefährden – „Eine sichere Variante für die Restbevölkerung“. Eine Impfpflicht wolle man politisch ja vermeiden, auch habe man ja noch nicht ausreichend Impfstoff – so sei die Durchführung einer solchen Veranstaltung „der womöglich einfachste und logischste Weg“.

Dies sei anders nicht möglich und zudem die billigste Variante für den Steuerzahler. Selbst wenn das Festivalprojekt „einen hohen zweistelligen Millionenbetrag“ an Steuergeldern verschlingt, so sei es doch viel günstiger als die Kosten, die auf die Allgemeinheit ansonsten in Form von medizinischer und intensivmedizinischer Betreuung zukämen, wenn all diese Coronaleugner in freier Wildbahn als Supermultiplikatoren andere Menschen ansteckten. Studien zeigten, wie sehr pandemietreibend beispielsweise Massenveranstaltungen wie Demonstrationen ohne das Tragen von Masken oder Einhaltung von Abstandsregeln seien. Diese Erkenntnis wolle man hier offensiv unter kontrollierten Bedingungen einsetzen. So versuche man auch Demonstrationen indirekt einzudämmen, Aufwand und Kosten für zahlreiche Polizeieinsätze könnten so zusätzlich eingespart werden.

So werde das Festival auch nicht nur ein Wochenende, sondern ganze 14 bis 21 Tage dauern, um die Besucher erst wieder zu entlassen, nachdem sie nicht mehr ansteckend seien. Um rasche Übertragungswege gleich zu Beginn zu gewährleisten, plane man gleich an den ersten beiden Festivaltagen Mitgrölkonzerte mit internationalen Headlinern. Moshpits, Wall of Deaths und Crowdsurfing seien überaus willkommen, da so eine gute Durchmischung des Publikums gewährleistet werden könne, so dass eine sichere Weitergabe des Sars-CoV-2 Virus gewährleistet werden kann. Nun sei es zwar schwer, Bands zu finden, die einerseits zum Mitgrölen, andererseits zum Crowdsurfing animierten, man könne dieses Problem aber mit dem richtigen Mix lösen. Zunächst könne man vielleicht ein Mitgrölkonzert mit Helene Fischer veranstalten und gleich im Anschluß eine Band wie Heaven Shall Burn auf die Bühne stellen, um weitreichende Durchmischung durch größtmögliche Circlepits zu erreichen. Gerade diese beiden Buchungen seien auch daher sicher, da beide Acts nicht aus dem Ausland anreisen müssten, falls etwaige Reisebeschränkungen zum Festivaltermin gälten.

Bei diesem Konzept drängt sich ja geradezu die Frage nach den medizinischen Versorgungsmöglichkeiten vor Ort auf. Diese sei vollständig und auf das Publikum angepasst auf dem höchstmöglichen Niveau. Das Festivaleigene Sanitätszelt sei reichlich ausgestattet mit Pflastern, Aspirin, Hustensaft und Globuli. Für religiöse Fanatiker gäbe es auch ein „Glaubenszelt“ auf dem Gelände, wo man sich ganz und gar in Gottes Hände begeben könnte und frei von jeglicher schulmedizinischen Störung in meditativer Ruhe „es dem Herrn überlassen“ könne. Eine einzige Sauerstoffflasche wollen die Veranstalter aber „für den Fall der Fälle“ doch im Sanitätszelt bereitstellen. Auf die Frage, ob das nicht zu knapp bemessen sei, antwortete man uns, dass so sogar eine bessere Pro Kopf Versorgung als beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo gewährleistet würde.

Innerhalb des Festivals sind einige Specials geplant: Beispielsweise wird es eine Publikumsbühne, die „Reichstags-Stage“ geben. Hier sind die untersten zwölf Stufen des vorderen Aussenbereichs des Reichstagsgebäudes nachgebildet. Vorbehalten ist diese Bühne den Reichsbürgern, Neonazis und AfD Sympathiesanten unter den Festivalbesuchern, die das gesamte erste Festivalwochenende von Freitag bis Sonntag die Gelegenheit haben „das Erstürmen“ zu üben, da es in der Realität ja nicht geklappt habe. Um auch das Scheitern bei der „Erstürmung“ nachempfinden zu können, werden bei der Konstruktion ausschließlich nur die untersten Stufen nachgebildet, nicht jedoch das Gebäude. Am oberenen Ende der Stufen werden zudem drei Pappmaché-Polizisten aufgestellt sein, die das natürliche und unüberwindbare Ende und Hindernis darstellen. Um auch dies in der Simulation glaubhaft zu erreichen, werden die drei Dummy-Polizisten unter Wechselstrom gesetzt.

Als weiteres Special wird werde man ein neu konzipiertes Spiel mit dem Namen „Hau-den-Lauterbach“ anbieten. Hierfür habe der Politiker und Epidemiologe Dr. Lauterbach im Vorfeld sogar selbst Modell gestanden. Es gehe hier nicht um ihn oder um seine Person, teilt der SPD-Politiker auf Nachfrage mit. Auch wisse man noch nicht ob dieses Festival in seiner Gesamtheit etwas bringe, wenn gleich es epidemiologisch zu vermuten sei. Jedoch, wenn es nur die kleinste Chance berge, damit Menschenleben zu schützen, unterstütze er nach Kräften dieses Projekt sowie den „Hau-den-Lukas“-Clone unter seinem Namen. Ausserdem könne er seiner Parteikollegin und lieben Freundin Malu solch eine Bitte doch nicht abschlagen. Auf die Frage, ob dies nicht massiv auf seine Kosten ginge, winkte der Gesundheitsökonom ab. Er würde es auch mit Humor nehmen, sei die Lage nicht so ernst.

Ein besonderes Angebot wird es übrigens auch bei der Anreise geben: Direkte und kostenfreie Busverbindungen sollen deutschlandweit aus allen Regionen möglich sein, die eine 7-Tage-Inzidenz von über 500 nachweisen können. Selbst wenn sich diese Region in dem vom Veranstaltungsort so weit weg liegenden Vogtland befindet. Auch ansonsten werde das Festival durch die Subventionierung der Öffentlichen Hand ebenfalls recht preiswert ausfallen, sowohl in Sachen Festivalticket als auch in Sachen Speise- und Getränkeverzehr auf dem Gelände. Sollte wider Erwarten doch Gewinn eingespielt werden, solle das Geld zu Maßnahmen der Pandemiebekämpfung eingesetzt werden. Man überlege auch einen möglichen Gewinn für die Bereitstellung von Impfstoff für einige der bisher noch gänzlich leer ausgegangenen Drittewelt-Ländern einzusetzen, welche besonders unter der Pandemie und den schlecht aufgestellten Gesundheitssystemen leiden.

Viele kommerzielle Festivalveranstalter unterstützen das Konzept des kontrollierten Virenausbruchs unter den Virenleugnern „mit anschließender Sicherheitsverwahrung“. Daher sehe man ein solches Festivalprojekt, das vom Zeitraum her länger angelegt ist, als die Ansteckungsfähigkeit anhalte, durchaus positiv. „Wenn wir dadurch die stark pandemietreibenden Idioten im Zaum halten, dadurch die Inzidenzen wieder sinken, können auch wir schneller wieder normale Musikfestivals feiern“, so ein führender europäischer Festivalveranstalter, der hier nicht mit Namen genannt werden will (liegt der Redaktion vor).

Man sehe mit Sorge aber auch mit Wut die seit Monaten erstarkende Bewegung der Coronaleugner, die schon allein mit ihren Großdemonstrationen und der damit verbundenen Anreise aus allen Landesteilen sich als absolut pandemietreibend, ja sogar als Pandemiebooster herausstellt. Sicherlich habe die Politik vieles verschlafen, oft zu spät oder falsch reagiert und strategisch fragwürdige Entscheidungen getroffen. Würden sich die Bürger aber insgesamt mehr an die Grundregeln wie das Maskentragen und die AHA-Regeln halten oder die inzwischen zahlreich vorhandenen Testangebote wahrnehmen, wären die Inzidenzen vermutlich tief genug, um womöglich schon dieses Jahr wieder die meisten Festivals in Deutschland durchführen zu können.

Weiteres zum Thema gibt es hier: „Rock am Ring zieht um zum Sachsenring“ oder auch „„Nürburgring Rockt“: Nordschleifenparty exklusiv für Grüne Hölle Rock Ticketinhaber“ oder „Kastelruther Spatzen eröffnen Rock am Ring“ und „MASKENBALL AM NÜRBURGRING„.

2 Kommentare zu “Aluhut Quarantäne Festival mit 90.000 Besuchern am Nürburgring geplant”

  1. Nummer 1: Selim sagt:

    Selten so einen unlustigen Schrott gelesen – ganz schwach …

  2. Nummer 2: Frank sagt:

    Wo kann ich Karten kaufen !!!

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