So war das EUROPAVOX 2014 – Multikulti in Frankreich

News am 12. Juni 2014 von Claudia

europavox 2014Zu Besuch in Frankreich: Journalisten aus ganz Europa besuchen jährlich das Europavox Festival in Clermont-Ferrand, um die neuste Musik aus Europa kennenzulernen. Dieses Jahr war Claudia auf dem Festival vorort und berichtet hier von ihren Eindrücken.

Für drei Tage hatte sich die Stadt Clermont-Ferrand (5. bis 7. Juni) in der französischen Auvergne in das jährliche Newcomertreffen von Bands aus ganz Europa verwandelt. Clermont-Ferrand, das ist die Stadt südlich von Paris, die vielen deutschen Schülern aus dem Französisch-Lehrbuch bekannt ist. Warum diese Stadt für das Standardwerk genutzt wird, wird schnell klar: alles was man standardmäßig über Frankreich lernt, konnte ich während des Europavox Festivals immer wieder erkennen.

Stromae, Europavox, 2014Headliner war Stromae, welcher wirklich eine unglaublich gute Performance abgeliefert hat. Daneben gehörten –M– und die Hip Hop Gruppe Casseurs Flowters zu den am besten besuchten Konzerten des gesamten Festivals. Man bemerke, dass diese Bands allesamt französischsprachig und bei den Franzosen schon recht bekannt sind. Dagegen waren die meisten angereisten Bands mit ihren englischen Lyrics regelrechte No-Names und haben sich nicht ganz so selbstbewusst, wie die Franzosen, in ihrer Landessprache präsentiert. Man lerne also: Franzosen mögen ihre Musik und das vor allem in der Muttersprache.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAngereist aus Europa waren u.a. Bands wie Linkoban (Dänemark), Milky Chance (Deutschland), Noiserv (Portugal), Benjamin Clementine (UK), Larry Gus (Griechenland), Odd Hugo (Estland) und La Cafetera Roja aus Spanien. Musikalisch gab es für jeden Geschmack etwas zu finden bei Europavox Festival.

Thomas AzierVor allem elektronische Popmusik kam nicht zu kurz. So schafften es z.B. Baskerville, Kadebostany und Thomas Azier die Leute zum Tanzen zu bewegen. Milky Chance legten auch eine souveräne Performance ab, wobei sie bei ihrem Hit Stolen Dance etwas die Begeisterung verloren gehabt zu haben schienen. Das Publikum feierte sie trotzdem.

Melancholische Singersongwriter Musik kamen dagegen von Liz Green und Benjamin Clementine. Für beide wurde leider eine viel zu große Bühne gewählt, sodass wenig Intimität mit dem Publikum aufgebaut werden konnte, welche beide Konzerte sicherlich für beide Seiten eingängiger gemacht hätte.

europavox 2014, benjamin clementineNicht desto trotz konnte der Pianist Benjamin Clementine durch seine starke Stimme, der minimalistischen Bühnenshow und strengen Ansagen das Publikum vollkommen in seinen Bann ziehen. Seine Songs verdeutlichen eine innere, aber dennoch schöne tiefe Traurigkeit, die viel Empathie hervorruft und dem ein oder anderen Zuschauer eine Gänsehaut bescherte.

 

 

congopunqEine Art running gag oder eher running band während des Festivals war das Duo Congopunq.

Neben den programmierten Auftritten auf fast allen Bühnen des Festivals waren sie bei ihren Happenings ständig und überall auf dem Festivalgelände zu sehen und zu hören. Musikalisch schwer einzuordnen, machten sie sich eher durch ihre Tanzeinlagen, experimentellen Performances mit jeder Menge Requisiten aus Isolierrohren und Klarsichtfolie, aufmerksam.

 

Clermont FerrandNeben den Konzerten am Abend blieb genügend Zeit auch die Stadt Clermont-Ferrand sowie die Umgebung zu entdecken. So wurden wir am Samstag zum Puy de Dôme gebracht, einem Vulkan in der Auvergne. Kulinarisch wurden wir dort natürlich mit jeder Menge stark riechenden französischen Käse, gutem Wein und knusprigen Brot verköstigt.

Wenn ich von „wir“ spreche, dann meine ich die europäische Gruppe an Journalisten, die auch alle beim Europavox, was bereits zum 9. Mal stattfand, dabei waren. Einige von denen gehören schon zu einer Art Veteranengruppe, denn sie fahren bereits seit mehreren Jahren nach Mittelfrankreich, um Neuentdeckungen zu machen.

 

 

StromaeZu meinen Entdeckungen zählt vor allem Stromae. Zwar kannte ich seine Hits „Alors on Dance“ und „papaoutai“ bereits, jedoch war mir nicht klar, dass es so eine tolle Liveshow geben wird. Das Bühnenkonzept war gut durchdacht mit zur Leinwand synchronisierten Tanzeinlagen, Kostümwechseln und Zwischenmoderationen, die den jungen Herren sehr sympathisch machten. Stromae lädt das Publikum auf jeden Fall zum Tanzen ein, sodass am letzten Abend des Europavox ein gelungenes Highlight mit Partystimmung verblieben ist.

Insgesamt war es ein tolles Wochenende in der Auvergne mit vielen netten Menschen und ein paar neuen Tönen, die demnächst in meinen Playlists zu hören werden sein. Mein Französisch reicht leider weiterhin nur dazu einen Kaffee zu bestellen, aber immerhin hab ich jetzt eine Vorstellung von Clermont-Ferrand und meine Frankreichkenntnisse über Paris hinaus erweitert.

Wer wissen will, wie das Europavox im letzten Jahr war, kann das hier in den Berichten 1 und Bericht 2 nachlesen.

Ein Kommentar zu “So war das EUROPAVOX 2014 – Multikulti in Frankreich”

  1. Nummer 1: Milky Chance im Interview: “Bei Festivals haben wir die Gisela dabei” sagt:

    […] Gut. Ich hab gesehen, dass ihr in diesem Jahr ja schon auf so einigen Festivals wart, z.B. beim Europavox in Frankreich und bei der Fusion. Und es kommen ja auch noch ein paar. Was war bisher eurer Highlight und auf was […]

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