Wacken Open Air 2022 – Entscheidend ist auf der Bühne

News am 8. Juni 2022 von Maddin

Die Temperaturen steigen, der Sommer kommt immer näher und mit ihm, kehren endlich die Festivals zurück. Lange genug war Live-Musik Flaute. Zeit das wieder richtig gerockt wird. Auf dem berühmtesten Heavy Metal Festival der Welt, dem Wacken Open Air, wird natürlich am lautesten gerockt. Nach zwei Jahren Zwangspause findet das Event in 2022 endlich wieder statt.

Mit im Gepäck hat es einen Haufen erstklassiger Live-Acts die das gesamte Spektrum des Hardrocks abbilden. Die Bands freuen sich darauf, endlich wieder vor Publikum zu spielen. Da passt es ganz gut, dass es auf dem W:O:A, dieses Jahr, einen Zusatztag gibt. Bei dem zum aller ersten Mal, auch am Mittwoch, das Infield geöffnet wird. Leider kommt nicht jeder Besucher in diesen Genuss. Denn für den Zusatztag wird auch ein Zusatz Ticket benötigt.

Immerhin wurden die Bands, für diesen Tag, extra engagiert und werden nicht vom eigentlichen Programm abgezweigt. Wer das nötige Kleingeld hat, darf sich, unter anderem, auf Varang Nord freuen, den Metal Battle Gewinnern von 2019. Außerdem sind die Brothers of Metal dabei. Eigentlich als Spaß-Band gegründet, haben sie in den letzten Jahren bewiesen, dass sie auch verdammt gute Musik machen können. In eine ganz ähnliche Richtung schlägt Gloryhammer, die Power Metal Band von Alestorm-Sänger Chris Bowes.

Als erste Headliner des Abends treten Epica auf. Die Niederländischen vermischen Bombast mir verschiedenen anderen Spielarten des Metals zu einer einzigartigen Mischung.

Der Main-Act des Tages ist Tobias Sammet’s Avantasia. Das Metal Opera Projekt bringt immer viele bekannte Gastmusiker mit und sorgt damit für die ganz große Show.

Wer kein Ticket für den Zusatztag bekommen hat, braucht sich nicht zu ärgern. Das Hauptprogramm hat mehr als genug zu bieten. So ziemlich jede Sparte der harten Gitarrenmusik ist hier vertreten. Angefangen bei Kadaver, die sich grob dem Stoner oder Psychodelic Rock zuordnen lassen. Inspiriert sind sie von den klassischen Rock Bands der 70er Jahre. Live bieten sie eine geniale, leicht durchgedrehte Show, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Lucifer sind von derselben Epoche inspiriert, haben aber einen starken Doom Metal Einschlag, was eine spannende Mischung ergibt.

Etwas weniger 70er aber dafür eine ordentliche Portion Blues Rock kann man sich bei Danko Jones abholen. Der Kanadier ist für seine einzigartigen Shows bekannt, bei denen er gerne den großen Rock Star raushängen lässt. Viel Humor und eine unglaubliche Live-Energie machen diesen Auftritt zu einem Muss. Eine Band die tatsächlich schon seit 50 Jahren dabei ist, sind die australischen Hardrocker von Rose Tattoo. Sie stehen zwar schon ihre ganze Karriere im Schatten der großen AC/DC, sind aber ein Garant für fantastischen Rock’n’Roll und einer starken Live-Show. Eigentlich wollten Rose Tattoo bereits 2020 wieder auf Tour gehen, diese mussten sie leider aufgrund von Corona absagen.

Was Schade war, denn im Vorprogramm hätten Thundermother auftreten sollen. Die vier Schwedinnen spielen kompromisslosen Rock’n’Roll und wären ein mehr als würdiger Support gewesen. So wurden sie Kreativ und spielten unter anderem auf dem Dach eines Feuerwagens und nutzen auch sonst jede Gelegenheit für einen Auftritt. In Wacken stehen sie aber wieder auf einer ganz normalen Bühne.

Sängerin Guernica Mancini fand zudem noch Zeit, ihre Kollegen von Kissin’ Dynamite bei einer Charity Single zu unterstützen. Die Schwaben wollen mit dem Song ‘Good Life’ Aufmerksamkeit für Krebserkrankungen bei Kindern schaffen. Ein Teil der Erlöse des Songs wird direkt an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. gespendet. Unterstützt werden sie bei dem Song auch von Alea der Bescheidene (Saltatio Mortis) und Charlotte Wessels (ex-Delain). Mal sehen, ob die Thundermother Frontfrau, die Band auch während des Festivals bei dem Song begleiten wird.

Das war übrigens nicht das erste Mal, dass sich die Kissin’ Dynamite Prominente Unterstützung holte. Bei dem Titelsong ihres zweiten Albums, ‘Addicted to Metal’ wirkte Udo Dirkschneider als Gastsänger mit. Das Ur-Gestein der Deutschen Heavy Metal Szene tritt ebenfalls beim W:O:A auf. Den meisten ist er wahrscheinlich noch durch seine Zeit als Accept Mastermind bekannt. Auch wenn Sänger und Band mittlerweile getrennte Wege gehen, werden beide Namen immer zusammengehören. Deswegen
möchte er in Wacken alle Klassiker
seiner alten Band Live spielen.

Aber auch Songs von seinem neuen Album dürfen nicht fehlen. Dies ist ein ganz besonderes Album, denn es enthält ausschließlich Cover Versionen von Bands die den Sänger geprägt und beeinflusst haben. Eine dieser ist Bands ist Judas Priest. Sie sind ebenfalls schon seit den 70ern dabei und haben mit ihren Songs ganze Genres beeinflusst. Sänger Rob Halford ist mittlerweile stolze 70 Jahre alt und hat gerade eine Krebserkrankung überstanden. In den Ruhestand gehen möchte er aber trotzdem noch nicht. Gut für uns,
denn so können wir noch einmal die
Live-Power von
Judas Priest genießen.

Geprägt und beeinflusst, von beiden zuvor genannten Künstlern, wurden auch die Hardrock Monster von Lordi. Weltweiten Ruhm erlangen sie durch ihren Sieg beim European Song Contest 2006. Damals schlugen sie mit ihren Monster Kostümen und der Metal Hymne ‘Hard Rock Halleluja’ große Wellen. Auch wenn es im Mainstream ruhig um die Finnen wurde, brachten sie in der Folge weiter fleißig Alben heraus.

Die Corona Zeit nutzten sie, um mal eben, sieben Alben am Stück herauszubringen.

Sieben Jahre ist es nun auch schon her, das Motörhead-Legende Lemmy Kilmister von uns gegangen ist. Auf dem W:O:A blieb er, in der einen oder anderen Form, immer präsent. Auch dieses Jahr wird seine Erinnerung wachgehalten, und zwar in Form seines ehemaligen Gittaristen Phil Campbel. Der wird mit seiner Band, Phil Campbel and the Bastard Sons, die hauptsächlich aus seinen Söhnen besteht, eine Special Motörhead Show spielen.

Seit einigen Jahren ist auch der Mittelaltermarkt fester Bestandteil des Festivals. Da darf eine Mittelalterrock Band natürlich nicht fehlen. Vertreten wird dieses Genre von niemand geringeren als In Extremo. Die Band prägt diesen Stil seit über 25 Jahren mit und gehört zu den bekanntesten Interpreten dieser Musikrichtung. Live sind sie immer eine Wucht, ihre Songs reißen das Publikum mit und werden oft bis in die letzten Reihen mitgesungen. Eine ordentliche Portion Pyros gehört bei
ihnen ebenfalls dazu.

Spezialisten für Pyroeffekte sind ja eigentlich Rammstein. Diese treten dieses Jahr zwar nicht auf dem Festival auf. Schicken aber ihren Frontmann ins Rennen. Till Lindemann hat, zusammen mit Peter Tägtgren, zwei Soloalben veröffentlicht. Und tourte mit ihm auch schon erfolgreich durch Europa. Leider haben beide im Anschluss beschlossen getrennte Wege zu gehen. Lindemann hat allerdings angekündigt das Projekt weiterzuführen. Und Peter Tägtgren hat dadurch Zeit sich wieder seinen anderen Projekten zu widmen. Zum Beispiel seiner Death Metal Band Hypocrisy, mit der er auch in Wacken auftreten wird.

Zu den aktuell erfolgreichsten Death Metal Bands zählen Arch Enemy. Sie spielen schnellen, aggressiven Metal aber ohne auf ausgereifte Melodien zu verzichten. Dank Frontfrau Alissa White-Gluz werden die Growls mittlerweile auch immer wieder mit klaren Gesangsparts durchbrochen. Dies gibt den Songs noch mehr tiefe und erweitert die künstlerischen Möglichkeiten der Band.

 

Kompromisslos aggressiv wird es dagegen bei Slipknot. Zum ersten Mal wird die Band in Wacken spielen. Ein Auftritt auf den viele schon lang gewartet haben. Denn die Band gehört spätestens seit ihrem zweiten Album ‚Iowa‘ zu den ganz großen in der Metal Szene und hat Fans bei Jung und Alt. Da wird es Zeit das sie endlich auf dem Heiligen Acker des W:O:A’s auftreten.

Ebenfalls zu den ganz großen, oder zumindest zu denen, die großen Einfluss auf die Szene hatten, gehören Mercyful Fate. Die Band um Sänger King Diamond, der auch Solo schon erfolgreich auf diesem Festival aufgetreten ist, hat viele Black Metal Bands stark geprägt. Auch wenn sie sich Musikalisch eher an Progressive bzw. Hardrock orientieren, ist die Verbindung schon durch das Corpse Paint des Sängers ersichtlich. Wer sich die Texte, die oft Okkulte Themen behandeln, genauer anhört, entdeckt die nächste Verbindung.

Da Kostüme in diesem Jahr sehr angesagt sind (siehe Lordi, Slipknot), dürfen GWAR nicht fehlen. Die stark vom Punkrock beeinflusste Band, tritt, ähnlich wie Lordi, in Monster Kostümen auf. Ihre Texte sind aber eher satirisch, obszön und politisch inkorrekt. Genauso sind auch die Liveauftritte. Wer hier nicht mit Kunstblut eingedeckt werden möchte, sollte die erste Reihe meiden.

 

Bei Punk und Monstern kommen einen unvermeidlich die Misfits in den Sinn. Diese treten zwar unter dem Namen The Original Misfits wieder zusammen auf, aber leider nicht auf diesem Festival. Mit Doyle Wolfgang Von Frankenstein kommt immerhin ein Abgesandter der Kultband in den hohen Norden. Musikalisch ist er seiner alten Formation geblieben und damit den Horror Punk treu geblieben.

Treu geblieben sind sich auch Limp Bizkit. Allerdings war es lange sehr still um die Band. Zehn Jahre hat es gedauert bis sie, im letzten Jahr, wieder ein neues Album herausbrachten. Das Album bietet den bekannten Crossover aus Harten Gitarren und Rap Musik. Natürlich geht es damit auch direkt wieder auf Tour und auch in Deutschland haben sie mehrere Auftritte. Einer davon in auf dem W:O:A.

 

Ein weiterer Künstler, der auf diesem Festival auftreten wird, ist Alligatoah. Der ist eigentlich als typischer Rapper, ohne E-Gitarre, bekannt. Allerdings durfte er schon bei Wacken World Wide, dem Online Festival, dass letztes Jahr die eigentliche Veranstaltung ersetzt hat, zeigen dass ihm diese Musik nicht fremd ist. Dort Präsentierte er seine Songs in einem Metal Gewand und ich muss sagen, dass klang gar nicht so schlecht. Dieses Jahr muss er beweisen, dass er die Fans auch Live
auf der Bühne davon überzeugen kann.

Neben der Bühne gab es sonst auch immer viele Angebote. Walking Acts, Metal Yoga und verschieden Spoken Words Veranstaltungen haben mit den Bands auf der Bühne konkurriert. Was davon wiederkommt oder welche Neuerungen es gibt, wurde noch nicht bekannt gegeben. Aber das Rahmenprogramm ist sowieso nur Nebensache. Entscheidend ist auf der Bühne! Und da gibt es wieder viele fantastische Bands, auf die wir uns sehr freuen.

Mehr Bands, Details und Aktuelle Infos findet ihr auch direkt auf der Homepage des Festivals unter wacken.com.

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