So war das ØYA Festival 2011

News am 30. August 2011 von Yoda

Vom 9. bis 13. August 2011 fand zum 13. Mal das international renommierte Øya Festival mit insgesamt rund 85.000 Gästen im Zentrum von Oslo statt. Ein vielseitiges Musikprogramm auf dem Festivalgelände und in den umliegenden Clubs, über 100 ambitionierte Künstler und ein entspanntes Publikum sorgten für fünf vorwiegend sonnig frische Tage, die wenig zu wünschen übrig ließen – und das war es, was dieser Stadt womöglich gerade besonders gut tat (wir berichteten).

Abwechslungsreich und äußerst unterhaltsam ging es auf den vier Bühnen zu: Kanye West lieferte eine pompöse Inszenierung samt Ballettensemble, Feuerfontänen, Hebebühne und anderem Irrsinn, Janelle Monaé verzauberte das Publikum mit Soul und Power, ihre sprudelnde Energie übertrug sich auf die Menge (in der sie bei der Gelegenheit auch gleich ein Bad nahm, siehe Titelfoto) und brachte selbst die verhaltensten Nordlichter zum kräftigen Wackeln.

Bei James Blake ging es eher um Wummern – durch Mark und Bein bohrte sich der Bass und mit ihm tiefe Emotion. Die 25jährige zart wirkende Schwedin Lykke Li, hier in Skandinavien fast ein alter Hase, zeigte auf einer der großen Bühnen mächtige Präsenz und erlebte ein euphorisches Publikum. Guided By Voices schenkten fraglos den langjährigen Fans, was sie begehrten: eine Menge Songs, inbrünstig und typisch.

Außerdem ein Highlight waren die Fleet Foxes bei Sonnenuntergang, die unweigerlich an ihre Kollegen und Großmeister Crosby, Stills, Nash & Young erinnerten, und natürlich Mr Jarvis Cocker, der als super Entertainer mit stets einem flotten Spruch zwischen den Songs wild über die Bühne tanzte, sprang und posierte. Aber auch die eigenen Landsleute wussten sich musikalisch zu präsentieren und sorgten mit großartigen Auftritten insbesondere von Kaizers Orchestra, von den beschwingt heiteren Kitchie Kitchie Ki Me O, den deftigen Kvelertak sowie von vielen kleinen, frischen norwegischen Bands für gewonnene Heimspiele.

Der Umweltaspekt, für den das Oya schließlich europaweit bekannt ist, kam auch in diesem Jahr nicht zu kurz: der gesamte Festivalmüll wurde für entsprechendes Recycling komplett neu sortiert, Banner aus dem letzten Jahr wurden als Sitzgelegeheiten verarbeitet, Energie kam aus dem Stromnetz, dadurch keine Verwendung von Generatoren, 100% Bioessen auf dem Gelände – um nur einige der Aktionen zu nennen.

Taking Oslo backNicht zuletzt schwebte über oder viel mehr um das Festival herum die Tragödie von Oslo und Utoya, die sich nur zwei Wochen vor Festivalbeginn abspielte. Anstatt Schweigeminuten und Ansprachen, von denen es in den vorangegangenen Wochen schon viele gegeben hatte, entschieden sich die Veranstalter für eine andere Reaktion auf die grauenvollen Geschehnisse: 50 der am schwersten traumatisierten Jugendlichen von dem Camp in Utoya, die seit dem ihr Zuhause nicht verlassen hatten, wurden mit gesonderten Service auf das Festival eingeladen. Man ließ sie abholen, versorgte sie vor Ort mit Speisen und Getränken und versuchte ihnen so die Möglichkeit zu geben, wieder aufzutauchen, auf andere Gedanken zu kommen, beisammen und woanders zu sein.

Rundum ein super Festival, sehr gut organisiert und vom Publikum bestens angenommen. Auf der Homepage gibt es viele OYA-Festivalfotos aus 2011.

Ein Kommentar zu “So war das ØYA Festival 2011”

  1. Nummer 1: Øya Festival 2012 mit Björk uvm | Festival News sagt:

    […] das Øya 2011 mit der unerwarteten Reunion-Show der Lo-Fi-Götter von Guided By Voices für …, folgt mit The Stone Roses nun die gebührende Fortsetzung. Vor knapp zwei Monaten […]

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