Nach der Festivalsaison ist vor der Festivalsaison und während das „Rock Harz“ Festival 2026 vom 1. bis 4. Juli noch einige Monate hin ist, bleibt schon jetzt nur noch die Hoffnung auf ein Ticket aus zweiter Hand. Wie schon in den vielen Jahren zuvor, ist auch die Schnapszahl-Ausgabe des beliebten Festivals im sachsenanhaltischen Ballenstedt in Rekordzeit ausverkauft. Das kommt auch wenig überraschend, wenn man sich die legendäre Namen wie Alice Cooper und Helloween ganz oben auf’s Billing schreibt.
Mit einer mächtigen Bescherung in der Vorweihnachtszeit hat die letzte Bandwelle das Lineup um passenderweise weitere 33 überwältigende Acts anwachsen lassen. Zuletzt hinzu gekommen sind damit AIRBOURNE, AVATAR, BLACK LABEL SOCIETY, CRYPTA, DANKO JONES, DIE APOKALYPTISCHEN REITER, DOGMA, DORO, DRONE, ENSIFERUM, FEUERSCHWANZ, FIDDLER’S GREEN, HÄMATOM, HARAKIRI FOR THE SKY, HEAVYSAURUS, HIRAES, KREATOR, MAJESTICA, MITTEL ALTA, NECROTTED, P.O.D., PARADISE LOST, RAUHBEIN, RODEO 5000, SAGENBRINGER, SOEN, STEVE N SEAGULLS, TAILGUNNER, THE HAUNTED, TUNGSTEN, WALLS OF JERICHO, WARMEN und WATCH ME RISE.
Mit insgesamt 53 Bands ist das Programm fast vollständig. Einige Überraschungen bleiben den übrigen 6 Monaten Wartezeit jedoch vorbehalten. Große Vorfreude aber auch große Ungedult stellt sich ein. So ein halbes Jahr wirkt ganz schön lang, wenn man sich erneut auf so viele seiner Lieblingsbands freuen darf.
Der Mittwoch beim „RockHarz“ hat sich in den letzten Jahren vom „Anreisetag“ zu einem vollwertigen Festival-Highlight entwickelt. Auch für 2026 ist das Programm bereits zum Start wieder extrem hochkarätig und bietet eine perfekte Mischung aus Legenden, Extrem-Metal und Party-Garanten.
Als Urväter des deutschen Power Metal geben den Headliner-Auftakt 2026 die Kürbisköpfe von „Helloween„. Nach ihrer Reuinion Tour 2022 kehren sie für ihre großen Jubiläums-Welttour zum 40-jährigen Bestehen zurück an die Teufelsmauer. Für das „RockHarz“ ist dieser Slot am Mittwochabend ein echtes Statement: Eine Band, die Stadien füllt, in der familiären Atmosphäre vom Ballenstedter Flugfeld. Da werden schon am ersten Tag die großen Geschütze aufgefahren.
Mittlerweile ist klar, dass das „RockHarz“ in der Champions League der europäischen Open Airs angekommen ist. Insgesamt zeigt sich das auch bei Namen wie der Black Label Society, die auf dem kleineren Rockharz von vor einigen Jahren vielleicht selbst noch den Headliner gespielt hätte. Wir freuen uns auf jeden Fall.
Ein persönliches Highlight spielen auch wieder „Ensiferum„. Die Folk-Metal-Kombo aus Finnland hat in diversen Besetzungen generell aber auch auf dem Rockharz im Speziellen immer wieder überzeugt. Atmosphärisch, spirituell und erhebend. Zwischen Party, Geschichtstunde und Ritual ist alles dabei und das immer eingebettet in fantastische, nordische Klangwelten.
Wie schon bei diversen Shows im letzten Jahr sind wir schwer begeistert auch „Heavysaurus“ auf dem Lineup zu finden. Während ihre kindgerecht umgetexteten Rock- und Metal-Klassiker natürlich Geschmackssache sind, ist ihr Charme unverkennbar. Insbesondere für Familien sind sie eine feste Bank auf jedem Lineup. Und es rührt einen immer wieder aufs neue bei ihren Shows so viele Nachwuchs-Metalheads mit Ohrenschutz auf den Schultern von Mama und Papa sitzen zu sehen.
Außerdem finden sich auf dem Lineup für Mittwoch aktuell Paradise Lost, Steve’n’Seagulls, The Haunted, Harakiri For The Sky und Soulbound.
Donnerstag: Alice Cooper – Die lebende Legende.
Mit Alice Cooper holt das „RockHarz“ am Donnerstag ein Stück Rockgeschichte nach Sachsen-Anhalt. Der „Godfather of Shock Rock“ ist bekannt für Shows, die weit mehr als nur Konzerte sind. Es sind theatralische Gesamtkunstwerke. In einem Jahr, in dem er auch die riesigen Bühnen des Hellfest oder Graspop bespielt, wirkt sein Auftritt auf dem Flugplatz Ballenstedt fast wie ein exklusives Clubkonzert für 20.000 Freunde. Cooper verkörpert die Brücke zwischen den Generationen und beweist, dass das Rockharz-Lineup 2026 eine enorme stilistische Breite und monumentale Schlagkraft besitzt.
Neben ihm wird es uns persönlich aber auch zu den schwedischen Melodeathlern von Avatar ziehen. Seit abgedrehten Performances in kleinsten Clubs zu zeiten ihres „Black Waltz“-Albums sind wir große Fans. Und keine Performance, keine stillistische oder theatralische Umorientierung hat uns über die Jahre je enttäuscht. Mit eindrucksvoll singenden Gitarrenriffs, intensiven-immersiven Performances und vielfältiger Bandbreite über ihre Diskografie hinweg freuen wir uns schon sehr. Und natürlich auch auf den einzigartigen Entertainer und Frontmann Johannes Eckerström, der dem Headliner in unseren Augen kaum nachsteht.
Wie wir von Theatralik sprechen, dürfen auch die untoten Power Metaller von Dominum nicht unerwähnt bleiben. Schon in der letzten Festivalsaison haben sie uns mit ihren Masken und dem fantastischen Showmanship von Sänger Felix Heldt schwer gepackt. Und auch dieses Jahr hoffen wir wieder auf eine fesselnd gruselige Performance. Haltet eure Hirne fest und ölt eure Stimmen. Die Zombies kommen!
Eine weitere nennenswerte Kuriosität unter den vielen „RockHarz-Debüt-Bands“ in diesem Jahr ist auch das Mittelalter-Klamauk-Projekt Mittel Alta. Mit ein paar Restzweifeln zum notwendigen Alkoholpegel sowie großer Neugier, werden wir uns bei ihnen vor die Bühne wagen. Ob Eskalation oder Absturz, das wird in jedem Fall witzig werden. Außerdem finden sich auf dem Lineup für Donnerstag aktuell Hämatom, Kataklysm, Agnostic Front, Betontod, Warmen, Dogma, Stahlmann, Sagenbrinnger, Die Habenichtse und Final Cry.
Freitag: Kreator – Deutsche Thrash-Gewalt als Abrisskommando
Der Freitag steht ganz im Zeichen der Härte: „Kreator„, die Urgewalt des deutschen Thrash Metal, werden das Infield in ein einziges Moshpit verwandeln. Nachdem die Band um Mille Petrozza in den letzten Jahren ihre Bühnenshows visuell massiv aufgerüstet hat, darf man sich auf eine martialische Inszenierung freuen. Für uns schon seit vielen Jahren immer wieder ein absolutes Highlight, nicht zuletzt auch aufgrund der sympathischen Genre-Legende am Mikrofon.
Auch mit Airbourne steht am Festival-Freitag wieder eine weitere Band auf dem Billing, der wir vor einigen Jahren noch mühelos einen Headlinerslot zugesprochen hätten. Zwischen Lachplatten und Schreikunst fühlt sich eine Hard-Rock-Band immer wie eine ordentliche Massage an. Mit mächtig Kraft wird der Hörmuskel Mal eben durchgeknetet und man fühlt sich einfach großartig danach. Seit vielen Jahren stehen die Jungs aus Down Under bei uns auf der Bucket List. Dieses Jahr ist es endlich soweit und wir wären schwer überrascht, wenn wir bei der Show nicht das größte Gedränge antreffern würden.
Mit Subway to Sally kehrt eine Band zurück aufs RockHarz, deren Genre zu benennen uns jedes Mal Schweißperlen auf die Stirn treibt. Zwischen Rock, Metal, Mittelalter, Gothic, Elektro, Folk und Klassik findet sich wohl von allem ein bisschen was. Gleiches gilt für ihre Texte und Performance. Die Band um den ikonischen Frontmann Eric Fish ist einfach eine unverwechselbare Szenegröße. Und wer tatsächlich mit dem Namen nichts anzufangen weiß, dem möchten wir empfehlen, sich ihre Show reinzuziehen.
In den letzten Jahren war auch die Truppe von Mr. Hurley und die Pulveraffen ein fester Bestandteil des Rockharz-Kaders. Dieses Jahr müssen wir leider auf sie verzichten. Dennoch bleibt uns „Mr. Hurley“-Darsteller Simon Erichsen nicht ganz fern. Sein jüngstes Projekt, Rodeo 5000, bringt die “Redneck Randale” nach Ballenstedt. Hier bleibt uns der Lachkollaps ob der Hillbilly-Absurditäten sicherlich nicht erspart.
Unser Geheim-Tipp, wenn man sie denn noch darunter führen kann, sind am Freitag sicherlich Ex Deo.
Wem Musik gewordene Geschichte nahe liegt, der sollte sich auf jeden Fall von ihnen in die Zeiten des römischen Reichs entführen lassen. Musikalisch sind sie definitiv eine härtere Mischung und vermutlich irgendwo zwischen Prog und Death Metal anzusiedeln. Das ist aber auch nicht weiter überraschend angesichts der Tatsache, dass sie ein Nebenprojekt der tags zuvor spielenden Kataklysm sind.
Außerdem finden sich auf dem Lineup für Freitag aktuell p.o.d, Biohazard, Die Apokalyptischen Reiter, Fiddler’s Green, Walls of Jericho, Rauhbein, Gothminister, Hiraes, Motorjesus und Haggefugg.
Samstag: „Feuerschwanz“ – Die Krönung einer beispiellosen Reise
Keine andere Band verkörpert die Entwicklung des „RockHarz“ so sehr wie Feuerschwanz.
Vom frühen Nachmittags-Slot in den 2010ern haben sie sich kontinuierlich nach oben gearbeitet und stehen 2026 nun als Samstags-Headliner ganz oben auf dem Plakat. Diese Beförderung ist kein Zufall, sondern die logische Konsequenz aus Chart-Erfolgen und einer Live-Energie, die ihresgleichen sucht. Dass eine Band aus dem eigenen Dunstkreis des Rockharz nun den großen Abschluss bildet, ist ein schöner Beweis für die organische und treue Verbundenheit zwischen dem Festival und seinen Künstlern.
Eine weitere Legende beehrt uns am Samstag auf dem Festival. Die deutsche Metal-Ikone Doro wird einen der Co-Headlinger-Slots bespielen. Selbst wenn man ihre Musik nicht mag, ist ihre Bedeutung für die deutsche Metalgeschichte unverkennbar und auf jeden Fall einen Besuch ehrenhalber wert.Wir freuen uns, auf jeden Fall, dass das „RockHarz“ so ein gigantisches und emotional geprägtes Lineup mit ihrem Auftritt am Samstag garnieren kann.
Und auch die Lachmuskeln dürfen uns wieder warm laufen. Diesmal für Knorkator. Der Band gewordene Schwachsinn gehört mittlerweile beim „RockHarz“ ganz klar zum Inventar und lässt sich alle 2-3 Jahre wieder sehen. Üblicherweise geht es nicht lange und man verzweifelt wieder an dem Versuch, mitzusingen, weil es das Lachen einfach nicht zulässt. Im Anschluss an ihre „Aller guten Dinge sind 30!“-Tour dürfte uns hier einiges an neuem Blödsinn erwarten.
Wir freuen uns außerdem riesig auf den Auftritt von Finntroll. Die Spitzohren aus dem Norden bringen mit ihrer Mischung aus Pagan Metal und fast schon beunruhigendem Groove immer wieder ein Lächeln auf unser Gesicht. Man merkt, dass man mit Trollen tanzt und man tanzt besser weiter, bevor sie merken, dass man das Abendessen ist und nicht die Unterhaltung.
Das aus der zeitweisen Auflösung von Nervosa hervorgegangene Projekt Crypta steht nun auch schon seit einiger Zeit auf unserer Bucket List. Endlich dürfen wir uns von den Damen aus Brasilien hier Mal wieder so richtig schön gepflegt anschreien lassen.
Außerdem finden sich auf dem Lineup für Samstag aktuell Emperor, Danko Jones, Annisokay, Soen, Majestica, Tungsten, Necrotted, Tailgunner, Drone und Watch Me Rise.
Mehr als nur Musik: Barrierefreiheit als Herzensangelegenheit“
Beim letztjährigen Rockharz-Festival haben die Veranstalter neben gewohnt großartigem Lineup und reibungslosen Abläufen auch mit einem neuen Meilenstein geglänzt. Das Projekt „UNGEHINDERT DABEI – live. laut. inklusiv“ hebt Inklusion vom Mindestmaß zur Qualitätsleistung an. Es zeigt sich ganz klar, dass das Team um Thorsten “Buddy” Kohlrausch gedenkt, neue Maßstäbe zu setzen, nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte deutsche Festivallandschaft. Ein professionelles Team mit ausgebildetem Personal, innovative Technologiekonzepte wie z.B. die RockHarz Kompass App für Blinde und Personen mit Sehbehinderungen sowie ein durchdachtes Camping-Konzept sind nur einige Beispiele. Eine Übersicht sämtlicher Maßnahmen und Bestrebungen des Projektes mit Bezug auf Inklusion und Barrierefreiheit findest sich auf der Rockharz-Seite. Persönlich sticht für uns hier auch die Verfügbarkeit von Sonnenblumen-Schlüsselbändern sowie der geschulte Umgang damit im Bezug auf Personen mit unsichtbaren Behinderungen heraus.
Das Festival hat sich him Kontext von “Ungehindert Dabei” zur Mission gemacht, Konzepte weit über das Mindestmaß hinaus zu verproben und zum Standard zu erheben. Insbesondere Blaupausen und Beratungsangebote auch für andere Veranstalter stehen hierbei bewusst im Fokus. Wir freuen uns schon sehr, auch in diesem Jahr wieder den positiven Einfluss all dieser Bemühungen zu sehen, sowie gemeinsam und möglichst ungehindert in einer diversen Masse an Metalheads abgehen zu können.
„Glück in Dosen“ – Alle Jahre wieder!!
Wie wir von sozialem Engagement sprechen, darf das Projekt “Glück in Dosen” auf keinen Fall unerwähnt bleiben. Seit über zehn Jahren sammelt das immer größer werdende Team mit großer Begeisterung und allerhand kreativen Aktionen Dosen auf dem Rockharz-Festival ein. Ob das ehrenamtliche Personal nun bei allen Wetter Mülltonnen voller Blechdosen über das Campinggelände schiebt oder die das Torwandwerfen am Infield-Eingang betreut, der Impact ist nicht zu unterschätzen. Alleine im letzten Jahr sind über 100.000€ an Spendengeldern für diverse soziale Projekte zusammengekommen. Und als kleiner positiver Nebeneffekt können treue Besucher jedes Jahr neue lustige Pfand-Sticker sammeln. Unser persönlicher Favorit ist das Pfandeinhorn, das auf dem Camping-Kühlschrank klebt. Aber wir freuen uns schon wieder sehr, auch in diesem Jahr vorbeizuschauen, unseren Beitrag zu leisten und neue Motive zu entdecken. Vielen Dank schon jetzt wieder an das gesamte Team!
Ausverkauft – Aber wo nehm ich jetzt nur mein Ticket her!?
Wer sich da jetzt denkt „ach hätt‘ ich mir doch nur mein Ticket rechtzeitig gekauft“, dem sei ans Herz gelegt, sich die mittlerweile veröffentlichte Tagesaufteilung zu Gemüte zu führen (siehe Bannerfoto). Seit Dezember finden sich im Rockharz Ticket Shop nämlich Tagestickets. Also auf geht’s! Holt sie euch, solange es geht.
Wem das nicht genügt, der darf gerne die Augen nach einem Weiterverkauf offen halten auf den diversen Marktplätzen und Plattformen. Wie immer ist natürlich Vorsicht geboten bei professionellen Wiederverkäufern und möglichen Betrügern.
Den Veranstaltern des Rockharz-Festivals liegt ein sicherer und zuverlässiger Zweitmarkt sowie die Fans die diesen navigieren sichtlich stark am Herzen. Dementsprechend finden sich auf der Rockharz-Seite neben Empfehlungen zum Privatkauf und der Ticket-Sperrliste auch die offizielle Rockharz-Ticketbörse. Hier dürfen Besucher sich noch ein bisschen in Geduld üben. Sobald diese ihre virtuellen Tore wieder öffnet, ist ein problemloser Kauf von vereinzelten Tickets aber wieder möglich.
Und während wir alle gemeinsam auf heißen Kohlen sitzen, bis wir endlich wieder zusammen abfeiern dürfen, bietet sich der Rockharz 2025 Aftermovie als klarer Stimmungsheber an.
Festivalwebseite: www.rockharz-festival.com
Wir freuen uns auf jeden Fall schon wieder riesig, euch alle wiederzusehen. Sei es in der ersten Reihe bei eurer Lieblingsband, mitten im brutalsten Moshpit, beim Absacker-Bierchen im Mutantenstadl oder bei einer spannenden Runde Flunky-Ball im Camp. Wo immer wir zusammen feiern können. Bis bald!
Text: Bastian Blessing





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