Der Donnerstag am Wacken Open Air 2022

News am 5. August 2022 von Maddin

Das Wacken Open Air geht in die zweite Runde. Am Donnerstagmorgen brannte die Sonne noch unerbittlicher als am Vortag auf den Camping Ground. Die Veranstalter erinnerten die Besucher schon früh daran, den Tag über genug zu trinken. Das sollte für die meisten wohl kein Problem darstellen, es sei denn, die Veranstalter meinten Nicht-Alkoholische Getränke. Das dürfte dem einen oder anderen Metalhead dann doch etwas schwerfallen.

Zum Glück aber achteten die meisten auf sich und den Vormittag verbrachten viele entspannt bei ihren Zelten oder sie besuchten den Metalmarkt, um sich mit Shirts, Hoodies oder anderem einzudecken. Der Metalmarkt fällt dieses Jahr leider sehr klein aus und besteht nur aus ein paar Ständen. Hier war man von Wacken eigentlich immer anderes gewohnt. Aber vieles läuft in diesem Jahr noch nicht ganz rund. Ein großes Manko war die Bändchen-Ausgabe. Die Besucher standen mehrere Stunden in der Schlange, um ihre Tickets umzutauschen und die Festival-Bänder zu bekommen. Nur mit diesen hatten sie Zutritt zum Infield. Die lange Wartezeit war besonders für die Besucher ärgerlich, die am Vortag das Zusatzticket für den Wacken Wednesday hatten. Diese haben teilweise den ganzen Tag verpasst, für den sie bezahlt hatten, weil sie in der Schlange standen. Der Veranstalter hat sich dafür bei den Fans entschuldigt und meinte, dass es ihm unendlich leid tut. Sie versprechen sich an dieser Stelle im nächsten Jahr deutlich zu verbessern.

Wer sein Ticket aber umgetauscht hatte, der konnte sich zu den Bühnen begeben und sich z.B. Thundermother anschauen. Die vier Schwedinnen zeigen, dass Hardrock schon längst keine Männerdomäne mehr ist. Die Band gibt Vollgas und begeistert das Publikum vor der Louder Stage vom ersten Song an. Für einen besseren Sound steht die Louder Stage dieses Jahr übrigens ein ganzes Stück weiter weg von den beiden großen Bühnen. Das hat den großen Vorteil, dass man die anderen Bühnen hier nicht mehr hört und sich voll und ganz auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren kann.

Die große Bühne wurde währenddessen, traditionell von Skyline eröffnet. Die Cover-Band von Wacken Gründer Thomas Jensen spielt jedes Jahr als Erstes auf einer der großen Bühnen. Auch wenn der Veranstalter nicht mehr selber mit auf der Bühne steht, bleibt diese Tradition erhalten.

Traditionell geht es auch bei Grave Digger zu. Traditioneller Heavy Metal, hier weiß man was bekommt. Eigentlich, denn dieses Jahr marschierte erstmal eine ganze Truppe mit Dudelsäcken und Trommeln auf die Bühne. Aber klar, die Band ist bekannt für ihre Konzeptalben über die schottische Geschichte. Dazu passen die Dudelsäcke natürlich. Aber die Band spielt natürlich auch ihre Songs im typischen Metalgewand. In the Dark oft the Sun, The Clans are marching und Heavy Metal Breakdown dürfen nicht fehlen.

Und wo wir gerade bei Klassikern sind, darf natürlich Udo Dirkschneider nicht fehlen, dieser spielt dieses Jahr ein extra Accept Set mit allen großen Hits aus seiner Zeit bei dieser Band. Man merkt Udo aber an, dass er nicht mehr der Jüngste ist. In früheren Zeit hatte er deutlich mehr Energie, aber stimmlich ist er immer noch voll auf der Höhe. Und so ist es schön, die Songs mal wieder mit der „original“ Stimme zu hören.

In der anschließenden Umbaupause für Mercyful Fate stürmten plötzlich die Wikinger die beiden großen Bühnen und reihten sich zu einem Schildwall auf. Bei Wikingern denkt man direkt an eine ganz bestimmte Band und auch schon im nächsten Moment erschallten das Gitarren Riff von Amon Amarth’s Guardians of Asgaard. Die Band stand auf einer versteckten Bühne zwischen den beiden Haupt-Stages, direkt unter dem berühmten Wacken Schädel. Um den Release ihres neuen Albums zu feiern, spielten sie von dort einen Überraschungs-Gig mit insgesamt sechs Songs, davon zwei vom neuen Album. Eine coole Überraschung, über die sich viele Fans gefreut haben und die, die Wartezeit zu Mercyful Fate gut überbrückt hat.

Diese durften dann wieder auf der eigentlichen Bühne spielen. Die Falsett-Stimme von Sänger King Diamond mag nicht jeder, wer sich aber darauf einlässt, bekommt eine fantastische Show geboten. Und eine, die man nicht so oft geboten bekommt, denn die Band hat sich eigentlich schon lange aufgelöst. Sie spielen aber wieder ein paar Konzerte zusammen. Die Band und besonders ihr Sänger haben immer noch viele Fans, die das Konzert dann auch in vollen Zügen genossen.

In einen ganz anderen Genuss kamen die Metalheads vor der Louder Stage. Denn wenn sich trotz wolkenfreien Himmel, die Sicherheitsleute plötzlich Regenklamotten anziehen und die Fans vor der typische Schwarz gegen die alten weißen Shirts eintauschen, kann es nur eines bedeuten: Zeit für ein Blutbad. Und das brachten GWAR auch mit. Die Jungs in den Monster Klamotten spritzten Literweise Kunstblut in das Publikum und schlugen dafür verschiedenen Figuren die unterschiedlichsten Körperteile ab. Musik gab es auch, aber hier geht eindeutig eher um die Show und den Spaß. Denn diese Show darf man nicht allzu ernst nehmen.

Wer danach noch nicht genug hatten, der konnte nochmal einen Abstecher zur Wasteland Stage machen. Dort gab sich niemand geringeres als der Ex-Misfits Gitarrist Doyle Wolfgang von Frankenstein die Ehre. Für Misfits oder Horrorpunk Fans ist dieser Auftritt ein Muss. Und so drängen sich auch viele Leute vor die kleine Bühne außerhalb des Infields. Der Sound von Doyle ist deutlich schneller und aggressiver als man es von seiner alten Band gewohnt ist, trotzdem sind die Ursprünge nicht nur am Outfit des Gitarristen zu erkennen. Nach der Show sind wir erstmal ausgepowert und machen uns auf den Weg ins Zelt. Morgen warten wieder viele weitere Auftritte auf uns.

Hier geht’s zu unserem ersten Blick auf das W:O:A: 2022, den WACKEN WEDNESDAY: Es geht wieder los – Wacken Open Air Mittwoch.

 

 

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