TFF 2011 – Der Freitag

News am 2. Juli 2011 von Teliko

Nach einem tollen Eröffnungstag am Donnerstag startete das Tanz und Folkfestival in Rudolstadt (TFF) am Freitag so richtig durch. Im Zuge der Umgestaltung des Donnerstag wurde der Freitag auf dem TFF 2011 deutlich verlängert. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren startete das Tanzfest gestern nicht erst abends mit einer Eröffnung auf dem Markt, sondern bereits am Mittag mit vielen Konzerten in nahezu allen Locations. Ziel dessen war es, die ursprüngliche Lücke zwischen dem Eröffnungskonzert und den weiteren Veranstaltungen zu schließen. Zum TTF-Livestream!

So kam es auch, dass sich gestern schon früh vor allem zwei Blicke bei den Besuchern zeigten. Zum Einen der stetige Blick in das Programmheft, um zu schauen, wo der nächste interessante Event stattfindet. Zum Anderen aber auch immer der bange Blick ge’n Himmel, wo sich immer wieder dunkle Wolken zeigten. Glücklicherweise hatte Petrus aber ein erbarmen mit den, im Laufe des Tages immer zahlreicher werdenden, TFF-Gästen und verschonte sie von extrem starken Regen. Man sah zwar immer wieder vereinzelte Schirme auf Grund von Nieselregen, aber bis auf die niedrigen Temperaturen war das Wetter auf der Seite der Besucher.

Durch den zeitigeren Start konnte man gestern somit schon früh auch auf vielen kleineren Bühnen Konzerte erleben. Diese sorgten oftmals für einen sehr ruhigen Start in den Tag, weil man sie in Ruhe auf Bänken oder Decken vor der Bühne genießen konnte.  Zum Beispiel spielte auf der Bühne Theaterplatz das Acoustic Guitar Kollektiv. Das waren drei Gitarrenvirtuosen aus Polen, die früher unter dem Namen Que Passa auftraten. Interessanter Weise war ihnen wohl ihr Auftritt auf den Bühnen des TFF noch nich genug, so dass man sie später in den Gassen von Rudolstadt als Straßenmusiker entdecken konnte.

Neben diesen Konzerten zum bloßen Zuhören spielten aber auch bald die ersten Künstler, deren Musik direkt in die Beine und Hüften ging. Beispiele dafür war die Bands OqueStrada aus Portugal und Jagwa Music aus Tansania. Während OqueStrada die Zuschauer auf der immer wieder beeindruckenden Heidecksburg mit lateinamerikanischen Rhythmen zum Tanzen bewegte, sorgte Jagwa Music im Heinepark durch afrikanische Klänge für Bewegung. Dabei sprühten nicht nur die Musiker selber vor Lebensfreude pur, sondern auch die Tänzer auf der Bühne, die dem durchaus manchmal etwas steif anmutendem Publikum zeigten, wie man sich zu solcher Musik bewegen kann.

Ein absolutes Highlight des Freitags war Yemen Blues auf der Großen Bühne Heidecksburg. Die Band aus Israel und den USA, sorgte für eines dieser ganz besonderen Konzerte auf dem Tanz und Folkfestival in Rudolstadt. Während Sänger Ravid Kahalani alte jemenitische Gesänge und Lieder neu interpretierte, wurde er von einer sehr interessant zusammengestellten Akustiksektion begleitet. So bestand Yemen Blues, aus einer Blassektion, mehreren Streichern und zwei Percussionisten. Diese sorgten in einigen Liedern für unheimlich sphärische Klänge, die zusammen mit dem Gesang den perfekten Beweis ablieferten, dass es bei Musik nicht unbedingt auf Sprache ankommt, um Gefühle zu transportieren. In anderen Liedern dagegen sorgten absolut eingängige Funk und Jazz Grooves dafür, dass sich das Publikum – trotz der Temperaturen – dazu hinreißen ließ, sich die T-Shirts auszuziehen und mit ihnen über ihren Köpfen zu wedeln. Auf Grund dessen war es auch kein Wunder, dass Yemen Blues im Anschluss an das Konzert die mitgebrachten CDs förmlich aus den Händen gerissen wurde.

Im Lauf des Abends konnte man dann aber auch feststellen, warum die Organisatoren des TFF bereits eine Woche vor Festival sich dazu entschieden hatten, keine Dauerkarten mehr zu verkaufen. Trotz der vielen Locations konnte man immer wieder Konzerte auf kleineren Bühnen nicht miterleben, da der Andrang zu groß war. So war der Neumarkt beim Konzert von RUTH-Preisträger Klaus Der Geiger wahrscheinlich so voll, wie niemals zuvor oder hätte man die Kirche beim Konzert von Kraja mindestens zweimal komplett füllen können.

Dort konnte man auch wieder feststellen, wie bemüht die Ordner waren,  bei den ruhigeren Konzerten für möglichst Stille im Publikum zu sorgen. Jeder Schritt, jedes Knarren wurde kritisch beäugt. Fraglich bleibt aber bei diesen Bemühungen, warum dann Kleinkinder mit eingelassen wurden.

Für eine absolute Abwechslung im Programm des diesjährigen TFF sorgte dann das Jajouka Sound System. Die Kollaboration von Bachir Attar, dem Kopf der Master Musicians of Jajouka, und dem Heavy-Bass-DJ Dub Gabriel (Destroy all Sounds, San Francisco) sorgte für elektronische Musik, die man so nicht auf einem Folkfestival erwartet hätte. Während DJ Dub Gabriel immer intensiveren Dub-Step auflegte, spielte Bachir Attar auf seiner Flöte typisch marokkanische Melodien. Eine Mischung, die man sich im ersten Moment sicher nur schwer vorstellen kann, die aber überraschend gut funktionierte und gerade bei dem jüngeren Publikum hervorragend ankam.

Den Abend im Rahmen der Konzerte auf den großen Bühnen beenden sollte dann Roy Paci & Aretuska. Die Musiker um den vielbeschäftigten Trompeter und Sänger Roy Paci – er war bereits auf über 400 Alben der verschiedensten Interpreten zu hören – sorgten nicht nur für Bewegung auf der Bühne, sondern auch im Publikum. Ursprünglich als Ska-Kapelle begonnen, begeistert der Sound von Aretuska inzwischen durch einen globalen Stilmix, der vor allem auch durch Reggae und Latin geprägt ist.

Spätestens dieses Konzert machte dann endgültig Lust auf die weiteren Tage des TFF, dass schon knappe zehn Stunden später in den Samstag starten sollte, an dem die Besucher des TFF nicht nur die Preisverleihung der RUTH, sondern auch größen wie Youssou N’dour erwartet.

Weitere Bilder: [hier geht’s ausserdem zur Freitags-Bilder-Galerie von Festivalhopperine Aljona]

Bericht und Fotos: Festivalhopper Thomas “Teliko” Helbig

Ein Kommentar zu “TFF 2011 – Der Freitag”

  1. Nummer 1: mosa sagt:

    Dear Ladies and Gentlemen,

    my name is Mosa Sisic & Gipsy Express.
    we are already setting dates for our performances in summer and autumn 2011 and
    still have many available dates we could lift people’s spirits on.
    Our style is gipsy music in its variations from Balkan to Orient.

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    club or festival
    or whatever occasion it might be.

    kind regards
    Mosa Sisic

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