Das With Full Force 2017 in der “City Of Metal”

News am 27. Juni 2017 von Gabriel Flöter

Der härteste Acker Deutschlands“, ein Name den man sich erst einmal verdienen und vor allem auch verteidigen muss und genau das haben die Veranstalter des With Full Force Festival seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich geschafft.

Ein Bericht der Festivalhopper Anne und Gabriel.

Was wenn man unter seinen Füßen aber irgendwann keinen Acker mehr hat, sondern eine harte Betonfläche, umgeben von fünf riesigen, ausgedienten Tagebaubaggern? Man macht einfach genau dort weiter, wo man ein Jahr zuvor auf dem Acker aufgehört hat und stellt ein Festival auf die Beine, welches sich keinesfalls hinter denen, der letzten 23 Jahren verstecken muss. Und so fand vom 22.06 bis zum 24.06.2017 das 24. With Full Force Festival statt, diesmal allerdings in der neuen Location Ferropolis, der Stadt aus Eisen in Gräfenhainichen. Auf der Halbinsel, welche vom Veranstalter kurzerhand in Full Force Island umbenannt wurde, stehen fünf riesige alte Tagebaubagger, welche eine Art Arena umschließen und diesem Veranstaltungsort seinen einzigartigen Charme verleihen.

Das diesjährige With Full Force begann diesmal bereits am Donnerstag und schon im Vorfeld gab es monatelang unzählige Diskussionen um die neue Location, die Zeltplatzsituation und das Line up für 2017. Eines jedoch war bereits an diesem Tag wie immer, nämlich das Wetter. Es gibt selten “normales” Wetter bei einem With Full Force, es ist entweder kalt und regnet oder aber es ist so wie an diesem Wochenende, es ist heiß und trocken und so krabbelte das Thermometer auch hier wieder auf kuschelige 33 Grad, was noch fatale Folgen haben sollte.

Nachdem Counterfeit, Avatar und Brothers In Arms das Festival eröffneten, betraten Wolf Down die Bühne der Hardbowl und auch wir das Festivalgelände. Nur wenige Songs blieben uns um dieser sehr politischen Hardcore Band zu lauschen, welche klare Worte gegen die AfD und den G20 Gipfel fand. Als wir gerade richtig angekommen waren, war nämlich schon wieder alles recht schnell vorbei und Massen an Zuschauern kamen uns entgegen und strömten in Richtung Ausgang. Das Festival wurde auf Grund einer Unwetterwarnung unterbrochen und alle wurden gebeten sich in ihre Fahrzeuge zu begeben. Nur wenige Minuten später begann es auch schon zu stürmen und zu regnen, der Regen mischte sich mit Hagel, es gewitterte und die, die das Gelände noch nicht verlassen hatten, suchten irgendwo Unterschlupf.

Gute vier Stunden war das Festivalgelände fast menschenleer. Lediglich ein paar Securities waren zu sehen und Einige waren damit beschäftigt, die beschädigte Technik wieder in Gang zu bekommen. Dann hieß es wieder Tore auf und alle zurück zu Deez Nuts. Dort sollte das Programm nämlich weitergehen. Da die FeroX Stage noch nicht wieder bespielbar war, sollte das restliche Programm erstmal in der Hardbowl stattfinden. Zu Beginn von Deez Nuts war die Zuschauermenge noch recht übersichtlich, aber nach und nach füllte sich das Gelände wieder mit Leben und die Leute feierten und moshten zu Hits wie “stay true” und “band of brothers“. Als es mit Toxpack weiter gehen sollte, der Soundcheck vorüber war und alle nur auf den ersten Song warteten, kam die Band zwar auf die Bühne, allerdings nur um allen mitzuteilen, dass sie ihren Auftritt leider nicht spielen können, da es eine erneute Unwetterwarnung gäbe. Sie entschuldigten sich bei ihren Fans und übergaben das Mikro und die Bühne an einen der Veranstalter, welcher noch einmal ausführlich über die vorherrschende Situation und die sich nähernden Gewitterfronten berichtete. Die Entscheidung den Donnerstag nun endgültig abbrechen zu müssen, fiel allen Beteiligten alles andere als leicht, was man deutlich merkte, allerdings ist das Wohl aller dann doch wichtiger als unter solchen Umständen ein Festival zu veranstalten.

Nachdem sich das Wetter wieder beruhigt hatte, konnte es nun am Freitag für alle richtig losgehen. Wir wurden mit Sonnenstrahlen und einem angenehm kühlenden Lüftchen empfangen. Der Shuttle Bus brachte uns zum Festivalgelände, wo Walking Dead On Broadway aus Leipzig den ersten Tanzwütigen und Crowdsurfern das gaben, worauf sie seit Donnerstag so sehnlichst gewartet hatten. „Schön, dass ihr trotzdem hier geblieben seid.“ Sänger Robert bedankte sich beim Publikum für die rege Beteiligung und genoss von der Bühne aus die ersten Circle Pits des Tages. Einige Meter neben der großen FeroX Stage lockten uns Val Sinestra aus Berlin zur Big Wheel Stage. Selbige trägt ihren Namen nicht ohne Grund, denn die Bands haben dort die Möglichkeit neben einem der 5 Bagger des ehemaligen Tagebaus zu spielen, welcher mit einem fast 9 Meter hohen Förderrad eine einmalige Kulisse bietet. Das Publikum, anfangs noch etwas müde und verhalten, ließ sich von der deutschsprachigen Indie-Punk-Band zum Tanzen animieren. „Können wir mal einen Song gemeinsam eskalieren?“ so der Wunsch des Leadsängers der Band, wurde ihm gern erfüllt und der Auftritt der Band nach „10 Jahren Mukke“ das erste Mal auf dem With Full Force wurde zum Erlebnis.

Unser Weg führte uns zurück zur Mainstage, wo Callejon aus Düsseldorf schon von ihren Fans erwartet wurden. Der erste Song der Metalcore Band endete mit dem lautstarken Wunsch des Publikums nach einer „Wall of Death“, den es sich mit dem nächsten Song auch sofort selbst erfüllte. Neben dem heiß geliebten Cover von „Schwule Mädchen“ gab es auch ruhige und sehr melodische Momente auf der Bühne, in denen Sänger Basti seine Stimmvielfalt und Songs ihres Ende Juli 2017 erscheinenden Albums „Fandigo“ präsentieren konnte.

Ein kleiner Abstecher zur Metal Hammer Stage , wo Arise from the Fallen gerade ihre „erste bestialisch stinkende Unterhose auf der Bühne“ fangen durften. Die sandkastenähnliche Fläche vor der Bühne hielt die Leute nicht vom Feiern und Tanzen ab. Direkt nebenan im Merchandisezelt von Impericon gönnten auch wir uns ein Paar der begehrten 5€ Surpriseshirts, bevor wir wieder zur Hardbowl Stage wechselten um den Auftritt von Swiss und die Andern aus Hamburg nicht zu verpassen. Die selbsternannten „Kanarienvögel“ des Festivals brachten das Zelt in wenigen Minuten zum Kochen und feierten eine große Party während sie mit ihren Songs der AFD Hamburg wieder mal den großen „Fickfinger“ zeigten und dies auch gemeinsam mit der Crowd auf einem Foto festhielten. Gemeinsame “Nazis raus” und “alerta antifascista” Sprechchöre unterstrichen die klare politische Ausrichtung bei diesem Auftritt.

Im Anschluss erwarteten uns Knorkator auf der großen FeroX Stage. Sänger Stumpen im Tarnanzug, hielt es nicht lange in seinem Outfit aus und, verschenkte sein Kostüm an das Publikum und zelebrierte den Rest des Auftritts in einem blauen Tanga, der sich sanft an seine männlichen Kurven schmiegte. Die Fans waren begeistert, tanzten was das Zeug hielt und versuchten mit einer kleinen Menschenpyramide noch bessere Blicke auf die Band auf der Bühne zu erhaschen. Als Teo, Stumpens jüngster Sohn, nun auch noch die Bühne betrat, jubelte die Menge noch lauter. Was der Sänger an Lampenfieber zu wenig hatte, hatte der Kleine etwas zu viel, denn es fiel ihm merklich schwer „Ich bin der Boss, Leck mich am Arsch, halt die Fresse“ in das Mikrofon zu rufen. Ob Kinder in diesem Alter und mit diesen Worten auf ein Festival gehören, kann man an anderer Stelle heiß diskutieren, dem Publikum hat es gefallen und darum geht es. Ob dem Publikum allerdings gefallen hat, dass es einige Festivalbesucher im Delirium nicht mehr unterscheiden konnten, ob sie in ein Urinal oder mitten ins Publikum urinieren, glauben wir nicht.

Aber von den Wildpinklern zurück zur Hardbowl Stage, wo die Rykers ihren 25. Bandgeburtstag feierten. Hier erlebten wir eine große Tanzbereitschaft des Publikums und Sänger Dennis, der die Party direkt im Pit bei den Fans genoss. „Ich hätte euch gern alle auf der Bühne“, so sein Wunsch, welcher ihm leider nicht erfüllt werden konnte, denn für alle Crowdsurfer endete der „Ausflug“ zur Bühne in den Armen der Security, die einiges zu tun hatten. Aber wenn der Berg nicht zum Prophet kommt, muss der Prophet eben zum Berg und so verbrachte der Sänger die meiste Zeit ganz nah beim Publikum und nicht auf der Bühne.

Nach so einer wilden Geburtstagssause braucht man erstmal eine kleine Stärkung. Also vorbei an der Fressmeile mit Falafel, Nice Fries, Pizza, Pasta, Burger und Fish n Chips, genehmigten auch wir uns eine Mahlzeit zu amtlichen Preisen. Auf der FeroX Stage tobten währenddessen Ministry aus Chicago, die dank des gut stehenden Windes und trotz Oropax noch lauter und derber als eh schon klangen. Nebenan auf der Hardbowl Stage starteten im Anschluss Adept aus Schweden, die mit ihrem melodischen Metalcore die zahlreichen Zuschauer begeisterten. Begeistert war hier garantiert auch das Securitypersonal, denn es gab wieder genug Crowdsurfer zu fangen.

Auf der Nachbarbühne (FeroXStage), welche übrigens nie zur gleichen Zeit bespielt wurde, um das Programm der nebenan spielenden Band nicht zu stören, wurden währenddessen die Dropkick Murphys hinter großem schwarzen Stoff versteckt, um sie mit den ersten Takten der Irish-Folk-Punkband unter großen Applaus des Publikums wieder zu enthüllen. Hier wurde über eine Stunde der grüne Pogokobold geweckt und das Tanzbein bzw. sogar der Rollstuhl geschwungen.

Wem das an Bewegung noch nicht reichte, konnte sich direkt danach in der Hardbowl Stage bei Nasty vollends gehen lassen. Die belgische Metalcore Band ist für ihre derben Beatdown Einlagen bekannt und brachte damit das Publikum ordentlich zum Schwitzen. Die Security konnte sich bei den vorherigen Bands gut aufwärmen, denn sie brauchten ihre Kräfte für alle Fans, die versuchten Matthis Aufforderung „Kommt nach vorn, Bewegt Euch“ nachzukommen. Der Sänger war aufgeregt, denn das sechste Album der Band steht in den Startlöchern und einer der neuen Songs „Rock Bottom“ sollte zum ersten Mal auf die Ohren der Fans treffen. Mit vollem Erfolg, wie wir finden. Keiner stand still und man ließ der Kraft jeglicher Gliedmaßen im Pit freien Lauf. Den Wunsch nach Circle Pits und die Security mal ordentlich zum Schwitzen zu bringen, erfüllten alle gern.

Den Abschluss auf der Mainstage gaben am Freitagabend In Flames. Da die umstehenden Bagger zwischenzeitlich immer mal Feuer spuckten, wäre der Auftritt der schwedischen Death Metal Band perfekt für ein paar größere Flammen gewesen. Leider bleib diese Hoffnung unerfüllt, aber die nächtliche Kulisse in Ferropolis war trotzdem ein Genuss. Der Hunger trieb uns in die Hände der Verkäufer von verschiedenen Käsegerichten. Cheesus war nicht nur namentlich eine originelle Idee. Das klassische Käsebrot mit geschmolzenem Raclettekäse, war die ideale Grundlage für die Knüppelnacht, welche Napalm Death in der Hardbowl Stage eröffneten. Für uns endete der Festivalfreitag an dieser Stelle und wir versuchten die Eindrücke des Tages über Nacht zu verarbeiten. Nach Napalm Death ging es noch bis tief in die Nacht, düster weiter mit Eis, Carach Angren und Debauchery.


Der Samstag begann für uns mit einer Fahrt im Bus für die Festivalbesucher. „Ein Hoch auf unsern Busfahrer“, der an diesem Tag vermutlich viel Spaß und gute Nerven hatte. Als wir auf dem Festivalgelände eintrafen, tobten bereits Broken teeth in der Hardbowl Stage. Unser erstes Ziel war allerdings die Mainstage und Elsterglanz. Das umstehende Publikum übte schon mal Gillis markanten Stimmklang, Junge! Das Comedy-Duo aus Eisleben entsprang aus einem riesigen Sternburg Export Kasten und wurde lautstark begrüßt. Sven etablierte sofort ein starkes „WITH FULL FORCE!!!! AHU AHU AHU!!! “ und musikalisch ging es weiter mit Frühsport und einem Song, der eigentlich für die Rückenschule gedacht war. Zu einer geplanten Hinrichtung von Sven kam es nicht, da scheinbar die Sicherung des elektrischen Stuhls durchbrannte. Es sollte die Strafe für das beidhändige Zeigen des Peace-Zeichens sein, was auf dem härtesten Acker Deutschlands natürlich absolut verpönt ist … hier zeigt man die Pommesgabel! Da Elsterglanz keine Kosten und Mühen scheuen, performten sie kurzer Hand „De Mudder von James Bond“ zusammen mit Tobias Künzel, einem Sänger der Gruppe Die Prinzen, der einsehen musste, dass diese Version des Songs die bessere war. Die, von zwei alten Backöfen geschmückte Bühne wurde während des Programms mit einigen Kleingartenrequisiten dekoriert, welche in wenigen Augenblicken im letzten Song „Kaputtschlaahn“ dem Erdboden gleich gemacht wurde. Die Fans rasteten ebenfalls aus und bereiteten sich bestens auf das folgende Festivalprogramm vor.

Im Anschluss heizten Wisdom in Chains mit einigen Circle Pits dem Publikum in der Hardbowl ein und Morgoth versuchten mit düsteren Death Metal-Klängen auch die letzten Besucher in ihren Zelten zu wecken.
Nebenan, auf der Metalhammer Stage gab es The Butcher Sisters, welche eine Mischung aus Hardcore/Beatdown und Rap machen. Eine recht Junge Kombo, bei denen es oft um den Geschlechtsakt mit Müttern, Gewalt und Kräftemessen ging.
Ziemlich voll wurde es dann bei Obey The Brave unter dem Zelt. Die Kanadier brachten vor kurzem erst ihr neues Album „Mad Season“ raus und konnten auch mit neuen Songs die Leute begeistern. Gemosht wurde bis zum letzen Song ohne Pause und mit „Raise your Voice“ fand auch dieser Auftritt ein lautstarkes Ende.

Ebenfalls ein neues Album auf Lager haben auch Emil Bulls aus München, welches im September 2017 erscheinen soll. Neben einer Wall of Death und Crowdsurfern konnte das Publikum vor der FeroX Stage die bandeigenen Wasserbälle zum Tanzen bringen. Mit den letzten Tönen der Alternativ-Metal Band verzog sich auch die Sonne erstmal hinter die Wolken. Vielleicht ganz gut, so konnte der nahende Sonnenbrand sich nicht weiter ausbreiten. Ausbreiten konnten sich indessen die Australier Northlane auf der Hardbowl Stage um den dort schon wartenden Fans einen Metalcore Song nach dem anderen um die Ohren zu schmettern und sie zum headbangen zu bringen.

Nächster Halt: Die Kassierer. Wir erwarteten wohl alle das Gleiche, nur keinen humpelnden Wölfi der seine Krücke und einen Stuhl mitbrachte. Er habe den „Treppensturz im Gegensatz zu manch anderem überlebt“ wir sollten uns keine Sorgen machen. Der Umstand hielt ihn natürlich nicht davon ab uns „so einen schönen Hodensack“ zu zeigen, wohlgemerkt immer freundlich und das Publikum siezend. Das Publikum war begeistert und amüsiert, tanzte, gab den wohl lautesten Chor des Festivals zum besten, sodass wohl auch der letzte Anwohner in Gräfenhainichen bei der Lärmhotline des VeranstaltersBlumenkohl am Pillemann“ meldete und spätestens jetzt wusste, dass “das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“. Damit den Kassieren niemand vorwerfen könne, dass sie sexistische Musik machen, stimmten sie auch diesmal wieder ihre Hymne gegen Sexismus an. Während Wölfi unten ohne noch vom zu großen Glied sang, machten wir uns auf in die Hardbowl um Comeback Kid nicht zu verpassen. Hier ging es dank des charismatischen Sängers Andrew aus Kanada (ist euch die Ähnlichkeit mit Jamie Oliver aufgefallen?) von 0 auf 100 in wenigen Sekunden. Rasante Circle Pits, Publikumsnähe und wilde Crowdsurfer dominieren jeden Auftritt der Band.

Die Kanarienvögel des Samstages sollten darauf folgen. Wir erinnern uns an ganz unterschiedliche Kommentare, als bekannt wurde, dass Royal Republic beim With Full Force Festival aufspielen sollen. Das Gebiet um die Bühne war zu Beginn mäßig gefüllt, aber nach und nach kamen immer mehr Leute hinzu und genossen den Auftritt der Schweden, die sich ordentlich in Schale geschmissen hatten. Insgesamt betrachtet, hätten sie ihren Platz wohl eher auf dem Highfield Festival gefunden, aber die Full Force Szene verschließt ihre Tore nicht vor Neuem und so kann man den Auftritt der Malmöer als gelungen betrachten, solange die Message stimmt. If you want to make war, make sure that you are loving between“.

Nebenan in der Hardbowl traten im Anschluss Motionless In White aus Pennsylvania auf die Bühne, die im Mai ein neues Album namens “Graveyard Shift“ bei Roadrunner Records rausbrachten. Die Fans waren textsicher und Sänger Chris Motionless gab stimmlich alles zum Besten, was er konnte.

Wer Klassiker mag, wird Terror lieben. Explosiv nach vorn und dynamisch wie immer begann der Auftritt der Oldschool Hardcore Band aus L.A. Aufgrund der Bühnensituation blieben Scotts Aufforderungen „more stagedives!!! “ aus und wurden kurzerhand durch „get up“ ersetzt. Die Fans surften in Massen nach vorn und die Securities bekamen bis zur leichten Überforderung einiges zu tun. Leider nicht nur die, sondern auch die Sanitäter, welche aber immer sofort hilfsbereit zur Stelle waren und blutende Nasen und ähnliches verarzteten. Sänger Scott machte klar, dass wir alle aufeinander aufpassen sollten und es hier um „positive aggression“ geht.

Positive Aggressionen gab es auch im Sandkasten an der Metal Hammer Stage bei den Excrementory Grindfuckers. Viele Fans hatten sich hier versammelt um gemeinsam mit den Hannoveranern ihre spaßigen Grindcoreschlager zu trällern und die erste wall of death im Sand zu veranstalten. Die letzten 2 Minuten 30 wären noch für 2 Songs gut gewesen, aber, wenn sie nicht gestorben sind, so headbangen sie noch heute….

Bevor das Saturday Night Fever ausbrechen sollte, erwarteten wir noch die Architects auf der Hardbowl. Die Fläche vor der Bühne war bis in die hinterste Ecke gut gefüllt und mit grellem Licht und lauten Bässen zelebrierten die Jungs aus England eine emotionale Show. Erst im August letzten Jahres war Gitarrist und Mitbegründer Tom dem Krebs erlegen. Sein Bruder Dan wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wie es mit den ausdrucksstarken Architects weitergehen sollte. Unserer Meinung nach genauso wie jetzt. Ausdrucksstark und immer nach vorn. Ein voller Erfolg auf dem diesjährigen With Full Force Festival.

Die FeroX Stage für dieses Jahr schließen und zerstören durften Kreator aus Essen. Als Opener der Band knallte und leuchtete einer der Bagger neben der Bühne und gab uns auch hier noch ein paar Chancen für eindrucksvolle Fotos. Knallen und Leuchten sollte es dann auch bei der Trash-Metal-Band. Nebelkanonen, Feuerfontänen und große Konfettikanonen brachten das Publikum so richtig zum Toben und die düstere Bühnengestaltung hatte ebenfalls einiges zu bieten. Die Leute feierten und headbangten, so sehr wie sie konnten um die letzten Kraftreserven zu spenden.

Wer auch bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht genug hatte, ging noch einmal rüber zur Hardbowl und feierte die letzten Stunden des With Full Force Festivals 2017 mit Combichrist, Silent Descent und Atari Teenage Riot beim Saturday Night Fever.

Für uns endete hier das diesjährige With Full Force Festival. Petrus hat es im Nachhinein dann doch noch gut mit uns gemeint und dem neuen Gelände in Ferropolis zwischen eindrucksvollen Baggern eine Chance gegeben. Verdurstet und verhungert ist augenscheinlich niemand, vielleicht etwas pleite, aber letztlich muss ja alles irgendwie bezahlt werden. Was die Organisation angeht, gehen die Meinungen sehr auseinander, manche lieben das neue Gelände, anderen ist es zu weit bis zum Zeltplatz. Wichtig wäre es, dass alle Mitarbeiter genügend Informationen bekommen, um diese auch an die Besucher weiterzugeben, denn das schien ein wirkliches Problem gewesen zu sein. Nicht jedes Festival bietet Shuttle Busse an, hier kann trotzdem noch ausgebaut werden, um lange Wartezeiten zu vermeiden oder einen raschen Abtransport aller Gäste zu gewährleisten, gerade in so Fällen wie am Donnerstag. Nach oben ist immer Luft und auch in dieses Gelände werden die Veranstalter genauso gut herein wachsen, wie in Roitzschjora. Wir sind überzeugt, dass die Organisatoren auch nächstes Jahr wieder dafür sorgen, dass wir in der Stadt aus Eisen unseren Spaß haben können und freuen uns schon auf 2018, wenn es dann heißt: With Full Force Festival #25 “Ein viertel Jahrhundert – der härteste Acker Deutschlands“.

Hier gibt es mehr Bilder vom WFF 2017.

 

 

 

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3 Kommentare zu “Das With Full Force 2017 in der “City Of Metal””

  1. Nummer 1: Dördi Dörde sagt:

    Sehr geile Zusammenfassung, Gabriel & Anne!
    Es war anders aber es war gut.
    Ich bleibe dem Force treu und ich bin mir sicher, das tun die meisten.
    Bis August auf dem ES! ;)

  2. Nummer 2: Rita Reulich sagt:

    Ich bin traurig darüber, dass solche Darbietungen einen solchen Massenansturm erfahren. Jede Zeit hat eben ihre” Kultur “.

  3. Nummer 3: Tetzi sagt:

    Ich empfand dieses erste Force nach 4 Jahren Abstinenz als äußerst gelungen. Klar kleine Kritikpunkte wie der Betonbereich , der lange Shuttleweg, und noch ein paar andere Kleinigkeiten gibt es zu bemängeln. Auf der anderen Seite war der Sound mega gut, dad LineUp war gut durchmischt und war für mich der Knaller wie Architects Kreator. Positiv muss Ich auch die Organisation erwähnen. Wasser in Hülle und Fülle. Man konnte überall genug Wasser oder Bier ;) finden und auch die einigen Badebereiche waren ein Segen. Nächstes Jahr def. wieder hin ! Coole Leute findet man meist schnell auf dem Force. Grüße an die Nachbarn die schon ihr 23!!!!!. Force verbracht haben. Ihr seid gestört aber mega

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