Beim Reeperbahn Festival geht’s um die Musik

News am 29. September 2016 von Claudia

reeperbahn festival 2016Inmitten überfüllter Irish Pubs, Sex Shops, plärrenden Clubs, Neonlichtern und Junggesellengruppen hat sich letztes Wochenende für vier Tage die Musikszene angesiedelt, um die neusten Töne der nächsten Monate und vielleicht Jahre zu hören und live zu sehen. Am Freitag und Samstag war ich vor Ort und habe hier meine Highlights zusammengefasst.

Festivalhopperine Claudia berichtet vom Reeperbahn Festival 2016.

Das Reeperbahn Festival beginnt üblicherweise mittwochs und endet bereits am Samstag. Zentrum des Ganzen ist der Spielbudenplatz an der Reeperbahn. Zeitgleich findet für die Professionals der Musikszene eine Konferenz statt – darum tragen alle Namensschilder um den Hals, im Falle, dass sie jemand darüber gewundert haben sollte.

Reeperbahn-atmoZwei Dinge machen, aus meiner Sicht, das Reeperbahn Festival zu etwas Besonderem: die Locations zum einen und zum anderen natürlich die Musik. In mehr als 70 verschiedenen Clubs, Bars und Konzerthäusern in spielen während der Festivalzeit über 450 verschiedene (Newcomer-)Acts in und rund um St. Pauli. Von der kleinsten Spelunke bis zum fahrenden Schiff ist jede Räumlichkeit vertreten, die Platz für eine Bühne bietet. So läuft man kreuz und quer durch das Quartier, mitten durchs Nachtleben der Reeperbahn und hat die Chance die Vielfalt der Hamburger Clubszene an einem bis vier Abenden kennenzulernen. Von legendären Clubs wie Indra, Große Freiheit 36, Übel und Gefährlich und Molotow haben viele Nicht-Hamburger bereits gehört. Unbekannt war mir der Club „Mojo“, eine kleine Perle unter den Tanzenden Türmen gelegen. Beim Eintritt wird man wahrlich von der Erde verschluckt in dem man durch die aufgeschlagenen Flügeltüren, die in die Erde gesetzt wurden, geht.

Was beim Reeperbahn Festival im Vordergrund steht, ist letztendlich die Musik. Das waren meine fünf Highlights:

reeperbahn-grosse-freiheitVON WEGEN LISBETH

Die fünf Berliner Jungs sind die Band des Sommers und so langsam auch deutschlandweit eine richtige Nummer. Ihre Konzerte sind bereits wochenlange ausverkauft. Mit ihren recht einfachen Melodien fallen sie musikalisch nicht weiter in der neuen Indiewelle auf, allerdings stechen sie durch ihre cleveren und absolut gegenwärtigen Texte heraus. So prangern sie in „Lina, ich will dein Sushi gar nicht sehen“ die oberflächliche Instagram beschönte Welt an und in „Cherie“, dass man doch den Moment mal ohne sein Smartphone genießen sollte. Am Freitag spielten sie ihre aktuelle Show in der Großen Freiheit 36 und schafften es das gesamte Venue komplett zu füllen und vor allem zu begeistern.

BRONCHO

broncho-reeperbahn-2016Broncho spielten Freitagnacht im Molotow, einem recht verschachtelten Tanzclub am Ende der Reeperbahn. Es war dunkel, sehr heiß und auch sehr laut. Trotz der Umstände hat sich der Auftritt am meisten in meine Erinnerung gebrannt. Im Prinzip haben sie nacheinander alles runtergespielt, was sie so hatten, haben kein Ton gesagt, viel geschwitzt und mich damit trotzdem komplett in ihren Bann gezogen. Musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen Pop, Punk und New Wave und ist vor allem sehr gitarrenlastig.

TIGGS DA AUTHOR

Bei Tiggs Da Author wusste ich gar nicht so recht, was mich erwartet. Doch da sein Auftritt im Mojo (super Club) stattfand und ich bis zu Abfahrt der MS Claudia (die dann schon längst losgeschippert war, wie ich später herausfand), Zeit hatte, bin ich bei seinem Auftritt gelandet. So viel gute Laune, Energie und Spaß auf der Bühnehabe ich schon lange nicht mehr erlebt! Seine Musik bewegt sich irgendwie zwischen Hip Hop, Soul, afrikanischen Einflüssen und Motown. So wild, wie das klingt, hört es sich auch da. Ich bin mir recht sicher, dass der 25-Jährige Londoner spätestens nächstes Jahr ziemlich weit oben in den Charts stehen wird.

Get-well-soon-reeperbahn-2016GET WELL SOON

Get Well Soon hatten sicherlich den größten Namen auf dem Festivalplakat, zumindest in der Indieszene. In der Großen Freiheit 36 spielten sie das Abschiedskonzert ihrer aktuellen Love-Tour.

Das Konzert war das Must-Have in der Festivalplanung und hat sich auf jeden Fall gelohnt, allein um das wunderbare Love-Album live zu erleben. ich bin gespannt, was die Band als nächstes plant.

THE BEATLES

reeperbahn-beatles tourRund um die Reeperbahn fühlt man die Musik der Beatles irgendwie allgegenwärtig. Gut erleben und hören kann man das auch, wenn man Stefanie Hempel auf ihrer Tour durch St. Pauli begleitet. Die “Beatles Tour” war im Festivalticket inbegriffen und fand bereits zum 11. Mal statt. Während der Tour läuft man die wichtigsten Wirkungsstätten der Beatles ab und erfährt viel über den Beginn ihrer Karriere, die maßgeblich in Hamburg ihren Ursprung hatte. Begleitet wird das Ganze mit der Ukulele und den größten Hits der Liverpooler. So eine Tour sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen, wenn man Hamburg besucht und Beatles Fan ist.

Im nächsten Jahr findet das Reeperbahn Festival übrigens vom 20. bis 23. September 2017 statt.

Lesenswerte Vorschau 2016: “Alles, was du zum Reeperbahn Festival 2016 wissen musst“.

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