SAP Ilmenau rockte – ein Bericht

News am 21. Oktober 2009 von Yoda

SAP-008_ENG1196Gestern Abend .. feierte Robbie Williams sein Comeback in London .. während im thüringischen Ilmenau die SAP, die Semesteranfangsparty auf dem Programm stand. Boppin’B verwandelten dort den Saal in eine heiße Tanzhalle, Mutabor machten viel Wind um .. eine ganz anständig bis mitreißende Show und Maila konnten zuvor ihr Können leider nur einem kleinen Publikum präsentieren. Das Bier gab’s für zwei Euro, Tequila Sunrise für zweifuffzich. Kurz nach Sonnenuntergang ging’s los.

Von der ilmenauer SAP 2009 berichten die Festivalhopper Yoda und Aljona (Fotos).

Gewöhnlicherweise starten die Partys in Ilmenau wohl immer etwas später, denn obwohl Einlass ab 19:30, war es bis zirka zehn Uhr eine doch recht übersichtliche Veranstaltung. Schade war das besonders für die beste Gitarrenband des Jahres (wir berichteten). Maila wussten zwar zu überzeugen, jedoch nur vor einer Handvoll Leute. Frontfrau Jessi ließ sich zwar nix anmerken, hätte aber sicherlich gern auch ein paar mehr Leute gerockt.

Maila SAP-001_ENG0914 Maila

Nach einer kurzen und schnellen Umbauphase kommen Boppin’B auf die Bühne und mit ihnen das Publikum in die Halle. Nach anfänglichen technischen Soundproblemen -„das ist wie wenn man bei Glatteis Auto fährt“, so Didi der Kontrabassist- krachte der Boppin’B Zug los und nahm alle mit! Rock’n’Roll Radio heißt ihre aktuelle Platte und das Lebensgefühl an dem sie uns teilhaben ließen. Bei den rhythmischen Rockabilly Songs blieb kein Fuß still stehen und bei den Balladen kaum ein Mädchenauge trocken. Letztere waren übrigens Balladen „die nur ein Mann singen kann“.

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Für den Fall dass sich das Publikum einmal nicht zu Gefühlsäußerungen hinreißen ließ, hatten die Jungs Pappen dabei auf denen so etwas „toben“ oder „kreischen“ zu lesen war. Besonders hilfreich war dies als Saxophonist Frank die etwas ruhigeren Töne anspielte. Die Massen folgten, mussten aber eigentlich nicht extra animiert werden. Allen bisher ahnungslosen wurde zudem noch sehr schnell beigebracht, dass „Scheisskapelle“ die einzig richtige Antwort auf die Frage „Do you feel alright?“ sein kann.

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Beim Blick durchs Publikum fiel auf, dass die Tweeties vom Ilmenauer Rock’n’Roll Verein sich entweder gut versteckt hatten oder gar nicht anwesend waren. Passend dazu gab’s ein Rockabilly Cover des Genesis Songs I can’t dance. – Und fast wie zum Ausgleich gab die Band ein paar kleinere akrobatische Einheiten zum Besten. Vom lockeren Sprung auf die Bass Drum bis zum Gitarristen-auf-den-Schultern ließen die Boppin’B-Herren kaum etwas aus. Man glaubt auch gar nicht in was für Positionen es noch möglich auf dem Kontrabass zu spielen. Unmöglich festzustellen ob das Publikum oder die Band selbst mehr Spass an diesem Auftritt hatten.

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Boppin’B entpuppten sich nicht nur als Vollblutmusiker, sondern auch als grundsymphatische Jungs. Im Gespräch nach dem Konzert erfahren wir, dass es sich bei Boppin’B eigentlich um eine aschaffenburger Schülerband handelt. Einzig der Sänger wäre noch nicht so lange mit dabei, nämlich erst seit 15Jahren! Den Fahrdienst nahmen sie übrigens nicht in Anspruch „es ist ja nicht weit“ – so kamen die fünf Rock’n’Roller vom Hotel zu Fuß zu ihrem eigenen Konzert. Boppin’B waren und sind übrigens auch auf einigen größeren Festivals unterwegs, nur nicht um jeden Preis: „Das Taubertal haben wir abgesagt“, so ein Mitglied der Band – „meine Frau bekommt so schlecht Urlaub und der nächste fällt direkt auf den Festivaltermin“. Man muss eben manchmal Prioritäten setzen. Wir finden’s gut und bedanken uns für den Besuch in Ilmenau. Boppin’B waren unsere Band des Abends.

Zur SAP 2015 werden erneut Boppin’B erwartet – am 22.Oktober 2015 steigt die Party!

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Der Mutabor Auftritt begann im Dunklen während uns nichts anderes als Musik von The Prodigy entgegen jagte. Dann betrat die Band mit Stirnlampen bewaffnet nach und nach die Bühne.. bis es plötzlich hieß: Licht an und Blockflöte ab! Es folgten knapp zwei Stunden unverwechselbarer deutschsprachiger FolkPunk oder wie es die Band gern selbst nennt: Blockflötenpunkrockfolk. Sänger Axel trat im hautengen knallrotem Trainingsanzug auf. Der war auch spätestens bei der Trampolinnummer gegen Ende auch ganz nützlich. Auf ihrer Comebacktour präsentieren sich Mutabor nach wie vor frisch und kreativ.

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Umrahmt wurde er von Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist, sowie von zwei Mädels links und rechts aussen. Helen bereicherte den Sound um Klangflächen mittels Violine und Anita liefert wohl den Grund für den Blockflöteanteil in der Musikstilbezeichnung. Ausserdem beherrscht sie aber auch noch das Saxophon, die Klarinette sowie das Akkordeon. Ein ganz und gar nicht langweiliger Auftritt war also vorprogrammiert.

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Etwas aufwendigeres Licht und ein klein wenig Pyrotechnik hatte die Band ausserdem dabei. Doch was war das? Die visuals waren bei Boppin’B und Maila deutlich besser, abwechslungsreicher. Mit dem Verdacht dass die VJs von reply2all (die den Abend visuell gestalteten) entweder mittlerweile zuviel getrunken- oder die Wirkungen irgendwelcher bewusstseinserweiternderer Substanzen zu sehr nachgelassen hatten, schien eine Begründung gefunden. Erst im Nachhinein erfuhren wir, dass Mutabor sein eigenes Visuals- und Licht-Personal dabei hatte. Von reply2all hatten sie wohl vorher noch nichts gehört, schade eigentlich.

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Als die Stimmung am Höhepunkt schien, schickte Sänger Axel ein Schlauchboot über die Köpfe des Publikums auf Reisen. Ausgestattet mit einem Freiwilligen und dem Wunsch dass es doch zurückkommen solle. In den hinteren Rängen sank das Boot aber und wurde danach nicht wieder gesehen. Verletzte gab es unseren Informationen nach keine.

Musikalisch-emotional war das Mutabor Programm gut durchmischt. Von Weisheiten à la möglichst aggressiv und brutal zu leben bis hin zu ruhigeren Tönen war alles dabei. Das Publikum hatte schnell die Partytauglikeit erkannt, auch die von Violine und Klarinette.

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Davor, dazwischen und nach den Livebands gab’s Musik von DJ Paulus (bc-club Resident). Nach dem Headliner hielt er den Großteil der Leute nicht nur in der Halle, sondern auch in Tanz- und Partystimmung. Wie nahe aktuelle Popmusik an gebrochenen Beats liegen und wie gut beispielsweise Duffy, Fatboy Slim und die Beastie Boys absolut partytauglich zusammenpassen haben wir hier gelernt, bemerkenswert. Ein rundum gelungener Abend, der offensichtlich nicht nur uns viel Freude gemacht hat. Mit Hilfe der ehrenamtlichen Arbeit des ilsc e.V. wird es hoffentlich auch nächstes Jahr wieder eine SAP in Ilmenau geben. Wir wären bestimmt wieder mit dabei.

Robbie Williams plant übrigens keine Comeback-Tour – wer sein Konzert aufgrund der ilmenauer Semesteranfangsparty verpasst hat ;-), braucht nicht traurig sein: Gerade kam die Meldung rein, dass er diesen Freitag, am 23.10.2009, auf dem Vorplatz der Max-Schmeling-Halle in Berlin ein Zusatzkonzert gibt.

6 Kommentare zu “SAP Ilmenau rockte – ein Bericht”

  1. Nummer 1: Duden sagt:

    Rechtschreibung…… uiuiui

  2. Nummer 2: Festivalhopper Yoda sagt:

    was gibt’s denn auszusetzen? „zweifuffzich“? ..sicherlich war da auch noch etwas Restalkohol mit im Spiel, aber so schlimm wirds schon nicht sein, ausser der üblichen Tippfehler..? – ansonsten gilt: Wer Fehler findet darf sie behalten ;-)

  3. Nummer 3: Festivalhopper Yoda sagt:

    Robbie Williams:
    In der Nacht vom 5./6.11. 0:30Uhr Pro Sieben zeigt das „Geheimkonzert“ in Berlin vom 23.10.2009
    In der Nacht vom 7./8.11. 0:00Uhr ZDF zeigt das Comebackkonzert in London vom 20.10.2009

  4. Nummer 4: SAP 2010, willkommen in Raveland! | Festival News sagt:

    […] Frittenbude übernahmen, durften The Jancee Pornick Casino die Halle anheizen. Ähnlich wie im letzten Jahr als Bobbin’B die-Band-vor-der-Band waren, hatte man mit The Jancee Pornick Casino ebenfalls eine echte Partyband eingeladen. Anders als bei […]

  5. Nummer 5: Die SAP 2011 war Gypsy Jewish and Gay! | Festival News sagt:

    […] Wer mehr über die Semesteranfangsparty in Ilmenau wissen möchte, kann auch gern die Berichte über eine völlig ausverkaufte Party 2010 mit Frittenbude und The Jancee Pornick Casino lesen oder über die Party um Boppin’B, Mutabor und Maila bei der SAP 2009. […]

  6. Nummer 6: SAP Ilmenau 2012 mit Mono & Nikitaman! | Festival News sagt:

    […] Achja & übrigens: das ganze Programm kostet für Studenten nur 4€! Weiteres zur SAP Ilmenau hier bei uns und auf http://www.sap-ilmenau.de. Zur Einstimmung gibt’s hier noch die Rückblicke auf die letzten Jahre: “Die SAP 2011 war Gypsy Jewish and Gay!“, “SAP 2010, willkommen in Raveland (Frittenbude, Jancee Pornick Casino)!“, “SAP Ilmenau (2009) rockte mit Boppin’B & Mutabor“. […]

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