Rudolstadt Festival 2022 startet Vorverkauf

News am 13. April 2022 von Yoda

Nachdem das größte deutsche Festival für Roots, Folk und Weltmusik, das Rudolstadt Festival, zuletzt zweimal ausfallen musste, will es nun vom 07. bis 10. Juli seine 30. Ausgabe feiern.

Konkret wird dies auch mit der Ankündigung zum Ticketverkauf, der morgen, am 14.April starten wird. Im Vorfeld der für letztes Jahr geplanten Festivalausgabe verschob man den Ticket-VVK zunächst auch aufs Frühjahr, sagte dann aber das Festival doch noch ab – dieses Mal geht man den entscheidenden Schritt weiter.

Ein Programm mit Musiker:innen aus über 40 Ländern hat man für das Rudolstadt Festival 2022 auf die Beine gestellt, die an mehr als 300 Veranstaltungen beteiligt sein werden. Euch erwarten wie gewohnt Konzerte in der ganzen Stadt, Workshops, ein Kinderfest, Tanz und Diskussionen.

Das Rudolstadt Festival Dauerticket für alle vier Tage und Konzerte an fast 30 Orten der Stadt kostet 120€, Kombikarten inklusive. Das Ticket inklusive Übernachtung auf Zelt- oder Caravanplatz gibt es für 150€. Kinder und Jugendliche von sieben bis 16 Jahren zahlen für alle Ticketvarianten nur die Hälfte. Auch wer im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wohnt, bekommt das
Dauerticket 50% günstiger.

In diesem Jahr wird es allerdings eine REDUZIERTE TICKETZAHL und vorläufig noch 2G geben. Die Zahl der Dauerkarten ist diesmal auf 20.000 statt wie bisher 25.000 begrenzt. Das Festivalteam möchte damit den Besucherstrom entzerren und setzt vorläufig auch noch auf 2G. Die Ticketfreigabe erfolgt darum schrittweise. Bis zum 31. Mai gehen zunächst 75% der Karten als 2G-Tickets in den Verkauf. Am 1. Juni folgt das
restliche Kontingent – je nach aktueller Lage mit oder ohne Beschränkungen. Die zum 1. Juni gegebenenfalls neu festgelegten Voraussetzungen gelten dann auch für die zuvor erworbenen Karten. Man hat sich für dieses Vorgehen entschieden, weil gegenwärtig immer noch keine absolute Planungssicherheit besteht.

„Wir können uns nicht darauf verlassen, dass ein Festival dieser Größenordnung tatsächlich ohne Beschränkungen stattfinden kann. Der schrittweise Kartenverkauf ermöglicht uns, flexibler auf die Situation zu reagieren.“, sagt Festivaldirektorin Petra Rottschalk.

Co-Chefin Simone Dake betont: „Natürlich haben wir mehrfach verschiedene Konzepte geprüft. Das beschriebene Vorgehen halten wir für die sinnvollste Lösung. Von keinerlei Beschränkungen umschwenken zu müssen auf 2G oder 3G wäre deutlich schwieriger und könnte schlimmstenfalls eine erneute Absage bedeuten.“

Das Rudolstadt Festival verkauft seine Eintrittskarten nicht mehr im eigenen Online-Shop, sondern über den Ticketanbieter
TixforGigs. Karten sind als Print@Home-Variante im Angebot oder als Fan-Ticket ähnlich der früheren Form im Postversand. Offline zu erwerben sind die Tickets auch nach wie vor ab 14. April auch bei den Tourist-Informationen in Rudolstadt und Saalfeld, sowie an allen Vorverkaufsstellen von TixforGigs.

So, nun nochmal fix zum Programm:
Zu den bestätigten Künstler:innen gehören der vielseitige US-Sänger und Songwriter Rufus Wainwright, Maria Farantouri, die mit einer Hommage an Mikis Theodorakis und den Thüringer Symphonikern auftritt, The Divine Comedy mit ihrer britischen Pop-Wundertüte, die Dresdner Shooting Stars von
ÄTNA, Goran Bregovic´ & His Wedding And Funeral Band als Galionsfigur des Balkan-Booms, der Kabarettist und Musiker Andreas Rebers, der Stücke des lange geschmähten Liedermachers Franz Josef Degenhardt interpretiert.

Schwerpunkte EX-JUGOSLAWIEN und UKRAINE-KONZERT

Innerhalb des umfangreichen Konzertprogramms mit rund 300 Auftritten setzt das Festivalteam einige besondere Akzente: Der LÄNDERSCHWERPUNKT „TITOS ERBEN“ richtet den Blick auf die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens, die alle mit dem „Erbe“, der Bürde und den langfristigen Folgen von Titos Ein-Parteien-Diktatur umgehen müssen. Unter den zwölf Bands sind Vertreter klassischer Folkklänge, aber auch die Roma-Rap-Band Pretty Loud, die für weibliches Empowerment steht, oder Božo Vrec´o mit einer queeren Interpretation des traditionellen Sevdah, gesungener Liebeslyrik aus Bosnien-Herzegowina. Im Rahmen der Partnerschaft mit der European Broadcasting Union sind 15 Gruppen eingeladen. Das Spektrum reicht von Sámi-Yoik-inspirierten Crossover Sounds bis zu World Jazz aus Tschechien.

Ein „KONZERT FÜR DIE UKRAINE“ möchte Auftrittsmöglichkeiten für ein Ensemble um die Musikerin Mariana Sadovska schaffen. Einige der überwiegend ukrainischen Künstler sind nach Beginn des Krieges aus ihrer Heimat geflüchtet, andere leben schon länger in Deutschland.

Das Herder-Projekt „Flug der Liebe“ ist ein einmaliges Projekt zum Volkslied, dessen Begriff Herder vor rund 250 Jahren geprägt hat. Auf Initiative des Festivals hat sich eine Art All-Star-Band des Deutschfolk-Revivals 2.0 zusammengefunden, geleitet von einem der wichtigsten dänischen Folk-Musiker, dem Geiger Harald Haugaard. In Zusammenarbeit mit dem Musik-Exportbüro Showcase Scotland Expo ist auch ein kleines, aber erlesenes Schottland-Special Teil des Festivalprogramms: Mit Fara, Mànran und Duncan Chisholm kommen drei der gefragtesten Acts der aktuellen schottischen Szene nach Rudolstadt.

Das Rudolstadt Festival, das bekanntlich gute Kontakte in alle Welt pflegt, äusserte sich bereits vor einigen Wochen mit einer offiziellen Mitteilung zu den aktuell dominierenden Ereignissen im Osten Europas:

„Wir sind bestürzt und in großer Sorge über den Krieg gegen die Ukraine. Die ganze Tragweite kann derzeit niemand ermessen, aber das Leid der Menschen geht uns allen nahe. Die russische Invasion ist ein Verbrechen an der souveränen Ukraine, an den Werten der Menschheit, an Freiheit und Frieden in Europa.

Wir trauern mit allen, die Verwandte und Freunde verloren haben, denken an jene, die ihre Unabhängigkeit verteidigen und richten unser tiefes Mitgefühl auf die Ukrainerinnen und Ukrainer, Kinder, Frauen und Männer, die in ständiger Angst vor den anrollenden Panzern und dem nächsten Raketenbeschuss leben oder die auf der Flucht sind. Stündlich sterben Menschen, Hunderttausende suchen Schutz, weil Putin die Ukraine für ihren Wunsch nach Demokratie und einer selbstbestimmten Zukunft bestraft. Es erfüllt uns mit Abscheu und Entsetzen.

Mit Abscheu sehen wir auch, wie Putin dabei sein eigenes Volk schamlos belügt und in Not bringt. Wir fühlen uns darum auch mit jenen Menschen in Russland solidarisch, die sich dem mutig widersetzen und gegen den Krieg protestieren.

Unser Festival steht seit vielen Jahren für Toleranz, Offenheit, kulturellen Austausch und Verständigung. Vor diesem Hintergrund sind wir für das kommende Festival erneut eine Partnerschaft mit der European Broadcasting Union EBU eingegangen. Wie schon 2019 wollten sich darüber auch wieder zwei russische Rundfunkstationen beteiligen. Dazu wird es nicht kommen. Eine Einladung der ursprünglich geplanten beiden Gruppen kam für uns seit Putins Anerkennung eines unabhängigen Donbass nicht mehr in Frage, denn wir wollen staatlichen Institutionen in keinerlei Form ein Forum bieten. Inzwischen haben die russischen Sender ihrerseits die Absicht erklärt, aus der EBU auszutreten.

Es sind dunkle Tage, nichts bleibt davon unberührt. Wir hoffen auf Frieden und ein Ende der Gewalt. So schnell wie möglich!“

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