Bericht Rock im Park 2017 – Wir waren mal dekadent…

News am 10. Juni 2017 von MiriamR

…und machten uns mit dem Zug, auf den Weg nach Nürnberg zu Rock im Park 2017. Nachdem wir die üblichen Schlafquartiere, wie Zelten und Wohnmobil schon mehrfach ausprobiert haben, haben wir uns diesmal für ein Hotelzimmer entschieden. Man wird ja auch nicht jünger.

In Nürnberg am Bahnhof angekommen, müssen wir mit unserem Handgepäck und etwas Fotoequipment nur 200 Meter zum Hotel gehen. Wie haben wir das damals nur immer hingekriegt, mit dem ganzen Zelt-Schlafsack-und-eh-zu-viel-Geschleppe? Für den Sch*** sind wir nun echt zu alt (zur Rechtfertigung, dass wir keine Lust mehr auf’s Zelten haben, auch wenn es sich für echte Festivalgänger so gehört). Wir ruhen uns kurz aus, checken ein und machen uns auf Entdeckungstour in Nürnberg.

Als wir abends wieder am Hotel angekommen sind und wir schon im „Feierabendmodus“ waren, hörten wir aus ein paar Metern Entfernung rockige Live Musik. Kurz entschlossen sind wir den Tönen gefolgt und in der Musik Bar Brown Sugar eingekehrt, in der wir uns zu einer guten Live Cover Band unser Feierabendbierchen gegönnt haben. So kamen wir auch schon mal ein wenig in Stimmung für das anstehende Festivalwochenende. Was will man mehr? Eine Fortsetzung in den nächsten drei Tagen natürlich!

Freitag bei Rock im Park 2017

Am Freitag wird erstmal gemütlich geduscht, gefrühstückt und nochmal geschaut, wie man am besten zum Festival Gelände kommt. Die S-Bahn fährt ca. 7 Minuten, somit ist man grad mal ca. 20 Minuten vom Hotel bis zum Festival unterwegs. Da dauert es bei manchen Zeltplätzen länger um zum Festivalgelände zu kommen.

Nach kurzem Einchecken im Medienzentrum (Treffpunkt für Fotografen und Schreiberlinge) geht’s auf zum ersten Act für uns, Sum41 um 15:30 auf der Zeppelin Stage. Mit dem Song „Fat Lip“ und Rot-Weißem Konfetti bringt die Band das Publikum ordentlich zum Hüpfen und Springen.

Währenddessen haben die Rettungsdienste schon ganz gut zu tun, da es ca. 28°C sind und es nicht wirklich viel Schatten gibt. Viele versuchen sich im Schatten der überdachten Bierstände aufzuhalten.

Weiter geht es mit den Beatsteaks. Mit „Monster“, „Let me in“ und „I never was“ heizen Sie das Publikum richtig ein. Sänger Arnim entdeckt im Publikum ein T-Shirt welches er hervorragend findet „I love my penis“. Ein Tribut an den verstorbenen Motorhead Sänger Lemmy mit dem Song „Ace Of Spades“ ist auch im Song Set dabei.

Den Abschluss für Freitag, auf der Zeppelin Stage, machen die Toten Hosen. Doch zuvor wird noch verkündet, dass es auf dem Schwestern Festival Rock am Ring eine Terrorwarnung gibt und das Festival für Freitag unterbrochen wird. Danach kommt auch schon der Auftritt von den Toten Hosen, mit ihrem Intro und dem Song „Urknall“ geht es gleich ordentlich zur Sache. Danach gibt es dann auch noch ein Statement zur Terrorwarnung von Campino „Wir lassen uns von dem Terror nicht unterkriegen!“.Campino dankt dem Publikum und ist sehr fürsorglich „Die Security ist für euch, nicht für uns“. Bei dem Song „Wie viele Jahre“ werden Fotos von der ganzen Geschichte von den Toten Hosen auf der Leinwand gezeigt.Die Nebelmaschinen haben auch wieder mal viel zu tun, bei „Pushed Again“ ist die die ganze Bühne im Nebel verschwunden. Zu guter Letzt haben Sie auch mal wieder eine kleine extra Bühne mitten im Publikum aufgebaut, auf der sie ein paar weitere Songs zum Besten geben.

Durch die Terrormeldung hat sich der Auftritt ein wenig nach hinten verschoben, sodass man schnell rüber zur Beck’s Park Stage muss, um noch die Gruppe Kraftklub zu sehen.

Kraftklub startet erst relativ sampft mit „Am Ende“, aber dann geht es schon richtig ab mit „Für immer“, wo auf einmal ganz viele Background Tänzerinnen auf der Bühne verteilt sind. Bei nächsten Stück „Ich will nicht nach Berlin“ wird erstmal zum Mitklatschen und tanzen animiert. Die Bühnen Show ist sehr abwechslungsreich, der nächste Song wird nur mit einem Pfeifen-Intro eingeleitet, während die Bühne in Dunkelheit gehüllt ist und mit nur einem Spot beleuchtet wird „Alles wegen Dir“. Dann gibt es noch eine Überraschung, im Hintergrund der Bühne war ein großes „Regal“, hinter einem Vorhang, versteckt, in dem nun die Background Tänzerinnen tanzen.

Aber dann geht auch schon der erste Tag zu Ende. Wir machen uns auf den Weg zurück zum Hotel. Die S-Bahn ist gut gefüllt. Am Bahnhof essen wir noch jeder eine Frikadelle im Brötchen und nehmen uns noch ein Dosenbier mit. Die Getränke und Essens-Preise, auf dem Festivalgelände, sind nämlich mal wieder ordentlich.

Samstag bei Rock im Park 2017

Ein neuer Tag beginnt im Hotel, in Ruhe aufwachen, Duschen, Frühstücken. Eigentlich ganz angenehm, aber an Festival denkt man da am Morgen noch nicht. Es ist halt schon doch etwas anders, wenn man im Zelt oder Wohnwagen, von lauter Musik geweckt wird und täglich den Grill anschmeißt, etc. Aber man wird ja nicht jünger und so ein gemütliches Bett ist auch schon etwas Feines.

Aufi geht es wieder zum Festivalgelände. Diesmal ist das Wetter leider nicht ganz so toll, es gibt einen großen Schauer um die Mittagszeit, aber der ist schnell vorüber und die Sonne trocknet doch recht schnell die nassen Klamotten.

 

 

 

Der erste Act für uns am heutigen Tage ist Airbourne. Der Frontsänger spielt wieder mal sein Prozedere ab. Mit freiem Oberkörper haut er sich im Takt der Musik eine Bierdose solange gegen die Rübe(Kopf) bis die Bierdose keine Lust mehr hat und einfach aufgeht. Das Publikum ist gut gelaunt und hat Spaß daran. Zwischendurch preisen Sie noch ihr neues Album „Breakin’ Outta Hell“ von Ende 2016 an.

Alter Bridge ist direkt danach dran, mit einer ca. 10 minütigen Verspätung geht es los. Um ca. 18 Uhr wird es dann auch immer lustiger im Publikum und Stage Diving ist bei vielen angesagt, sodass die Security gut beschäftigt ist. Man begegnet jetzt auch schon mehr Leuten die schon ein wenig zu tief in den Bierbecher geschaut haben.

Um 20 Uhr gehen wir mal in die Engelbert Strauss Alternarena, wo Schnipo Schranke für das Festival eher ruhige Noten anschlägt. Die Bühnen Show ist schon ausgefallen, mit Lufballons, einem Wolkenbühnenbild und Regenbogenfarbenbeleuchtung fallen sie schon aus dem Rahmen, wie auch mit ihrer Musik, z.B die Lieder „Schrank“ und „Wieder alleine“. Aber der große Teil des Publikums fluktuiert stark. Lange bleiben nur die richtigen Fans.

Bei System Of A Down ist es dann proppe voll. Bei dem Lied „Chop Suey“ singen alle, die den Text nur ein wenig können, mit. Auch bei vielen anderen Songs nimmt man den ein oder anderen Chorgesang wahr und stimmt mit ein, wie z.B. bei dem emotionalen Song „Lonely Day“. Die Stimmung ist ausgelassen, nur schade das es schon wieder so schnell zu Ende ist.

 

Mit Bonaparte in der Engelbert Straus Alternarena schließen wir den Tag ab. Auch wenn für mich die Musik nicht so ganz passt, ist die Bühnen Show echt sehenswert. Kostüme, Aktionen auf der Bühne, Lichtshow und riesige Ballons die ins Publikum geworfen werden. Erinnert einen ein wenig an Deichkind. Das Publikum liebt es und alle sind nur am Springen und Tanzen.

Jetzt endet auch schon wieder der 2te Tag. Aufi geht’s wieder zur S-Bahn. Beim Weg dorthin fängt es auch erst leicht an zu regnen und dann kommt ein wenig Gewitter hinzu. Da ist es dann schon gar nicht so schlecht, dass man im Hotel übernachtet. Die S-Bahn ist wieder gut gefüllt. Am Bahnhof holen wir uns wieder eine Frikadelle im Brötchen und ein Dosenbier. Vielleicht wird dies ja eine Tradition.

Sonntag bei Rock im Park 2017

Der Sonntag beginnt wieder ruhig und gemütlich. Jeden Tag duschen und ausgiebig frühstücken an einem Festival Wochenende ist schon Luxus, auf den man gar nicht mehr verzichten mag, wenn man sich dran gewöhnt hat, nicht wie sonst aus dem Zelt zu kullern, was ja schon irgendwie zu einem Festival dazugehört. Aber es lohnt sich, richtig ausschlafen zu können und sich gut gestärkt auf einen weiteren, schönen aber anstrengenden Festivaltag einzustimmen.

2 Cellos starten um 15:45 mit einem seichten Lied, legen danach aber richtig los. Das Publikum freut es, jubelt laut, klatscht im Takt und füllt teilweise die Instrumentalmusik mit Texten. Hier werden bekannte Rocksongs, wie z.B. „Highway to Hell“ auf zwei Celli und mit Unterstützung von einem Schlagzeuger, gecovert. Da wird dann auch schon mal am Boden auf dem Rücken liegend das Cello gespielt.

 

Verwundert sind wir das auf einmal Liam Gallagher schon um 16:55 spielt, statt erst um 19:55. Er wurde einfach kurzfristig um 2 Timeslots nach vorne verschoben. Die anderen Acts rutschen dadurch einfach jeweils einen nach hinten. Gerade gut gelaunt wirkt Liam nicht, irgendwie zieht er seine Songs, wie Rock’n’Roll Star einfach runter, ohne große Emotionen. Die Pausen zwischen den Songs wirken auch irgendwie länger als bei anderen Bands.

Bei Mallory Knox ist in der Alternarena recht wenig los und in der Halle ist genug Platz für die, meist, weiblichen Fans der Band.

 

 

 

Bastille und The Living End ziehen leider den Kürzeren gegen Rammstein. Rammstein zieht ca. 80% der Besucher an. The Living End ziehen schätzungsweise nur 100 Leute in die Alternarena. Vor der Beck’s Park Stage bei Bastille sieht es schon um einiges besser aus, aber trotzdem eher nach dem harten Kern. Auch hier ist das Publikum eher weiblich und so laut wie damals bei den Backstreet Boys.

Als krönenden Abschluss tritt noch Marteria auf der Beck’s Park Stage auf. Das ganze Areal vor der Stage ist so voll, dass es sogar zum Einlassstop kommt. Es ist ein würdiger Abschluss des Festivals, mit Songs wie „Aliens“ oder „Endboss“ bringt er das ganze Publikum zum Tanzen. Die Bühnenshow ist wieder mal klasse. Zum Lied „Endboss“ werden alle möglichen alten Spieleklassiker gezeigt, unter anderem Mario, Donkey Kong, Californa Games, Pac Man, usw. Da schlägt das alte Gamer-Herz gleich höher.

 

Und Schwups sind die 3 Tage auch schon vorbei. Wir machen uns nochmal auf den Weg zum Hotel. Traditionell holen wir uns am Bahnhof wieder eine Frikadelle im Brötchen und ein Dosenbier. Müde und geschafft fallen wir ins Bettchen. Wieder ein neues Erlebnis, Festival mit Hotelzimmer.

Fazit: kann man so machen, muss man aber nicht!

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