Wacken 2016 – Start am Mittwoch und Iron Maiden am Donnerstag

News am 5. August 2016 von Maddin

Wacken Open Air 2016Zum 27. Mal verwandelt sich das kleine Dorf Wacken im Norden Deutschlands zum Mekka der Metalfans. Die Campingplätze auf dem Wacken Open Air wurden seit Montag schon bezogen und die Zelte im Matsch aufgeschlagen. Am Mittwoch öffneten sich die Tore zum Bullhead City Circus und boten den Early Birds unter den Metalheads die erste Gelegenheit, was auf die Ohren zu bekommen. Durch den dieses Jahr eher gering ausfallenden Matsch kämpften sich am Mittwochabend einige Fans, um sich Bands wie Hämatom, Panzerballett oder den ersten Auftritt von Mambo Kurt auf dem diesjährigen W:O:A nicht entgehen zu lassen.

Foreigner Wacken Open Air 2016Hämatom brachten dieses Jahr im März ihr neues Album „Wir sind Gott“ raus und gaben gestern einige Songs von eben diesem zum Besten. Mit dem Titelsong „Wir sind Gott“ eröffneten sie ihr Konzert und heizten den Fans gut ein. Die Luft im Zelt brannte, Sänger „Nord“ lief die Schminke vom Gesicht und der ein oder andere Fan kassierte im Pit sicherlich das ein oder andere ganz eigene Hämatom.

Der Mittwochabend klang dann mit Mambo Kurt an seiner Heimorgel und anschließender Metal Karaoke im Bullhead City Circus aus. Die Fans wateten durch den Matsch zurück in ihre Camps und genossen die Ruhe vor dem Sturm, bevor das 27. Wacken Open Air am Donnerstag dann endlich in die Vollen ging.

Saxon Wacken Open Air 2016Am Donnerstag eröffnete die Band Skyline traditionsgemäß das Festival und bespielte als erste Band die große Black Stage. Nach einem 45 minütigen Set spielten sie ein Cover des Rage Against the Machine Klassikers „Killing in the Name of“, welcher als „Wake Up Call Wacken 2016“ angekündigt wurde.

Nachdem Skyline die Bühne verlassen hatten, folgte eine halbstündige Umbaupause. Anders als üblich wurde heute vorerst nur die Black Stage bespielt, statt Black und True Metal Stage im Wechsel. Die erste Band auf der True Metal Stage war Iron Maiden, die um 21.30 Uhr auch die zweite der beiden Hauptbühnen bespielte.

Saxon Wacken Open Air 2016Nach der halbstündigen Umbaupause, welche für Shoppen, Essen oder bloß Beine vertreten genutzt werden konnte, traten Saxon auf die Bühne. Sänger Peter „Biff“ Byford freute sich auf dem „greatest Metal festival in the world“ zu sein. Er scherzte, dass seine Stimme vom Festival nicht begeistert ist, da sie ihn während der Ansprachen des Öfteren verließ. Doch nicht nur seine Stimme hatte gelegentliche Aussetzer, auch die Tontechnik versagte für wenige Augenblicke während des Songs „Let me feel your power“. Diese kleinen Vorfälle taten der Stimmung aber keinen Abriss, das Publikum feierte mit der Engländern mit und das Infield füllte sich immer mehr.

The other - Wacken Open Air 2016Doch nicht nur vor den Open Air Bühnen war was los, auch im Bullhead City Circus gaben die Bands alles. „Back to the cemetary“ ging es mit The Other. Die Horrorpunks aus Köln passten nicht ganz in das Metal Schema, welches vom Wacken Festival sonst vertreten wird. Aber die Veranstalter sind jedes Jahr bereit, ihr Angebot zu erweitern. Das Publikum jedoch ist nicht sofort flexibel und verhielt sich beim Anblick der Gruselpunks vorerst verhalten und schaute sie sich erstmal an. Für Punk Rock und Horrorfilm Fans eröffnete The Other die Möglichkeit sich in eine Welt der Zombies und anderer Wesen der Nacht entführen zu lassen.

Für Freunde der ganz harten Klänge kam die Band Vader auf die Headbangers Stage und ließ keine Wünsche offen. Während auf der Black Stage vergleichsweise „sanfte“ Klänge der Band Foreigner zu hören waren, ließen es Vader im Zelt richtig krachen. Den Wacken Fans schien die Härte zu gefallen, denn das Zelt platzte beinahe aus allen Nähten. Saxon Wacken Open Air 2016Die Fans drängten sich an allen Eingängen, um einen Blick auf die Leinwand oder sogar die Bühne erhaschen zu können. Das nächste Mal, wenn Vader nach Wacken kommen, könnten sie durchaus eine der größeren Bühnen bespielen – genügend Fans haben sie.

Als Headliner spielten heute Iron Maiden. Nach 72 Shows auf ihrer „Book of Souls World Tour“ kamen sie in Wacken auf die True Metal Stage, um der Tour ein gebührendes Ende zu setzen. Trotz mehrerer teils heftiger Regenschauer blieben die Fans der Band um Bruce Dickinson treu und feierten sie über zwei Stunden. Mit im Gepäck hatten die sechs Engländer sowohl Songs von ihrem neuen „The Book of Souls“ Album als auch alt bewährte Klassiker, wie „The Trooper“, „Fear of the dark“ und „Powerslave“. Bei der Ankündigung zum Song „Children of the Damned“ scherzte Bruce, dass einige Fans aus dem Publikum jünger sind als ihre Songs. Nichtsdestotrotz wurden die alten Hits textsicher mitgegröhlt. Aufgrund der immer wieder kehrenden Regengüsse schlug Bruce Dickinson vor, sich und die Band „flood brothers“ zu nennen, bevor die Töne zu „Blood Brothers“ erklangen und das Konzert sich dem Ende neigte. Zum Schluss sang die Band mit kräftiger Unterstützung ein Geburtstagsständchen für Bruce, der am Sonntag seinen 58. Geburtstag feiert.

Setlist Iron Maiden:
1. If Eternity Should Fail
2. Speed of Light
3. Children of the Damned
4. Tears of a Clown
5. The Red and the Black
6. The Trooper
7. Powerslave
8. Death or Glory
9. The Book of Souls
10. Hallowed Be Thy Name
11. Fear oft he Dark
12. Iron Maiden
Encore
13. The Number of the Beast
14. Blood Brothers
15. Wasted Years

Wacken Open Air 2016Nachdem Iron Maiden die Bühne verließen, wurde auf der Black Metal Stage ein Farewell to Lemmy Kilimister dargeboten, um dem (in)offiziellen Metalgott zu huldigen, der leider am 28.12.2015 verstarb. Als Folge seines Todes löste sich die Band Motörhead auf und alle bisher angekündigten Auftritte, einschließlich des auf dem W:O:A 2016 wurden abgesagt. Nichtsdestotrotz ist Lemmy omnipräsent auf dem Gelände. Neben Lemmy Statuen und Postern wurde ihm zu Ehren die Night to Remember auf der Black Stage gewidmet. Das berühmte Flugzeug „Bomber“ flog ein letztes Mal über die Bühne, welches Motörhead als festen Bestandteil ihrer Shows in den späten 70ern verwandten. Zeitgleich ertönten einige ihrer Greatest Hits und auf den Bildschirmen wurden Ausschnitte von Live Auftritten gezeigt, unterbrochen durch kurze Infos über die Bandgeschichte. Motörhead legten über 1,5 Millionen Meilen auf Tour zurück und veröffentlichten 22 Studio Alben.

Wacken Open Air 2016Nachdem der letzte Clip über die großen Bildschirme lief, betraten Lemmys Bandkollegen die Bühne und bedankten sich bei den Fans, die sie immer unterstützt haben. Sie forderten die Fans jedoch auf nicht über Lemmys Verlust zu weinen, sondern weiter zu feiern. Trotz dieser Aufforderung blieb kaum ein Auge trocken und die harten Metaller verdrückten die eine oder andere Träne an diesem Abend.

„Der Tod ist unvermeidlich, nicht wahr? Das wird einem bewusster, wenn man in mein Alter kommt. Es macht mir keine Sorgen. Ich bin bereit. Wenn ich sterben muss, dann bei dem, was ich am besten kann. Wenn ich morgen sterben würde, könnte ich mich nicht beklagen. Es war gut.“ – Lemmy Kilmister.

Wacken Open Air 2016 - TarjaNatürlich bläst der Wacken Fan jetzt nicht das ganze Wochenende über Trübsal, sondern freut sich auf die kommenden zwei Tage voller guter Musik, Bier und (hoffentlich) schönem Wetter. Morgen erwartet uns zum einen Tarja, die in der heutigen Pressekonferenz ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert hat und verkündete, dass sie morgen mit Alissa White-Gluz von Arch Enemy ihr Duett „Demons in you“ performen wird. Der Song ist auf Tarjas neuem Album „The Shadow Self“, welches morgen Release feiert. Sie sagte, dass sie den Fans immer etwas Neues bieten will – wir sind gespannt auf ihrer morgige Show.

 

Text: Frauke Papencort, Martin Pöpel

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