Sonniger Start zum Southside Wochenende

News am 21. Juni 2014 von Lucien Streit

Nach ein paar Wölkchen starten wir mit blauen Himmel und strahlender Sonne das Southside Festival 2014. Auch wenn Seeed DER Headliner des Tages ist, geht es zum warm machen zu Jennifer Rostock.

Man könnte ihnen vorwerfen, dass sie zu viel Pop in der Musik haben, aber live ist es wesentlich härter. Natürlich ist Joe der Keyboarer mit am Start, aber ein Großteil der Synthesizer fällt weg. Schon direkt am Anfang merkt man, dass die Frontfrau Jennifer Weist, für mich eine der heißesten Sängerinnen unseres Planetens, die Menge in ihren Bann ziehen kann man. Bei ihrem dritten Lied ging die Sängerin in ihren Fans baden.

Zum Lied „Feuer“ wurden Nina und Vincent aus der Masse auf die Bühne geholt um einen Singwettbewerb zu veranstalten. Der Preis: Freie Auswahl am Merchandise Stand und die Jury war das Publikum. Die erste Strophe und der Refrain ging an Nina, deshalb blieb die zweite Strophe für Vincent über. Es gab für kleine Texthänger Hilfe. Doch die Endscheidung der Fans war stand fest: Den Gutschein bekam Nina, aber der Trostpreis war ein von der Band signierter Drummstick, also auch kein schlechter Fang.

Southside-Freitag-Bonaparte-102Nach der obligatorischen Dose Ravioli zum Mittag stand erholt und gut gesättigt dann das Konzert von Bonaparte an. Die Indie Band macht definiiv Spaß. Auch wenn der Berliner Sänger und Gitarrist Tobias Jundt mit seinen, stränigen, blondierten Haaren mich etwas an Kurt Cobain erinnert hat.

Die Band, die für ihre exzessiven Bühnenshows bekannt ist, versetzt mich immer wieder ins Staunen. Nicht nur, dass der Frontmann keine Chance ausgelassen hat über die Bühne zu toben, sie hatten auch noch drei Tänzerinnen mitgebracht, deren Kostüme mehr als merkwürdig aussahen. Erst trugen sie etwas, was einer riesigen Trockenhaube anmutete, wie man sie vielleicht noch von seiner Großmutter her kennen könnte, dann war es ein Wäschekorb mit langen Fäden dran während sie wie Störche über die Bühne stolzierten.

Mittlerweile war es dunkel geworden. Und mit der Dunkelheit kam die Kälte. Trotz den nur noch 10 Grad hat die Band es geschafft, dass die Leute ihre T-Shirts auszogen und zu „Anti Anti“ über ihre Köpfe schwangen. Man muss ihnen lassen, sie wissen wie man Stimmung macht.

Southside-Freitag-Ed-Sheeran-104Nach dem Konzert wollte ich zu Bosse, aber es hatte sich leider mit Bonaparte überschnitten, sodass ich die zwei letzten Lieder nur über die Leinwand sehen konnte. Das war aber ein guter Übergang zu meinem persönlichem Highlight des Tages, Ed Sheeran.

Vier große Bildschirme waren um ihn herum aufgestellt, sodass man ihn aus verschiedenen Perspektiven sehen konnte. Ein wunderschönes Bild und so wurde auch seine mangelnde Bühnenpräsenz wettgemacht.

Es war eine willkommene Abwechslung zu den beiden doch eher bewegungsfreudingeren Bands vorher. Seine sanfte Stimme nahm jeden für sich ein und schaffte eine unglaublich beruhigende Atmosphäre. Dem rothaarigen Engländer hat es sichtlich Freude bereitet, dass die Leute seinen Hit „A-Team“ komplett im Chor (mit)singen konnten. Entspannt und bereit zu tanzen machte ich mich auf dem Weg zu Seeed. Nur kam ich nicht allzu weit.

Southside-Freitag-Seeed-103Gefühlt waren hier auch alle anderen Festivalbesucher, es war schon nicht leicht einen Platz zu bekommen. Aber es war gut, sehr gut.

Die komplett synchronen Bewegungen der Sänger haben die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung zum Eskalieren gebracht. Die Leute wollten feiern und das konnten sie auch. Alle großen Lieder von den Berlinern wurden gespielt.

Als sie angefangen haben die Lieder der Solozeit von Peter Fox zu spielen, haben sie sogar Cold Steel, sprich die Leute an den Trommeln mit den Affenmasken auf die Bühne geholt, die zeigten, wie gut sie mit ihren Sticks umgehen konnten. Sie haben es geschafft, dass bei ihren Songs keiner mehr still stehen konnte.

Nach Seeed gab es keine Pause und ab zu Fettes Brot.

Southside-Freitag-Fettes-Brot-101Die drei Hamburger kamen leider nicht ganz an die Stimmung ihrer Vorgänger heran, dafür hatten diese zu gut vorgelegt. Was sie spielten war ein gelungener Mix aus alten und neuen Liedern.

Trotz der  fortgeschrittenen Stunde haben sie bei „Nordisch by Nature“ die Menge in einen Hexenkessel verwandelt.Alle Leute haben mitgesungen und als I-Tüpfelchen wurden riesige Ballons in die Menge geworfen. Diese hielten leider keine zwei Songs durch, da sie der aufkommende Wind sofort wieder wegtrug.

Southside-Freitag-Crowd-133Es war ein sehr guter Start ins Festivalwochenende, obwohl ich mir selbst gewünscht hätte, dass die letzten beiden Bands nicht direkt hintereinander gespielt hätten, da beide Gruppen wirklich sehr gut sind, aber es dann den „Broten“ nicht ganz gerecht wurde.

Völlig erschöpft aber glücklich ging es nun endlich zurück zum Zelt, noch das letzte Feierabend-Bier mit Freunden getrunken und dann voller Vorfreude auf morgen ab in den Schlafsack.

Das Southside gibt es auch per Livestream, TV oder Radio.

Text: Sebastian Schütte

Bilder: © Lucien Streit

2 Kommentare zu “Sonniger Start zum Southside Wochenende”

  1. Nummer 1: Samstag beim Southside Festival sagt:

    […] haben jetzt das perfekte Sommerfeeling mit knackigen 26 Grad. Angenehm also für alle […]

  2. Nummer 2: Hurricane & Southside Vorverkauf 2015 sagt:

    […] Auf das gerade zu Ende gegangene Festivalwochenende blicken wir mit vielen Fotos und zahlreichen Berichten zurück – die ersten sind bereits online: “Warum eigentlich keine Pferdetränke? – Der Hurricane Freitag 2014” und “Sonniger Start zum Southside Wochenende“. […]

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