First We Take Berlin Festival – Die Newcomer von Tag 2

News am 7. September 2013 von Hannes

fwtb 2013 logoWir befinden uns inmitten der Berlin Music Week 2013 – Konferenz am Tage und jede Menge Konzerte am Abend. Die Newcomer stapeln sich in diesen Tagen in der Hauptstadt aufs Schönste. Unter anderem beim First We Take Berlin Festival, dass am 4. und 5. September taufrische Acts aus aller Herren Länder kredenzt.

Wer am Mittwoch schon Berlin eingenommen hat, erfahrt ihr hier. Nun liefern wir Nachschub zu den Künstlern, bei denen wir am zweiten Abend mal reingeschaut haben.

2 Tage pures Festivalerlebnis für einen schmalen Taler (15 Euro). Das Programm und der Preis überzeugten viele Musikliebhaber und so waren auch am Donnerstag die Clubs wieder gut gefüllt.

Hannes on tour

sebastian lind by aske rifMein Abend startete um 20:40 Uhr im FluxBau, welcher am schönen Spreeufer liegt. Ein Däne hatte sich für eine 30-minütige Show angekündigt. Sein Name ist Sebastian Lind, schätzungsweise Mitte/Ende 20, smarter Typ und atemberaubende Stimme. Könnte glatt mit Justin Timberlake mithalten, soviel schon mal vorweg gesagt. Im Schlepptau hatte er seine kleine Band, welche aus einem Drummer und einem Gitarristen/Mann an dem Sampler/Controller bestand. Sebastian Lind glänzte mit starker und abwechslungsreicher Stimme und skills an den Keys. Sein Sound ist sehr modern, geht in die Indie-Pop-Richtung. Größtenteils kamen schnellere Tracks zum Tanzen durch die Boxen geschallt, aber zwischendurch gab es einen kleinen Break und Sebastian packte einen sehr ruhigen, minimalistischen und melancholischen Track aus. Das Publikum nahm den Sound sehr gut an und applaudierte zurecht lautstark. Das Konzert passte sehr gut in die gemütliche Location.

Vom FluxBau ging es dann weiter ins Astra Kulturhaus. Ein kleiner Fußmarsch (ca. 15 Minuten) bis dahin war ganz entspannend. Zack über die Oberbaumbrücke, vorbei an der S-/U-Bahn-Station Warschauer Straße, wo Straßenmusiker ihr Publikum fesselten, und angekommen am sogenannten “Techno-Strich” (hier reihen sich einige Technoclubs aneinander). Das Astra ist eine sehr große Location. Bekannte Bands spielen hier regelmäßig, es immer was los dort. Leider war meiner Meinung nach die Location nicht ganz passend gewählt für ein kleineres Festival, wie es das FWTB nun mal ist. Um den Laden voll zu bekommen, braucht man schon einige hundert (schätzungsweise 1500?) Besucher. Snakehips spielten dort ein feines Hip Hop-Set vor leider nicht allzu vielen Besuchern. Wie gesagt, war die Location ein wenig zu groß für den Anlass, atmosphärisch demzufolge nicht so gut. Nichtsdestotrotz spielten die beiden Jungs von Snakehips ihr Set mit Freude. Eine gute Mischung aus 90s Rap und R’n’B gab es zu hören. Viele Samples wurden in der Musik verarbeitet, den ein oder anderen Sample konnte ich dann sogar erkennen, für mich sowas wie eine kleine musikalische Schatzsuche bzw. Schnipseljagd.

Danach machte ich mich auf den Weg zum Bi Nuu, wo ich bereits am Mittwoch schon zu Moko gewesen war. Um die Ecke gebogen, und was sehe ich? Eine relativ lange Schlange, das heißt dann wohl einige Minuten anstehen. Ok, verständlich, denn Die Orsons spielen gleich. In Hip Hop-Kreisen nicht mehr so unbekannt die Guten. Sie spielten dieses Jahr einige Festivals, sind gerade dabei richtig durchzustarten. Ich habe sie letztes Jahr schon einmal in Görlitz live gesehen und war sowas von positiv überrascht. Showtechnisch sehr unterhaltsam und musikalisch weit weg vom 0815-Gangster-BlaBlaBla-Rap. Mit Witz und Wortgewandheit konnten sie mich “damals” überzeugen. Im Club war es schon sehr voll, alle warteten auf die vier Jungs. Leider hatten sie wahrscheinlich vergessen mal einen ordentlichen Soundcheck am Nachmittag zu machen, also bevor das Publikum da ist. So verzögerte sich der Auftritt um viele Minuten. Nach 30 Minuten Warten hatte ich dann keine Lust bzw. Zeit mehr, denn ich wollte unbedingt kurz vor 0 Uhr im Chalet sein. Schade, die Orsons dann doch nicht gesehen. Aber zum Glück spielen sie morgen noch mal in Berlin, nämlich beim Berlin Festival auf der Mainstage.

tourist 2013Warum ich unbedingt ins Chalet wollte? Weil dort für 0 Uhr ein gewisser junger Mann namens Tourist angekündigt war. Auf ihn bin ich durch sein Boiler Room Set aufmerksam geworden, hat mich sozusagen geflasht. Für mich war dieser Auftritt gestern mein persönliches Highlight des First We Take Berlin Festivals 2013. Der junge Londoner spielte feinste elektronische Musik live. Mit live meine ich wirklich live. Das heißt er hat nicht nur seine Clips/Samples per Knopfdruck runtergerattert (so wie einige DJs und Artists), sondern mit Keyboard, Controller und Effektgerät gearbeitet. Herausgekommen ist ein Sound zwischen 2Step, House und Electro-Pop. Das Publikum ging gut mit und tanzte fleißig und ausgelassen. Ebenso wenig stillstehen konnte Tourist hinter seinem Equipment, ihn packte auch das Tanzfieber. Sein allererster Gig in Berlin war ein voller Erfolg. Ich hoffe, dass es von Tourist in Zukunft noch einiges zu hören und sehen gibt.

Bild 2 (Tourist) by Aske Rif 

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