Willkommen zurück im Mekka des Heavy Metals, Willkommen zurück beim Wacken Open Air. Bereits am letzten Sonntag pilgerten die ersten Headbanger in das kleine Dorf in Schleswig Holstein. Dieses Jahr feiert das Festival ein Jubiläum denn, es ist schon 35 Jahre her, dass zum ersten Mal die Verstärker auf den Feldern von Wacken aufgedreht wurden. Damals war alles noch sehr klein, bereits wenige Jahre später war das Festival weltweit bekannt und gilt als Sehnsuchtsort für Metalheads aus allen Kontinenten.
Nachdem auf den kleinen Bühnen vor dem eigentlichen Infield bereits seit Sonntag Programm geboten wird, öffnen sich Mittwoch endlich die Tore vor den großen Bühnen. Zwar wird nur eine der beiden großen Bühnen bespielt, aber das stört die Fans nicht weiter. Ab Mittags füllt sich das Infield langsam. Spätestens zu The Butcher Sisters ist es dort brechend voll. Zu Recht! Denn die Mannheimer reißen richtig ab. Die Mischung aus Hardcore, Deutschrap und Metal passt perfekt in das Lin-up, das ja eigentlich doch aus zum größten Teil aus klassischem Metal und Rock besteht. Auch wer mit der Musik nicht viel anfangen kann, wird von der Show einfach mitgerissen. Besonders Shouter Nicklas Stroppel hüpft und springt wie ein verrückter über die Bühne. Kennt keine ruhige Minute. Ein perfekter Einstieg in das Festival!
Auf dem Weg zurück zum Campingground versperrt uns plötzlich eine riesige Polonaise den Weg. Dahinter spielt eine Blaskapelle The Final Countdown. Wir sind wohl über Blaas of Glory gestolpert. Die niederländischen Jungs sind mittlerweile von vielen Festivals bekannt. Sie spielen Rock und Metalklassiker mit Instrumenten eines Spielmannszugs. Die Wacken-Fans sind ja schon seit vielen Jahren die Wacken Firefighters gewöhnt und eskalieren auch bei Blaas of Glory. Innerhalb kürzester Zeit bildet sich ein riesen Moshpit mitten auf dem Infield. Wer vorbei möchte muss erstmal warten bis der Song vorbei ist.
Nach einer kurzen Pause stehen wir wieder vor der Faster Stage und sind gespannt wie gut sich Electric Bassboy in das Line-up einfügt. Dies ist ein Projekt von Electric Callboy bei dem sie Metal-Songs in ein DJ-Set mit Techno Beats verpacken. Neben ihren eigenen Songs wie
„Pump it“ oder „We got the moves“ covern sie auch Slipknot, Metallica und System of a Down. Die Elektromusik ist definitiv ungewohnt auf diesem Festival, dass ja eigentlich von Elektrischen Gitarren und konventionellen Schlagzeugen beherrscht wird. Den Fans gefällt es allerdings, denn vor der Bühne bleibt kein Platz frei und auch der hintere Teil des Infields ist gut gefüllt. Trotzdem fühlt sich das Ganze eher wie ein Fremdkörper im Festival an. Ihre Haupband passt wesentlich besser.
Gegen 22:00 Uhr versinkt die Sonne hinter den Campingplätzen und die Zeit des ersten Headliners ist gekommen. Zehntausende Metalheads sichern sich ihren Platz vor der Faster-Stage. Wer keinen Platz mehr im Infield bekommt, versucht von den Essensständen aus einen guten Blick auf die Bühne zu erhaschen. Dann geht es endlich los: „Willkommen in Gagamania, der Irrenanstalt“. Hämatom betreten die Bretter der Wacken-Welt mit Zwangsjacken und Masken. Mit ihrem Song „Gaga“ und einer Cover-Version von Marteria: „Kids (2 Finger an den Kopf)“ eröffnen sie die Show. „Bleibst Du heute mit wir wach?!“ „Wacken, könnt ihr blasen?!“ Frontmann Thorsten „Nord“ Scharf fordert seine Anhänger heraus und stimmt den Klassiker „Alte Liebe rostet nicht“ an. Einen kurzen Gastauftritt hat dann auch Alea von Saltatio Mortis. Gemeinsam preformen sie „Erzähl es meinen Mittelfinger“. Hämatom zeigen das sie zurecht auf der großen Bühnen stehen und die Fans mitreißen können.
Nun gilt es, Abschied zu nehmen. Nicht nur vom ersten Festivaltag sondern auch von den Rock’n’Roll Ikonen von Rose Tattoo. Bereits vor zwei Jahren haben die Australier um Sänger Angry Anderson beschlossen, dass zum 50. Band-Jubiläum Schluss sein soll. Ohne großes Intro betritt die Band die Bühne, schnappt sich ihre Instrumente und haut dem Publikum über eine Stunde Hardrock um die Ohren. „Nice Boy (don’t play Rock’n’Roll)“ und „Astra Wally“ beenden diesen Abend, den wir gut gelaunt, aber auch mit etwas wehmut beenden. Denn mit Rose Tattoo hat vielleicht nicht eine der ganz großen Bands ihre Karriere beendet aber eine, die über Jahrzehnte Konstant abgeliefert und sich selbst immer treu geblieben ist.
Morgen startet das Festival dann richtig durch und hat in den nächsten Tagen noch einige Klassiker, aber leider auch weitere Abschiede zu bieten.

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