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Von Gluthitze bis Regenguss, von Thrash bis Folk – das Rockharz 2026 bot alles

News am 28. Juli 2026 von Florian

Nach langem Warten ging für uns eines unserer absoluten Lieblingsevents in die nächste Runde. Willkommen beim Rockharz Festival 2026! Vor der gewaltigen Kulisse der ikonischen Teufelsmauer auf dem Flugfeld in Ballenstedt durften wir auch dieses Jahr wieder ein unvergessliches Fest mit euch feiern.
Um dem großen Ansturm zuvorzukommen, sind wir am Dienstag so früh wie möglich gestartet.

Dank der perfekt ausgewiesenen Routen lief die Anreise erstaunlich reibungslos. Wie schon in den Vorjahren öffnete das Team die Campingflächen bereits vor dem offiziellen Startschuss um 12 Uhr. Nach einem schweißtreibenden Pack-Wochenende bei über 40 Grad fühlten sich die unter 30 Grad vor Ort fast schon erholsam an – auch wenn wir die Harzer Sonne prompt unterschätzten und direkt mit dem ersten Sonnenbrand aufschlugen. Zur Mittagszeit stand unser Zelt, die erste Dose Bier war gezischt und wir machten uns auf den Weg quer über den Platz, um alte Freunde zu suchen und auf den Auftakt einer großartigen Woche anzustoßen!

Festival-Mittwoch

Was für ein Auftakt! Als Opener haben Heavysaurus direkt bewiesen, dass Metal absolut keine Altersgrenze kennt. Der Veranstalter hatte für die Kleinsten sogar ein eigenes, gesichertes Areal direkt vor der Bühne eingerichtet. Unzählige freudige Kids mit Gehörschutz und Begleitpersonal durften hier in der allerersten Reihe völlig ausrasten. Trotz der brennenden Mittagshitze war der Platz vor den Bühnen schon beachtlich voll, und die Dino-Rocker gaben sich gewohnt publikumsnah und bestens aufgelegt. Neben der Show gab es für die kleinen Fans sogar eine exklusive Backstage-Autogrammstunde. Und auch wir im Fotograben konnten an diesem Nachmittag gar nicht anders, als bei Hits wie „Kaugummi ist mega“ aus voller Kehle mitzufeiern – was für ein riesiger Spaß!

Nach dem bunten Auftakt ging es mit Soulbound spürbar düsterer und kräftiger weiter. Musikalisch nah an Größen wie Lord of the Lost angesiedelt, lieferten die Jungs eine mitreißende Mischung aus Härte und Gothic-Vibes. Visuell setzte die Band im späteren Teil ihres Sets mit einer feinen Lasershow echte Ausrufezeichen. Das absolute Highlight war jedoch die unbändige Spielfreude: Das Dauergrinsen von Frontmann Johannes „Johnny“ Stecker war von der ersten Minute an absolut ansteckend. Vor lauter Interaktion mit dem Publikum kam er aus der guten Laune gar nicht mehr heraus – ein bärenstarker Auftritt!
Bei Harakiri for the Sky geriet unsere Vorstellungskraft kurz ins Stolpern: Schließlich hatten wir bei dem „Sky“ im Bandnamen bisher immer einen tiefschwarzen Nachthimmel vor Augen! Das atmosphärische Post-Black-Metal-Konstrukt nun bei strahlendem Tageslicht zu erleben, war also ein spannender Kontrast. Das melancholische Konzept ist sicher keine leichte Kost für jedermann, und der Sänger versank während des Sets vollkommen in seiner eigenen Welt. Die treue Fanbase vor der Bühne feierte diese intensive, mystische Stimmung jedoch ausgiebig.
Mit den Schweden von The Haunted gab es im Anschluss die volle Breitseite schwedischen Präzisionshandwerks. Stabil, rotzig und kompromisslos brachial rollte ihr Mix aus Thrash und Melodic Death Metal über den Platz. Technisch auf absolutem Spitzenniveau servierte die Truppe messerscharfe Riffs und unerbittliche Grooves, die einfach keine Gefangenen machten. Auch wenn der Auftritt weniger von großen Gesten lebte, war die Energie auf und vor der Bühne schier greifbar – ein drückender, gewaltiger Soundteppich, der das Infield ordentlich durchgeschüttelt hat.
Während wir im Lager kurz die Akkus aufluden und den Schatten suchten, feierten die Fans vor den Bühnen munter weiter: Zunächst brachten die finnischen Folk-Metaller von Ensiferum die Menge mit ihren epischen Melodien und Folk-Hymnen zum Toben, bevor Paradise Lost mit melancholischem Gothic-Pioneer-Sound für eine wunderbar düstere Stimmung in der Nachmittagssonne sorgten.

Bei Black Label Society war ich vermutlich der allerletzte Metalhead auf dem Platz, der erst an diesem Abend gelernt hat, wie genial diese Truppe ist. Schon im Vorfeld meinten unsere Freunde fast fassungslos: „Das DARFST du dir auf keinen Fall entgehen lassen!“ Sie behielten recht. Die US-Legende rund um Gitarren-Ikonen-Schwergewicht Zakk Wylde lieferte als Co-Headliner eine absolute Machtdemonstration ab. Bereits das Intro – ein Remix-Einspieler von „War Pigs“ – spannte gekonnt den Bogen zu Ozzy Osbourne. Auch zog sich dieser zeitlos-ehrliche Hard-Rock- und Heavy-Metal-Vibe wie ein roter Faden durch die gesamte Show, inklusive mitreißendem Ozzy-Cover. Ein absolutes Highlight war auch, mit welch konsequent guter Laune der Bassist auf den quietschbunten Saiten seines Instruments herumtrommelte. Was für eine verdammt solide Überraschung!

Den krönenden Abschluss des ersten Konzerttages übernahmen Helloween – und bewiesen eindrucksvoll, dass sie auch nach über 40 Jahren Bühnenpräsenz kein bisschen leise geworden sind! Mit teils vier Gitarren und zwei bis drei wechselnden Sängern gleichzeitig wirkte die Bühne beinahe übervoll, lieferte aber eine absolute Power-Show voller zeitlosem Hard Rock und Power Metal. Bildgewaltige Animationen auf den riesigen LED-Panels im Hintergrund schickten leuchtende Kürbisse und Sagenwelt-Motive weit über das Festivalgelände. Die Hanseaten blieben konstant auf Tuchfühlung mit der Menge und schwärmten selbst: „Wir waren noch nie hier, aber zu euch kommen wir definitiv wieder!“ Für uns war es das allererste Mal live bei den Kürbissköpfen – und ganz sicher nicht das letzte!
Zum endgültigen Rausschmeißer betraten schließlich noch Steve ’n‘ Seagulls die Bühne, um die verbliebenen Metalheads mit ihren schrägen, folkig-akustischen Cover-Versionen bekannter Rock-Klassiker klamaukreich bettreif zu spielen.

Festival-Donnerstag
Während Final Cry und Die Habenichtse den zweiten Festivaltag bereits lautstark einläuteten, schafften wir es pünktlich zur dritten Band aufs Gelände – und gerieten direkt mitten in den allerbesten Asi-Klamauk: Mittel Alta! Die selbsternannten „Bastard Barden“ in ihren charakteristischen Sturmhauben eröffneten ihr schräges Set charmant mit den Worten „Ficket euch, ihr beleidigt meine Augen!“ Was folgte, war eine herrlich unsortierte, vulgäre und vollkommen banale Abrechnung unter der Gürtellinie. Wem im weiteren Verlauf der gelbe Schein als Arbeitszeitbetrug noch nicht reichte, dem wurde schlicht die Enthauptung des Chefs als Plan B nahegelegt. Eine durchgeknallte Ulktruppe, die ihre stetig wachsende Fanbase köstlich unterhalten hat!
Direkt im Anschluss schlug die Stimmung komplett um: Die japanische Formation Hagane brachte reinsten J-Rock und energiegeladenen Kawaii Metal auf die Bühne. In bunten, perfekt abgestimmten Kostümen wirbelten die Musikerinnen über die Bretter und schickten uns auf eine wunderbare Nostalgie-Reise: Stilistisch fühlte sich jeder Song wie ein mitreißender Anime-Titeltrack an! Vor wie auf der Bühne herrschte durchgehend strahlende Gute-Laune-Stimmung – ein erfrischend anderer und unheimlich charmanter Auftritt.
Bei Stahlmann gab es im Anschluss gewohnte Neue Deutsche Härte auf die Ohren. In düsteren Montagen und mit dreckverschmierter Optik, die eine Schicht im tiefsten Stahlwerk erahnen ließ, stampfte die Truppe über die Bühne. Und sie brachten gehörig Hitze mit: Mit einer gewaltigen Ladung Pyrotechnik fackelte die Band sprichwörtlich die halbe Bühne ab und zündete das Publikum mit brachialer Energie endgültig an. Ein absolut heißer, visueller Leckerbissen!

Mit Sagenbringer betrat im Anschluss ein echter Geheimtipp die Bühne, der uns vom ersten Ton an völlig verzaubert hat. Stilistisch im ersten Moment sanft an Faun erinnernd, packte die Formation jedoch eine gewaltige Schaufel mehr Härte drauf – ohne dabei ihre wunderschön melodische, mystische Folk-Ader zu verlieren. Musikalisch entführte uns die Truppe tief in alte Legenden und vertonte Sagen aus verschiedensten Welten. Ein echtes Highlight war der mächtige Song über die Reiter von Rohan aus dem Tolkien-Universum: ein mitreißender Vorgeschmack auf ihr kommendes Album, das komplett in Mittelerde spielen wird.

Bei Dogma wussten wir im Vorfeld zwar um ein paar einzelne Tracks, hatten die Band aber absolut nicht als derartiges Highlight auf der Rechnung. Was für eine gewaltige Überraschung! In gewisser Weise erinnerte das Konzept an Ghost – vor allem, weil das Optische und der Sound einen genialen Kontrast bildeten. Musikalisch servierte die Truppe mächtigen, eingängigen Rock mit starkem Klargesang, während visuell freizügig gekleidete Nonnen in düsterer Corpse-Paint-Montur die Regie übernahmen. Irgendwo zwischen mystischem Ritual, provokanter Fetisch-Show und meisterhaftem Hard Rock predigten sie in düsterer Gewandung Werte wie freie Liebe und Queerness. Ein genialer Spagat zwischen böse und verspielt, der uns schlichtweg begeistert hat!
Komplett anders traten dagegen Warmen als Nächstes auf. Wenig visuelle Noten dafür technisch erstklassiges Musikerhandwerk. Optisch verzichtete die finnische Truppe auf große Show-Effekte – abgesehen vom durchgehend breit grinsenden Bassisten, der seine langen Dreadlocks beim Headbangen pausenlos durch die Luft wirbelte! Musikalisch ist die personelle und stilistische Nähe zu Ensiferum sowie die Liebe zu rasanten Tasten- und Gitarren-Duellen unverkennbar. Die Jungs schossen ein Melodic-Death-Feuerwerk ab, das ohne Schnickschnack volles Pfund in die Gehörgänge ging.
Während die polnischen Tech-Death-Schwergewichte von Decapitated das Infield mit ihren rasanten, technisch hochpräzisen Riffs in Schutt und Asche legten, nutzten wir die Zeit kurz zum Durchatmen, um rechtzeitig für den nächsten Abriss wieder vor der Bühne zu stehen.
Denn bei Betontod gab es schlichtweg kein Halten mehr! Die Rheinberger Punk-Rock-Urgesteine lieferten feinsten, ehrlichen und dreschigen Pub-Punk ab. Ihr Frontmann wirbelte mit einer unbeirrbaren Energie über die Bühne, die unwillkürlich an Campino (Die Toten Hosen) erinnerte. Besonders stark: Die Band nutzte die große Bühne immer wieder für klare Kante gegen Rechts – ein absolut sympathischer Auftritt, der vom Publikum lautstark gefeiert wurde!
Bei Agnostic Front bekamen wir eine echte Lektion in Sachen New York City Hardcore-Geschichte serviert! Schon im Vorfeld von befreundeten Fotografen als absolute Genre-Größen angepriesen, enttäuschten die Urgesteine keine Sekunde. Ein absoluter Blickfang war Gitarren-Legende Vinnie Stigma: Ein perfekter Kontrast aus brutalstem, kompromisslosem Hardcore und einem unverschämt breiten Dauergrinsen. Unglaublich, mit was für einer mitreißend-jugendlichen Energie der Mann trotz seines Alters von mittlerweile 70 Jahren über die Bretter wirbelte.

Bei Dominum war die Vorfreude riesig, da wir die Truppe schon im Vorjahr auf dem Summer Breeze begeistert gefeiert hatten. Und die auferstandenen Zombies enttäuschten auch diesmal nicht: Es gab wieder eine visuell fantastische Bühnenshow auf gewohnt hohem Niveau! Der Auftritt war jedoch auch auf menschlicher Ebene etwas ganz Besonderes. Frontmann Dr. Dead erzählte gerührt, dass das Rockharz einst das allererste Festival war, das der Band eine Chance gab – die Verbindung zu diesem Ort ist also tief verwurzelt. Dementsprechend fiel der Horror-Ringleader am Mikrofon mitten im Set bewusst aus seiner Rolle, um sich schlicht als Mensch für die treue Unterstützung des Festivals und der Fans zu bedanken. Eine extrem emotionale, nahbare und musikalisch schlicht hervorragende Show!
Was Avatar danach auf die Bühne zauberten, lässt sich schlicht nur als Madness Incarnate zusammenfassen! Für mich – als Fan der ersten Stunde, der die Schweden einst vor nicht einmal 100 Leuten erleben durfte – war es ein absolutes Fest. Im imposanten Kapuzenmantel betrat Frontmann Johannes Eckerström die Bühne und steuerte das Schiff gemeinsam mit Captain Goat zielstrebig hinein ins absolute Chaos. Während der Drummer wie gewohnt sympathisch-irre durchdrehte, lieferten die Gitarristen technische Perfektion auf allerhöchstem Niveau. Avatar beweisen seit Jahren immer wieder aufs Neue, dass sie eine echte Ausnahmegröße sind!
Da Johannes an diesem Tag auch noch Geburtstag feierte, stimmte die Menge spontan Fangesänge an, die er in gewohnt eindrucksvoll gutem Deutsch und mit schelmischem Grinsen als „Kein Tag über 39!“ kommentierte. Der wohl berührendste Moment folgte zum Abschied, als er ehrfurchtsvoll den nachfolgenden Headliner anmoderierte: „Danke an den Mann, von dem ich alles gelernt habe: Alice Cooper!“ Ein unfassbar herzerwärmender Augenblick.
Zum krönenden Finale des Tages betrat der Headliner die Bühne – und mit ihm womöglich einer der größten Namen, den wir je vor die Fotolinse bekommen werden, Altmeister Alice Cooper! Mit inzwischen 78 Jahren bewies der Shock-Rock-Pionier eindrucksvoll, dass er noch immer saustark unterwegs ist. Die Messlatte wurde direkt zu Beginn hochgelegt: Cooper stieg spektakulär aus einem riesigen Sarg empor, um im Anschluss mit zeitlosen, harten Klassikern sicherzustellen, dass das Publikum vor der Bühne sprichwörtlich sargreif geschlagen wurde.
Die Show glich einer perfekt durchchoreografierten Theaterinszenierung: Zahlreiche Kostümwechsel, düstere Requisiten, aufwendige Visualisierungen und der gezielte Einsatz von Scheinwerferlicht rückten die Musiker immer wieder meisterhaft ins Rampenlicht. Theatralik pur! Einziges kleines Manko an diesem monumentalen Spektakel: Der Sound aus der Anlage wirkte für einen Headliner-Slot leider stellenweise ungewohnt leise. Der Faszination dieser absoluten Bühnenlegende tat das jedoch kaum einen Abbruch.
Den endgültigen Schlusspunkt setzten an diesem Tag schließlich Hämatom. Die maskierten Freaks brannten zu später Stunde noch einmal ein regelrechtes Feuerwerk aus wuchtigen Riffs und unbändiger Attitüde ins Infield ab. Wer nach dem Headliner noch Reserven hatte, bekam von den vier Himmelsrichtungen noch einmal die allerletzten Kraftreserven aus den Knochen geschüttelt.

Festival-Freitag
Der Freitag startete mit feinstem Redneck-Blödsinn in Reinkultur: Rodeo 5000 schlug auf der Bühne auf! Gesanglich und von der Attitüde her fühlte man sich unwillkürlich an Mr. Hurley und die Pulveraffen erinnert. Kein Wunder also, dass mit „Mein Stammbaum ist ein Kreis“ direkt auch ein Knasterbart-Klassiker zum Besten gegeben wurde. Musikalisch untermalt gab es ein pausenloses Feuerwerk blöder Sprüche über selbstgebrannten Moonshine, romantische Verwicklungen mit der eigenen Cousine und die wahnwitzige Empfehlung, lieber Insektenvernichter zu schnüffeln als stumpf Alkohol zu saufen. Absolut sinnfrei, herrlich flach und genau die richtige Dosis Klamauk, um wach zu werden!
Bei Haggefugg wurde es direkt im Anschluss wunderbar mittelalterlich. Stilistisch erinnerte die Truppe stark an frühere Jahre von Saltatio Mortis, Krampus oder Harpyie – ein echter, ungeschliffener Rohdiamant mit enormer Ausstrahlung und Spielfreude auf der Bühne! Ein besonderes Highlight war ein Song über alternative, düstere Märchengeschichten, der Klassiker wie Hänsel & Gretel oder Rotkäppchen vollkommen neu aufrollte. Und als ob die gute Stimmung noch nicht reichte, tauchte auf der Bühne plötzlich Robin Hood höchstpersönlich auf, um Goodies und aufmunternde Wasserflaschen unter der feiernden Menge zu verteilen.

Nach dem Ausflug ins Mittelalter drehte Motorjesus den Zündschlüssel um und trat das Gaspedal komplett durch. Mit der prägnanten Frage des Frontmanns – „Habt ihr Bock auf Schweinerock?!“ – war die Richtung unmissverständlich vorgegeben. Die Mönchengladbacher lieferten genau das, wofür sie seit Jahren stehen: eine rotzige, dröhnende Mischung aus Heavy Metal, Stoner und klassischem Hard Rock. Schnörkellos, laut, kühler Fahrtwind und ein unkomplizierter Brett-Sound, der ohne Umschweife direkt in die Nackenmuskeln fuhr!
Und von modernen Verbrennern geht es gleich in die düstere, postapokalyptische Zukunft von Cypecore weiter. Visuell bot die Band wie gewohnt ein absolutes Spektakel: In ihren spektakulären, cyborg-artigen Rüstungen aus grau-schwarzen Maschinenteilen und mit leuchtend orangeroten Signallichtern in den Brustplatten waren die Hessen mal wieder ein totaler Blickfang. Musikalisch stand der Sound der futuristischen Optik in nichts nach: Ein hochexplosiver Cyber-Thrash- und Melodic-Death-Cocktail, gespickt mit dröhnenden Synthesizern, brutal-präzisen Riffs und brachialen Industrial-Elementen.
Nach der Cyber-Apokalypse übernahmen Hiraes das Zepter auf der Bühne. Allen voran zeigte die Ausnahmesängerin und Gesangstrainerin Britta Görtz, warum sie eine der eindrucksvollsten und flexibelsten Stimmen der extremen Metal-Szene ist! Mit ihrer enormen Bühnenpräsenz und brachialen Growls riss sie das Publikum von der ersten Sekunde an mit.
Bei Gothminister stieg im Anschluss die düstere Stimmung spürbar an. Nicht nur visuell erinnerte das Auftreten der Norweger stark an die ästhetische Inszenierung von ASP – die Band lässt sich wohl am besten als ein härteres, englischsprachiges Pendant zu den etablierten deutschsprachigen Gothic-Rock-Größen beschreiben. Mit einer theatralischen Bühnenshow, wuchtigen Industrial-Beats und düster-eingängigen Riffs zogen sie das Publikum im Handumdrehen in ihren Bann.
Mit Rauhbein schwappte sofort eine gewaltige Welle der Sympathie ins Publikum über. Die Chemie innerhalb der Band war ab der ersten Sekunde spürbar: Herzlich und absolut nahbar strahlten Frontmann Henry und seine Truppe eine unverstellte Freude aus, die sofort ansteckte. Musikalisch untermalt mit feinstem Folk-Rock und dichten Irish-Folk-Vibes fühlte sich die Show eher wie ein feucht-fröhlicher, ausgelassener Abend unter besten Freunden an!
Bei Walls of Jericho lag das strahlende Zentrum der Show ganz klar bei Frontfrau Candace Puopolo. Mit einer schier unbändigen Entertainer-Bühnenpräsenz forderte sie pausenlos volle Aufmerksamheit und bedingungslosen Körpereinsatz im Pit. Das Faszinierende dabei: So brachial und kompromisslos ihre Hardcore-Vocal-Salven auch durch die Gehörgänge peitschten – sobald die düsteren Vibes kurz ihrem strahlenden Grinsen wichen, konnte man schlichtweg gar nicht anders, als sofort mitzugrinsen. Eine sowohl musikalisch als auch menschlich absolut packende Performance!

Wenn Fiddler’s Green die Bühne betreten, gibt es schlichtweg keine Garantie für stillstehende Füße! Selbst wenn die Soundanlage an diesem Tag leider nicht ihr stärkstes Momentum erwischte, bewies das Erlanger Speedfolk-Urgestein eindrucksvoll, was echte Routine und pure Leidenschaft ausmachen: Ein vermeintlich schwächerer Tag bei solchen Party-Schwergewichten ist nämlich immer noch ein absolut großartiger Gig! Mit mitreißender Energie, grenzenloser Spielfreude und ihren legendären Irish-Speedfolk-Hymnen verwandelten sie das Infield im Handumdrehen in eine tanzende, feiernde Masse. Ein Stimmungsgarant, der einfach jedes Mal abliefert!
Visuell und vokal legten Die Apokalyptischen Reiter eine enorm starke Show auf die Bretter! Mit seiner unverwechselbaren, markanten Stimme zog der Frontmann das Publikum von der ersten Sekunde an in den Bann. Auch optisch gaben sich die Weimarer gewohnt wandlungsfähig: Die Gitarristen betraten die Bühne zunächst mit mystisch verhüllten Gesichtern, ehe die Tücher nach einigen Songs einem düsteren Makeup wichen. Für faszinierende Akzente sorgten zudem thematisch passende Inszenierungen wie die einprägsame Heilandskostümierung von Daniel “Fuchs“ Täumel. Wer die Band allerdings schon lange nicht mehr live erlebt hatte, mag wie wir den legendären Peitschen-Keyboarder im Gimpsuit eventuell vermisst haben. Der Faszination und der mitreißenden Energie tat das jedoch absolut keinen Abbruch!

Mit Biohazard rollte eine weitere Hardcore-Dampfwalze über das Gelände! Die Urgesteine aus Brooklyn brachten ihren Mix aus purer New-York-Hardcore-Attitüde, wuchtigen Metal-Riffs und groovenden Crossover-Beats mit. Neben dem massiven Sound beeindruckte vor allem die schier unendliche Dynamik der Truppe: Die Jungs katapultierten sich pausenlos in die Luft und sprangen so viel umher, dass man zeitweise den Eindruck hatte, sie würden Schwerelosigkeit demonstrieren und über die Bühne fliegen! Eine ungefilterte, mitreißende Energie, die direkt in die Menge fuhr.
Daraufhin stand mit P.O.D. plötzlich ein absolutes Nu-Metal-Schwergewicht an, das viele gar nicht mehr so konkret auf dem Schirm hatten. Nicht nur im Publikum ging rasch die raunende Frage um: „Sind das wirklich DIE P.O.D. von damals?!“ Sie waren es – und wie! Frontmann Sonny Sandoval wirbelte nicht zuletzt mit seinem knallroten Mikrofonkabel und mit endloser Energie den Staub auf der Bühne auf. Auch um einen Vergleich mit Skindred, die wir unsererseits oft und gerne hören, kamen wir nicht umher. Spätestens bei den alten Welthits gab es kein Halten mehr: Ein rundum gelungener, nostalgiegeladener Trip in die 2000er-Nu-Metal-Geschichte, der Erinnerungen wachrief und uns mächtig ins Schwitzen brachte!
Bei Subway to Sally entfesselte das Publikum eine absolut irre Energie! Ein Highlight der besonderen Art lieferten die Fans dabei selbst: Erstaunlicherweise wurde hier nämlich im Doppelpack gecrowdsurft – ein Surfender diente als menschliches Surfbrett, auf dem direkt der Nächste über die Köpfe hinwegritt. Das zog zwar verständlicherweise immer wieder erstaunte Blicke auf sich, unterstrich aber nur die kochende Stimmung im Infield. Musikalisch feuerten die Potsdamer wie gewohnt eine herrlich treffsichere Batterie an All-Time-Publikumsfavoriten ab, bei denen auch wir bis zum letzten Ton lautstark mitsangen. Lediglich das abrupte Ende sorgte für ein kurzes Stirnrunzeln: Als die Band vergleichsweise früh die Bühne verließ, um die klassischen Zugabe-Rufe einzufordern, war das Publikum schlichtweg irritiert über die plötzliche Unterbrechung, was die Energie für einen kurzen Moment einbrechen ließ.
Als Co-Headliner entfesselten Airbourne einen puren Rock-’n’-Roll-Orkan! Die musikalische und geografische Nähe der Australier zu den Urvätern von AC/DC war in jeder Sekunde unverkennbar. Frontmann Joel O’Keeffe bewies einmal mehr, dass er ein Entertainer der absoluten Weltklasse ist: Dauerfeuer auf der Gitarre, unermüdlicher Einsatz und pure Hard-Rock-Leidenschaft! Einzig seine Unart, halbvolle Bierbecher zielsicher ins Publikum zu schleudern, sorgte im Infield für gemischte Reaktionen zwischen Bierduschen-Frust und Feierlaune. Wer sich davon nicht beirren ließ, bekam fantastischen, schnörkellosen Weltklasse-Hard-Rock serviert.
Zum Abschluss lieferten die Thrash-Metal-Urgesteine von Kreator mit einer phänomenalen Inszenierung nochmal richtig ab! Für die Fotografen gab es vorab eine ungewöhnliche Ansage: Statt wie üblich bei den ersten drei Songs durfte erst ab Track 13 im Graben geknipst werden. Passend zur Unglückszahl entfesselte die Band ab diesem Moment ein schemenhaftes, theatralisches Meisterwerk der Finsternis: Zwischen bedrohlichen Dämonen, fackelschwenkenden Goblins und brennenden humanoiden Strukturen auf der Bühne wurde optisch aus allen Rohren gefeuert. Ein besonderes Highlight war zudem der Gastauftritt von Britta Görtz (Hiraes) beim Track Tränenpalast, der für gänsehauttreibende Dynamik sorgte. Unter den wachsamen Blicken einer imposanten Teufelsvisage im Hintergrund zeigten sich die Essener auch musikalisch in absoluter Höchstform. Ein erstklassiges, brachial-düsteres Abreißfest, das absolut keine Fragen offenließ!

Für alle unermüdlichen Nachtschwärmer übernahmen zu später Stunde noch Saint City Orchestra das Ruder, um das verbliebene Publikum mit ihrem Irish-Folk-Punk durch die Nacht zu begleiten. Da für uns nach dem gewaltigen Kreator-Finale allerdings der wohlverdiente Feierabend anstand, mussten wir diesen Absacker leider verpassen – die Beine verlangten nach dem intensiven Tag schlichtweg nach Erholung!

Festival-Samstag
Den Samstagsauftakt machten Pinhead, die den noch etwas schläfrigen Vorplatz in Schwung brachten. Die Jungs lieferten ein solides, schnörkelloses Set ab und sorgten für den perfekten musikalischen Einstieg, um langsam auf Betriebstemperatur zu kommen. Auch hier wie schon an den Vortagen ein historisches Rekordmaß an Fans auf dem Platz. Da geht uns das Herz auf, wenn die Opener genauso viel Liebe vom Publikum erfahren wie die Schwergewichte im späteren Verlauf des Tages.
Musikalisch lieferten Drone einen rundum gelungenen, kraftvollen Gig ab – doch was sich wirklich unauslöschlich ins Gedächtnis brannte, waren die herrlichen Ansagen des Frontmanns. Wenn ein Set direkt mit einem unumwundenen „Jetzt wird gefickt!“ eröffnet wird und das Publikum im weiteren Verlauf herzlich als „Meine Schnidel und Schnidelis“ angesprochen wird, hat man die Sympathiepunkte definitiv auf seiner Seite. Trockener Humor, ehrliche Festival-Attitüde und guter Sound – mehr braucht es manchmal gar nicht!

Den Gig von Tailgunner haben wir für eine Verschnaufpause ausgelassen. Schade eigentlich, denn ihr klassischer Heavy Metal im Stile von Iron Maiden mit zweistimmigen Gitarrensoli hätte sicher Spaß gemacht. Die Fans vor der Bühne feierten die leidenschaftliche Old-School-Sause aber natürlich auch ohne uns ausgelassen weiter.e
Bei Necrotted klinkten wir uns etwas verspätet wieder ein – und das mit perfektem Timing! Der Sänger servierte gerade einen herrlich trockenen Seitenhieb auf die Trinkpausen der aktuellen Fußball-WM: „23 Minuten vom Set sind rum, also wird’s Zeit für eine Trinkpause!“ Das nachgeschobene „Natürlich nutzen wir das nicht als Werbepause“ wurde prompt ad absurdum geführt, als die Band in eigenem Merch zu völlig abstrus-lustiger Musik über die Bühne schlenderte. Abgesehen von diesem Einlage-Goldstück bewiesen die Jungs einmal mehr, warum sie mit ihrem prägnanten Death Metal eine absolute Bank sind: Brachial, präzise und extrem unterhaltsam!
Stilistisch trat die Musik bei Tungsten fast ein wenig in den Hintergrund, denn die Show gehörte ganz klar der Comedy-Einlage ihres Bassisten: Der Kerl war so absolut überdreht, dass kein Halten mehr war. Als er zeitweise sogar zwischen den Aufbauten der Nebenbühne verschwand, um genau dort ungeniert seine Blödeleien fortzusetzen, kamen wir aus dem Lachen einfach nicht mehr heraus! Visuell blieb zudem der Frontmann im Gedächtnis, der in seinem auffällig schwarz-weiß gespaltenen Hemd ein echter Hingucker war. Ein herrlich abgedrehter Auftritt, der für beste Laune und Muskelkater im Zwerchfell sorgte!
Bei Crypta gab es wie gewohnt die volle Ladung extremer Klänge. Musikalisch sind alle Bandmitglieder absolute Powerhouses. Frontfrau Fernanda Lira faszinierte wieder einmal mit ihrem einzigartigen Wechselspiel aus grimmiger Extreme-Metal-Grimasse und zuckersüß strahlendem Grinsen. Wer die Band erlebte, sah die Fannähe und eine Show mit unendlich viel Herzblut: Schon vor dem Auftritt winkte Fernanda voller Vorfreude vom Bühnenrand, und nach dem Set blieb sie noch bis in die Show der Nachfolgeband hinein im Graben, um die Fans ausgiebig zu umarmen. Wie sehr sie Teil der Szene sind, zeigte sich schließlich auch im späteren Verlauf des Tages als Crypta bei Finntroll lauthals mitsingend in der Menge standen. Nicht nur Künstlerinnen auf der Bühne, sondern durch und durch Metalheads!
Mit den Veteranen von Artillery betrat echtes Urgestein die Bühne. Die Kopenhagener stehen seit jeher für messerscharfen, hochtechnischen Thrash Metal der alten Schule – gespickt mit rasanten Guitarduels, vertrackten Riffs und einer ordentlichen Prise Neoclassic-Elemente. Auch wenn für uns persönlich der Funke an diesem Nachmittag nicht ganz übersprang, war handwerklich absolut nichts auszusetzen: Die Band lieferte ihr komplexes Riffgewitter präzise wie ein Uhrwerk ab und zeigte eindrucksvoll, warum sie bis heute eine feste Größe im europäischen Thrash-Untergrund ist.
Mit Majestica betrat eine gewaltige Portion schwedischer Symphonic Power Metal die Bühne. Kopf der Band ist kein Geringerer als Ex-Sabaton-Gitarrist Tommy Johansson, der hier als Sänger und Frontmann eine absolut imposante Figur abgab. Johanssons Stimmgewalt, Charisma und das dramatische Performing erinnerten dabei nicht selten an einen jungen Meat Loaf – emotional, theatralisch und mit unglaublichem Stimmvolumen! Musikalisch gab es blitzschnelle Riffs, epische Refrains zum Mitsingen und eine gewaltige Dosis Spielfreude, die sofort aufs Publikum übergesprungen ist.

Der Auftritt von Annisokay war von mächtigen Wassermassen von oben gezeichnet. Das Unwetter sorgte leider dafür, dass sich die Reihen im Publikum und auch die Kameraden im Fotograben spürbar lichteten. Wer jedoch vor der Bühne ausharrte, erlebte ein visuelles Spektakel der Extraklasse: Die Post-Hardcore-Truppe gab dem Regen keinen einzigen Millimeter nach! Ganz im Gegenteil – ihre gewohnt imposante Show mit strahlenden LED-Wänden bekam durch die im Licht blitzenden, fliegenden Regentropfen eine unverhoffte theatralische Kulisse. Ein mitreißender, optisch wie musikalisch brachialer Auftritt, der dem Wetter meisterhaft trotzte!
Wenn die Finsterlinge von Finntroll mit ihren charakteristischen spitzen Troll-Ohren die Bühne entern, ist märchenhafte Folk-Black-Metal-Magie garantiert. Ein riesiges Plus in diesem Jahr: Die Akustik war auffallend viel besser als noch vor vier Jahren, was den vielschichtigen Melodien ungemein gut tat und die gesamte Show deutlich stimmiger wirken ließ. Visuell war das Set ohnehin ein Hingucker – allen voran das stilvolle Mikrofon im Tierschädel-Look. Einmal mehr bewiesen die Trolle ihre einzigartige Mischung aus verspielt, unheimlich, böse und schlichtweg sagenhaft!
Danko Jones hatten wir bis dato gar nicht auf dem Schirm – umso begeisterter waren wir von diesem Auftritt! Der Kanadier erwies sich als echte Rock-Legende und eröffnete das Set direkt passend mit den Lyrics „Guess who’s back“. Von der ersten Sekunde an riss seine unnachahmliche Energie, die rotzige Attitüde und die kompromisslose Rock-’n’-Roll-Gitarre einfach mit. Trockener Humor, mitreißende Riffs und pure Live-Gewalt – eine absolut fantastische Neuentdeckung für mich!

Obwohl noch drei Slots vom eigentlichen Headliner entfernt, war der Platz vor der Bühne für Doro brechend voll. Ihre historische Bedeutung für die Metal-Szene macht die Metal-Queen de facto selbst zum Headliner, sodass die frühere Ansetzung auf dem Billing fast schon überraschte. Mit welcher Mischung aus riesigem Spaß und tiefster Demut sie die Bühne betritt, ist schlichtweg ergreifend. Es wirkt fast rührend, wie eine absolute Weltlegende wie sie immer noch ausstrahlt, im Herzen einfach nur eine von uns zu sein. Was folgte, war eine wahnsinnige Performance – unterstützt von mächtiger Pyrotechnik, aber vor allem getragen vom Feuer in den Herzen der Fans, die ihr einen mehr als würdigen Empfang bereiteten. Die Interaktion mit dem Publikum, ihren Bandkollegen und der Menge war absolut beeindruckend. Und dass sie sich vor dem Verlassen des Grabens noch einmal ganz herzlich persönlich bei uns Fotografen bedankte, verlieh diesem gigantischen Auftritt auch für uns noch einmal den perfekten Sympathiebonus. Eine wahre Ikone!
Den verbleibenden Abend konnten wir leider nicht mehr live vor der Bühne verbringen. Dennoch hinterließen die verbleibenden Acts Spuren auf dem Gelände und bei den Fans, die eine Würdigung verdienen. Bei den Berlinern von Knorkator war wohl wieder mit gewohnt herrlichem Chaos bis weit über das Festivalareal hinaus zu rechnen. „Deutschlands meiste Band der Welt“ hielt wie eh und je mit ihren stumpfen Slapstick-Einlagen, wahnwitzigen Aktionen und akrobatischem Wahnsinn sowohl die Securities im Graben als auch die Fotokollegen mächtig auf Trab.
Auch die norwegischen Urgesteine von Emperor verpassten wir leider live, womit uns eine echte Lektion in Sachen extremer Metal-Historie entging. Ihre majestätische Kombination aus eisigen Gitarrenwänden, erhabenen Keyboard-Arrangements und Ihsahns schneidendem Gesang bildet seit Jahrzehnten das absolute Fundament des Symphonic Black Metal.
Dass wir die triumphale Show von Feuerschwanz nicht mehr aus der Nähe erlebten, schmerzte zwar, ändert aber nichts an ihrer Leistung: Die Band hat sich ihren Headliner-Slot über die Jahre Stein für Stein erarbeitet und absolut verdient, sowohl als Institution auf dem Rockharz Festival als auch darüber hinaus. Was einst als humorvoller Folk-Rock im Mittelalter-Gewand begann, hat sich durch unermüdlichen Fleiß und musikalische Evolution hin zu brachialem Heavy Metal mit gewaltiger Pyro-Show von Arena-Format gemacht.
Als edler Festival-Rausschmeißer entließen schließlich die Schweden von Soen das verbliebene Publikum in die Nacht. Schade, dass wir nicht mehr vor der Bühne standen, denn ihr hochkomplexer Progressive Metal rund um melancholische Melodien und die meisterhafte Rhythmusgruppe von Ex-Opeth-Drummer Martin Lopez bot ohne Frage die perfekte, tiefgründige Klangwolke für den Ausklang des Tages.

So schnell wie es angefangen hat, so schnell ist es auch schon wieder rum. Wir sind mächtig platt von vier Tagen brachialstem Metal und einem passenderweise zwischen den Extremen schwankenden Wetter. Und dennoch verlassen wir ein weiteres Mal voller guter Laune und unvergesslicher Erinnerungen das Flugplatzgelände in Ballenstedt.

Wie wir das Festival noch ausklingen lassen, ist die nächstjährige Ausgabe in Rekordzeit schon wieder ausverkauft. Bei dem bereits jetzt hochkarätigen Lineup ist das auch nicht weiter überraschend. Mit dabei sind bisher:
ACCEPT, ALESTORM, ALL FOR METAL, ARCH ENEMY, BRUCE DICKINSON, COPPELIUS, DARTAGNAN, DUST BOLT, EISBRECHER, EMIL BULLS, EQUILIBRIUM, GRAVE DIIGGER, GUTALAX, GWAR, HANDGEMENG, H-BLOCKX, IGEL VS. SHARK, KATERFAHRT, KORPIKLAANI, LORD OF THE LOST, MARDUK, METAL CHURCH, NESTOR, SETYØURSAILS, SKĀLD, TANKARD, STORM SEEKER, THE SISTERS OF MERCY, TURBOBIER.

Also gilt es wie immer, die Augen offen zu halten bei Tagestickets, Rückläufern und dem gelegentlichen Ticket auf dem Zweitmarkt (empfehlenswerterweise über die Ticketbörse zur 2027er Edition des Rockharz Festivals). Wir freuen uns schon darauf, auch im nächsten Jahr wieder mit euch unter der Teufelsmauer abrocken zu dürfen.

Text und Bilder – Bastian Blessing

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