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Zwischen Moshpit und Bier Yoga: so war das Open Flair 2026

News am 11. August 2026 von Franzi

Mit Engagement und Ehrenamt, viel Liebe zum Detail und einem überzeugenden Line-up begeisterte das Open Flair vom 05.08. bis 09.08.2026 bereits zum 42. Mal alte und neue Besucher jeden Alters auf Eschweges deutschlandweit bekannten Open-Air-Bühnen. Das Festival begrüßt seine Besucher bereits am Montag auf dem Zeltplatz und ab Mittwoch mit seinem Line-up.

Die Festivalhopper Franzi und Scotty berichten vom Open Flair Festival 2026. Fotos (c) Franzi.

Beginn ist dabei traditionell am Werratalsee und mittwochs ausschließlich auf der Seebühne – Ein kleiner Funfact zur Seebühne ist die Beteiligung des Ilmenauer Vereines FeM zur Bespielung der Videowand. Ab Donnerstag kommen dann die ersten Locations in der Stadt dazu: Das E-Werk, die Hofbühne und das Kleinkunstzelt öffnen ihre Türen. Ab Freitag zeigt sich das Open Flair in seiner vollen Größe mit der Eröffnung der Freibühne und der Radio-Bob-Bühne als Hauptbühne am Werdchen. Neben der Vielfalt an Bühnen bietet das Open Flair noch weitere Programmpunkte, wie den Elektrogarten für Freunde der elektronischen Musik, Kinderprogramme, für die Bespaßung der kleinen Festivalfreunde, sowie Walking Acts um die Wege von einer Location zur nächsten nicht langweilig werden zu lassen.

Apropos Wege: Beim Open Flair sind alle Bühnen vom Campingplatz aus in 10 bis 20 Laufminuten erreichbar, mit dem Fahrrad noch schneller. Und wer noch die ein oder andere Sache braucht oder etwas anderes als die klassischen Festival-Snacks haben möchte, ist innerhalb von 15 min zu Fuß vom Campingplatz in die Innenstadt von Eschwege gelaufen.

Falls ihr zwischen den ganzen Konzerten eine Stärkung braucht, bietet das Open Flair eine Vielfalt an Fastfood an. An der Seebühne habt ihr die Auswahl zwischen Hotdogs, Asian Streetfood, Döner und Burgern. An den Hauptbühnen wird das Angebot noch um Fischsnacks, Crepes, Pizza, Langos und Klassikern vom Grillrost ergänzt. Sollte euch das nicht reichen, habt ihr zudem in der direkt an den Hauptbühnen gelegenen Innenstadt von Eschwege die Möglichkeit, euch zu versorgen. Auch auf dem Weg von Bühne zu Bühne werdet ihr ohne Probleme fündig werden.

Line-Up-Vielfalt

Das musikalische Line-Up des Open Flair Festivals bietet ein breites Genre-Spektrum an: Bock auf Rock, Metal, Indie, HipHop, EDM, Techno? Kommt vorbei! Wollt ihr euch anderweitig die Zeit vertreiben? Dann sind vielleicht Comedy-Shows, Lesungen, (Poetry-) Slams oder der übliche Zeltplatzirrsin, die das Festival auch zu bieten hat, euer Ding.

Barrierefreiheit

Ein Punkt, der uns bei unserem Festivalbesuch besonders positiv aufgefallen ist, ist das
Bestreben der Betreiber, jedem den Zugang und das Genießen des Festivals zu ermöglichen. So gibt es bei jeder Bühne die Möglichkeit, die Show mit einem Rollstuhl oder ähnlichem anschauen zu können, zum Beispiel durch eine erhöhte Plattform. Das ist auch gut so, bei keinem anderen Festival haben wir so viele Kinderwagen und Rollstühle gesehen wie hier. Es scheint fast, als würde einem jedem Eschweger mit der Geburtsurkunde auch bereits das erste Ticket für das OpenFlair überreicht. Und diese Begeisterung für das Festival tragen einige Anwohner scheinbar ihr Leben lang in sich. Auch unter den Acts findet sich die Idee der Inklusion wieder. Ein absolutes Highlight war für uns der crowdsurfende Rollstuhlfahrer, welcher gegen Ingo von den Donots eine Partie Tischtennis in bzw. eher auf der Menge gespielt hat – während der Show. Wer gewonnen hat, werden wir wohl nie erfahren.

Campingplatz

Wie es zu einem guten Festival gehört, ist auch fernab der Bühnen auf dem Campingplatz einiges los. Ihr wolltet euch schon immer wie auf einem Coldplay-Konzert fühlen? Kein Problem: Die Kisscam auf dem Campingplatz macht es möglich, endlich selbst mal waschechter CEO zu sein. Bock, ein neues Hobby auszuprobieren? Wir können Hobbyhorsing empfehlen (Dieses Jahr zu finden zwischen dem „Walk of Shame“ und der „Monstergasse“). Flunky Ball XXL, Bierpong XXL und Clamping finden ebenfalls ihre Daseinsberechtigung auf dem Campingground. Besonders ruhig, außer zum Soundcheck diverser Bands ist es auf dem Green Camping. Dieses Gelände darf nur ohne Autos bezeltet werden, bietet aber dafür mehr Erholung nach durchtanzten Nächten.

Mittwoch

Bereits ab Montag war der Campingplatz geöffnet. Doch für uns hieß es ab Mittwoch, das Camp aufzubauen. Der Nachmittag startete mit den ersten Bands auf der Seebühne. Mit TZK, Saló, Anda Morts und Amistat eröffnete die Seebühne des Open Flair den musikalischen Part seines Festivals. Unser Tageshighlight war aber Das Lumpenpack. Passend zu Ihrem Song Ford Fiesta setzten sie sich in ein aufblasbares Auto und ließen sich von der Menge tragen. Nur das Publikum selber konnte die Surfaktion noch toppen. Auf einmal tauchte auf der Menge ein crowdsurfendes Zelt auf. Damit nicht genug, hatte das Zelt noch Bewohner. Nach einer kurzen Surfaktion verschwand es jedoch wieder. Ganz zum Ärger des restlichen Publikums und der Bands selber, die lautstark nach einer Zugabe verlangten – manchmal werden Wünsche wahr. Beenden konnten Besucher:innen den musikalischen Parts ihres Tages mit gepflegtem Punkrock von Dritte Wahl oder im Elektrogarten. Fernab von den Konzerten hatten wir auch unterhaltsame Interaktionen an den Getränkewagen. Hier können wir euch einen Tipp weitergeben: Stellt euch an den Seiten der Wagen an, um etwas zu bekommen, oder interagiert mit Leuten, die das richtig Anstellen verstanden haben und bekommt ein Getränk ausgegeben, um so eine „Kette des Ausgeben“ zu starten.

Donnerstag

Nach einer kalten Nacht im Zelt ging es am Donnerstag mit der Open Flair Eröffnungsshow los. Nach einer kurzen Tour über den Campingplatz und der Offenbarung meines unentdeckten Talents zum Hobbyhorsingchampion, fanden wir uns an der Seebühne zu Bluthund wieder. Eine Crossover-Band aus Berlin. Neben ihrer musikalischen Genremischung machte die Band durch gewagte Kletterkunststücke an den Traversen der Bühne auf sich aufmerksam. Was tut man eben nicht alles für die beste Position, um die entstehenden Moshpits stolz zu bestaunen? Danach betrat South Arcade, eine Rockband aus England, die Bühne. Währenddessen hatten wir die Chance, bei einer Autogrammstunde der Band From Fall to Spring kurz mit den Jungs ins Gespräch zu kommen, ein paar Fotos zu machen und Vorfreude für deren Auftritt zu sammeln. Nach South Arcade war es dann auch so weit und From Fall to Spring, eine Post-Hardcore- Band aus dem Saarland betrat die Bühne. Qualitativ lies sich die Crowdsurfaktion vom Vortag nicht toppen, quantitativ wirkte es jedoch so, als hätte die Band alle bisherigen Crowdsurfing-Rekorde für dieses Festival gebrochen. Nach From Fall to Spring kam es zu einem kleinen “Kulturschock“ für einen Teil des Publikums, als die HipHop-Festival-Newcomer von PA69 übernahmen. Trotz ihres Songs Moshpitproblem konnten wir kein Problem mit der Anzahl an Moshpits feststellen – auch ohne auf die Traverse zu klettern. Insbesondere der von PA69 aufgeforderte FLINTA-Moshpit hat uns besonders beeindruckt. Danach hatte man sich eine Abkühlung verdient. Unter Aufsicht des DLRG konnte man auch nachts an der Seebühne baden und wie in unserem Fall dabei den Dropkick Murphys lauschen.

Freitag

Die Sonne, welche bereits 08:00 Uhr morgens erbarmungslos Zelte in Privatsaunen verwandelt, wurde begleitet von einem wolkenlosen indigoblauen Himmel, der auch das Motto unseres Festivalfreitags verrät – Indie. Mit Zartmann und Kaffkiez hat das Open Flair gleich zwei deutsche Größen in diesem Bereich auf die große Radio Bob Bühne geholt. Zuhörer:innen werden mit bekannten Hits verwöhnt, singen mit und genießen sichtlich die Show. Kaffkiez standen schon einmal vor vier Jahren auf der Bühne des Open Flair, doch nicht so wie diesmal vor einer gefüllten Hauptbühne, sondern auf der gegenüberliegenden wesentlich kleineren Freibühne. Der in kurzer Zeit erlangte Erfolg lässt die Jungs jedoch nicht abgehoben – eher das Gegenteil, ganz auf dem Boden geblieben konnten die Rosenheimer, es sich nicht nehmen lassen, dem Campingplatz in
aller Frühe noch einen kleinen Besuch abzustatten. Wer keinen Bock auf Indie hatte, fand mit eher Rock- und Metallastigen Künstlern seinen Spaß an der Seebühne, oder ist einfach direkt daneben Baden gegangen. Den Abend haben SDP beendet. In der Nacht von Freitag auf Samstag waren wir jedoch bei meiner absoluten Lieblingsband Emil Bulls und haben uns mit den anderen noch mal ordentlich im Pit „geprügelt“.

Samstag

Der Morgen begann mit vertrauten Klängen – Feine Sahne Fischfilet befanden sich beim Soundcheck auf der Radio Bob Bühne – und das „hintere Green Camp“ konnte mindestens drei Mal live Diese eine Liebe während des ersten Frühstücksbieres genießen. Mit Bier geht’s auch weiter, dessen Genuss lässt sich nämlich wunderbar mit der Ausführung von akrobatischen Verrenkungen beim Bier-Yoga auf dem Campingplatz kombinieren.
18 Uhr – Monchi liest im Kleinkunstzelt schwitzenden, aber begeisterten Fans aus seinem neuen Buch Jenseits der Brandmauer vor.
22:30 Uhr – Monchi reißt mit Feine Sahne Fischfilet die Radio Bob Bühne ab.
Die Show endete mit Fans auf der Bühne, dem Song Komplett im Arsch – Besser kann man den Zustand der Festivalbesucher:innen nach diesem Auftritt auch kaum beschreiben und der Ankündigung des Hädliners (Hä? – wird das wirklich so geschrieben?) für das Open Flair 2027.

Und sonst an dem Tag?
Nach dem ihr Hit Merz Leck Eier viral ging, war klar, dass auch Vita auf dem Open Flair einen Auftritt braucht. Bei gefühlten 40°C heizte Vita mit ihrem Hip-Hop dem E-Werk so richtig ein. Die Donots brachten die Hauptbühne mit Hits und Tischtennis zum beben und Alien Ant Farm beschallte die Seebühne.

Sonntag

Der Sonntag begann mit ein wenig Abwechslung vom sonst musikalischen Programm. Nach dem Mittag ging es für uns in das Kleinkunstzelt, wo uns Ana Lucia, bekannt aus der Heute Show als Comedian begrüßte. Nach einer Stunde voller Lacher waren wir eingestimmt für den restlichen Sonntag. So ging es auch abwechslungsreich für uns weiter. Am Nachmittag fand im E-Werk der Open-Flair-Slam statt, bei dem Poetry-Slammer aus der Region aber auch überregional ihre Texte präsentieren. Ein Zeichen für Inklusion setzte dabei ein Teilnehmer, der seine Beeinträchtigung und damit verbundene Alltagssituationen dem Publikum mit einer Prise Sarkasmus und viel Humor näherbrachte. Auch queere Themen fanden ihren Platz auf der Bühne. Am Ende konnten sich Slamer mit den Texten „Warum Mülltrennung wichtig ist“ und „Warum man keine Bilder von
Genitalien verschicken sollte“ ins Finale slammen. Nach diesem breit aufgestellten Slam ging es für uns zurück an die Hauptbühnen, wo gerade Hot Water Music, eine Post-Hardcore-Band aus Florida, performte. Nach dem Konzert gönnten wir uns einen kleinen Snack und machten uns bei Musik von Buster Shuffle auf der Freibühne bereit für den nächsten Programmpunkt auf der Radio Bob Bühne – Indie Pop der Giant Rooks. Wer denkt bei den Giant Rooks erwartet, ihn ein ruhiges Konzert, der irrt. Neben vielen Songs zum Mitsingen und Mitspringen kam auch der ein oder andere „Schlagerstrudel“
zustande. Am Ende des Konzertes versprachen die Jungs von den Giant Rooks noch eines: „Wir wollen wiederkommen“. Direkt im Anschluss übernahmen die Lottery Winners auf der Freibühne. Auf der RBB-Bühne und Cari Cari auf der Freibühne. Als letzter Act des Festivals gab uns Biffy Clyro die Ehre. Mit feinster Rockmusik der schottischen Band konnten wir das Festival ausklingen lassen, um uns dann unter einem kleinen Feuerwerk vom Open Flair 2026 zu verabschieden.

Was bleibt sind tolle Erinnerungen, neue Bekanntschaften, staubige Lungen und die Vorfreude auf das Open Flair 2027 mit Die Ärzte als ersten bereits bestätigten Headliner.

Das nächste Open Flair Festival wird vom 04.-08.August 2027 stattfinden. Der Open Flair Vorverkauf hat bereits gestartet und bietet günstige Frühbuchertickets für 119€.

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