Der Festivalsommer 2026 ist in vollem Gange und bei den Metalheads steigt die Vorfreude auf das Wacken Open Air – und das nicht ohne Grund! Dieses feiert in diesem Jahr ein Jubiläum: Vor 35 Jahren fand das erste, aus einer Bierlaune heraus entstandene, Festival in dem kleinen nordfriesischen Dorf Wacken statt. Was als kleines Festival auf dem Acker startete, ist seitdem zu einem international bekannten Großevent geworden.
Bei so einem Jubiläum darf man mal einen ausgeben – und genau das tun die Veranstalter Thomas Jensen und Holger Hübner: Sie senken den Bierpreis symbolisch um 35 Cent auf 6,90 € pro halben Liter. Ein Schnäppchen ist das zwar immer noch nicht – aber immerhin ein gut gemeintes Zeichen. Außerdem ist es doch schön zu sehen, dass Preise auch wieder sinken können.
Doch damit nicht genug, auch das Infield erstrahlt im neuen Glanz. Vor den beiden großen Hauptbühnen sollen 10.000qm Platten das Matschfeld eindämmen.
Für viele eine gute Nachricht: Denn bei Regen verwandelte sich der Bereich vor den Bühnen schnell in ein unzugängliches Meer aus Schlamm und erschwerte den Zugang zu den Bühnen massiv. Dennoch werden viele ihr Wackenmeer – und damit die matschverschmierten Moshpits – vermissen. Allerdings bleiben die anderen Bühnen und der Großteil des Geländes davon verschont, sodass es auch in diesem Jahr wieder genug Matsch oder Staub geben wird – je nach Wetterlage.
Neben den Änderungen im Infield wird es auf den Campingplätzen mehr befestigte Wege geben. Um die Orientierung zu erleichtern, werden unterschiedlich farbige Lichterketten die Hauptrouten auf dem Gelände kennzeichnen.
Wer dann sicher und trocken an den Bühnen angekommen ist, kann sich hier auf einige Highlights freuen. Fans des gepflegten Hardrocks dürfen sich Def Leppard auf keinen Fall entgehen lassen. Eine der einflussreichsten Bands der 80er-Jahre, die man zum allerersten Mal auf dem Holy Ground bestaunen kann. Songs wie „Pour some Sugar on me“ und „Rock of Ages“ zählen zu den zeitlosen Klassikern, die auf keiner Party fehlen dürfen.
Nicht nur das Festival selbst feiert Geburtstag, auch die Metal Ikonen von Judas Priest feiern ihr mittlerweile 50-jähriges Bestehen. Wenn das nicht nach einem Best-of-Set schreit! Hits wie „Painkiller“, „Breaking the law“, „Living after Midnight“ dürfen auf keinen Fall fehlen. Doch daneben gibt es noch so viele Klassiker, dass es schwer werden wird, eine Auswahl zu treffen. Für Fans des klassischen Heavy Metal ist der Besuch dieser Show ein Muss.
Gespannt wird auch der Auftritt von Arch Enemy erwartet: Die Schweden präsentieren sich mit einer neuen Sängerin. Nach der überraschenden Trennung von Publikumsliebling Alyssa White-Gluz übernimmt nun Laura Hart den Platz am Mikrofon. In Wacken bestreitet sie einen der ersten großen Festivalauftritte mit der Band. Dass die Sängerin den harten Growls der Melodic-Death-Metal-Band gewachsen ist, hat sie bereits bei Once Human unter Beweis gestellt. Wir sind gespannt, wie die neue Besetzung live auf der Bühne harmoniert.
Doch in diesem Jahr gibt es nicht nur Jubiläen – auch Abschiede werden gefeiert. Sepultura befinden sich auf ihrer Abschiedstour und werden in Wacken ihren letzten Festivalauftritt in Deutschland haben. Nach über 40 Jahren Thrash Metal geht die Band jetzt in den verdienten Ruhestand. Bereits in den 90er Jahren gab es große Umbrüche in der Band, als Gründer Max Cavalera sie
nach Streitigkeiten verließ. Viele Fans haben der Band den Bruch nie ganz verziehen. Trotzdem veröffentlichte die Band noch viele erfolgreiche Alben, und ihre energiegeladenen Live-Shows waren immer ein Highlight. Auch wenn es traurig ist, eine solche Legende zu verabschieden: Wer die Chance hat, sollte sie sich nicht entgehen lassen, Sepultura noch ein letztes Mal live zu erleben!
Ebenfalls müssen sich die Fans von Running Wild verabschieden. Die Hamburger Piraten werden den Jolly Roger zum allerletzten Mal auf dem Wacken Open Air hissen und dort ihre allerletzte Show spielen. Die Band zählt zu den Pionieren der deutschen Heavy-Metal-Szene und prägte – zusammen mit anderen Bands wie Helloween und Grave Digger – die Power-Metal-Szene nachhaltig. Mit Alben wie „Under Jolly Roger“, „Branded and Exiled“ und „Port Royal“ formten sie außerdem das sogenannte Pirate-Metal-Subgenre. Live sind sie für energiegeladene Shows mit ordentlicher Pyrotechnik bekannt. Das alles spricht für einen gebührenden Abschied – mit einer riesigen Party auf dem Holy Ground!
Um die Zukunft des Power Metal muss man sich keine Sorgen machen: Die Erben der alten Garde sind längst aktiv – und dabei auch noch sehr erfolgreich. Sabaton füllen Arenen auf der ganzen Welt. Ihr Rezept dafür sind einfache, aber eingängige Melodien und Refrains zum Mitsingen.
Damit begeistern sie die Massen vor der Bühne – und werden in Wacken das Infield zum Beben bringen.
Wem die letzten beiden Bands aber zu „Mainstream“ sind – keine Sorge: Das Festival hat noch mehr zu bieten. Black-Metal-Fans kommen bei Emperor voll auf ihre Kosten. Sie werden ein Best-of-Set und das komplette Album „As the Shadows Rise“ spielen. Das Ganze auch noch mit dem originalen Lineup.
Auf den acht Bühnen des Festivals gibt es natürlich noch weit mehr Highlights als hier erwähnt. Schaut auf der Homepage des Festivals vorbei, um euch alle Bands anzuschauen. Wer noch kein Ticket hat, für den gibt es eine gute Nachricht: Zum aktuellen Zeitpunkt ist das Festival noch nicht vollständig ausverkauft. Allerdings sind nicht mehr viele Tickets übrig.
Egal ob Jubiläum, Abschied oder neue Entdeckungen – das Wacken Open Air 2026 wird wieder ein unvergessliches Spektakel. www.wacken.com


Kommentar schreiben