“Rock am Härtsfeldsee” – so war das 20 jährige Jubiläum 2016

News am 30. Juni 2016 von Florian

FiddlersGreenY5886“Man soll die Feste feiern, wie sie fallen” – schönes Sprichwort und 2016 gab es etwas zu feiern. Das kleine, dennoch stattliche Festival Rock am Härtsfeldsee im schönen Dischingen feierte dieses Jahr seinen 20. Geburtstag.

Und das Line-Up war absolut standesgemäß. Auf dem Programm standen große Namen wie “FreiWild”, “Doro” oder “Powerwolf”.

Rock am Härtsfeldsee 2016Aber immer schön eins nach dem anderen. Los ging es am Freitag, den 24. Juni 2016. Mit über 4.500 Besuchern war das Festival restlos ausverkauft. Dementsprechend war das Zelt bei der ersten Band “Alsion” um 17:30 Uhr schon ordentlich gefüllt. Mit ihrem Power Metal begeisterten sie Jung und Alt und dank der sommerlichen Temperaturen kamen wir auch ordentlich ins Schwitzen.

Zum Festivalstart meinte es der Wettergott jedenfalls noch verdammt gut mit den Härtsfeldsee Rockern. Nach einer halben Stunde Spielzeit, in der Songs wie “From the Ashes” und “Santa Maria” natürlich nicht fehlen durften, übergaben “Alsion” das Mikro aber schon an “Hot Rod Mayhem”. Liebhaber der “Trash-Metal” Mucke kamen voll auf ihre Kosten. Erste Moshpits, erste Pogos und lautstarke Zugabe-Rufe ließen nicht lange auf sich warten.

Und bei der nächsten Band erreichte die Stimmung im Zelt dann eindeutig ihren ersten amtlichen Höhepunkt. “Kissing´Dynamite” stürmten die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas. Für die Fans gab es ab der ersten Minute kein Halten mehr. “Hashtag your Life”, “Money, Sex and Power” und “Six feet Under” donnerten durchs Zelt und die Band ließ sich von den Fans gebührend feiern. So war die Spielzeit leider viel zu schnell vorbei, doch wer gar nicht genug von den Jungs bekommen konnte, hatte bei der Autogrammstunde, die natürlich auch ein traditioneller Bestandtteil des RaH Festivals ist, nochmal die Möglichkeit, den Jungs etwas näherzukommen.

So langsam aber sicher näherte sich der erste Abend dann schon dem Ende, doch zuvor sollten noch 3 Top Headliner spielen, die im Rock und Metalbereich nicht mehr wegzudenken sind. Den Anfang machte das Trio von “Destruction”. Trash Metal vom feinsten, Moshpits und Pogotänze waren angesagt. Keiner im Zelt hatte zu der Zeit das Geschehen vorm Zelt im Auge. Denn im Freien braute sich etwas eher Unschönes zusammen. Nachdem “Destruction” ihr Set gespielt hatten und der Aufbau für “Doro” in vollem Gange war, kam ein Mitglied des Veranstalter Teams auf die Bühne und bat die Fans, Ruhe zu bewahren und das Zelt zu räumen und sich in die Autos zu begeben. Grund dafür war eine amtliche Unwetterwarnung für die Region um Dischingen, die zur Folge hatte, dass das Festival aus Sicherheitsgründen für ca. eine halbe Stunde unterbrochen werden sollte. Draußen wurde einem dann auch bewusst, dass damit nicht zu spaßen war, denn der Himmel war stockfinster und um das Festivalgelände herum sah man nichts als Blitze.

Als sich abzeichnete, dass das schlimmste Unwetter den Härtsfeldsee an diesem Abend verschonen würde, konnte das Programm dann aber nach ca. 40 Minuten fortgesetzt werden und Besucher wie Veranstalter waren noch einmal heil davon gekommen.

Zurück im Zelt konnte es dann wieder absolut in die Vollen gehen. Die Metalqueen persönlich war zum Geburtstag erschienen, um den Metalfans ordentlich den Hintern zu versohlen. “Doro” und ihre Jungs zogen mal wieder alle Register und begeisterten das Publikum mit Hymnen wie “Für Immer” oder “We are the Metalheads” und so war die ungeplante Unterbrechung schnell vergessen.

Im Anschluss an diese Metalparty wurde die Bühne dann aufwendig in einer über halbstündigen Umbauphase umgestaltet für die Band, die den ersten Festivaltag abschließen sollte. Den ganzen Tag über dominierten im Publikum schon die Fanshirts der Band – die Rede ist von “FreiWild”. Die Südtiroler Jungs gaben sich zum Jubiläum wieder einmal die Ehre am Härtsfeldsee. Ganze 5 Jahre hatte es gedauert, bis sie wieder einmal den Weg nach Dischingen zu diesem kleinen, schnuckligen Festival fanden und dementsprechend waren viele Fans schon richtig heiß auf ihren Auftritt.

Doch wir trauten dem “Wetterfrieden” nicht wirklich (der Himmel war noch immer pechschwarz und es blitzte und donnerte fröhlich vor sich hin) und verzichteten schweren Herzens auf die Show – Sicherheit geht leider vor.

So konnten wir dann auch frisch ausgeruht in den zweiten Tag starten. Da die erste Band an beiden Tagen erst um 17:30 Uhr startete, verbrachten viele Besucher die Zeit am See, gemütlich am Campingplatz oder an den Verkaufsständen auf dem Festivalgelände.

Und um halb sechs fiel mit “Hackneyed” dann pünktlich der Startschuss zum Finaltag. Die Band absolvierte am Härtsfeldsee ihren letzten Gig überhaupt und ließen sich zum Ende ihrer gemeinsamen Laufbahn noch einmal grandios vom wieder gut gefüllten Zelt feiern.

Auch die nächste Band “DesasterKids” hatte eindeutig die Mission, noch mehr Fans vom Campingplatz ins Zelt zu locken, was sie auch schafften. Allerdings gab es dabei tatkräftige Hilfe von… dreimal dürft ihr raten: einem Unwetter, das sich gewaschen hatte. Diesmal ging alles so schnell, dass kaum Zeit blieb, noch rechtzeitig zu reagieren, denn innerhalb von Sekunden brach ein monsunartiger Wolkenbruch über das Gelände herein und alles rettete sich ins große Zelt. Auf dem Campingplatz musste dafür alles dran glauben, was nicht niet- und nagelfest war und so manch einer dürfte nach diesem Regenguss wohl kein trockenes Kleidungsstück mehr im Zelt gehabt haben.

Unterbrechen mussten die Veranstalter diesmal aber glücklicherweise nicht, denn so schnell wie das Unwetter kam, so schnell hatte es sich dann auch wieder verzogen. Nur der Boden auf dem Gelände erinnerte nun sehr stark an Zustände, wie man sie sonst nur von einem gewissen Festival in Schleswig-Holstein kennt. Aber das kann wahre Metaller ja schon lange nicht mehr schocken.

Nach den ersten beiden eher härteren Bands, machten wir dann einen Abstecher zum irischen Speedfolk, wie “Fiddler’s Green” selbst ihren Musikstil umschreiben. Die Band wurde von einem proppenvollen Zelt empfangen (und das kann nun in erster Linie räumlich gesehen werden, böse Zungen dürfen es aber auch auf den Alkoholpegel unter den Anwesenden beziehen). Jedenfalls sorgte Fiddler’s mit einem guten Mix aus alten und neueren Stücken für ordentlich Spaß und eine mega Party und wurde dafür mit einem Händemeer bis weiter hinter das FOH belohnt.

Und wieder näherte man sich langsam den Headlinern. Vorher sorgte die schwedische Band “Soilwork” aber noch für richtig Dampf unterm Kessel.
Im Anschluss stand dann ein absolutes Urgestein der Metalszene in den Startlöchern: “Dirkschneider” war zum Jubiläum gekommen – sein inzwischen schon 3. Mal am Härtsfeldsee (die beiden Male vorher allerdings als “U.D.O”). Und die Fans stehen nach wie vor hinter dem mittlerweile 64-Jährigen Musiker und konnten von seinen Klassikern wie “Balls to the Wall”, “Metal Heart” oder “Princess of the Dawn” gar nicht genug bekommen. Wir sagen “Danke Udo Dirkschneider!” und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

Spätestens jetzt waren die Fans richtig angeheizt und bereit für das große Festivalfinale. So ließen die “Powerwolf”-Rufe auch nicht lange auf sich warten und das Zelt war brechend voll. Nach einem 30-minütigen Umbau gingen schließlich die Lichter aus und die ersten Töne des Intros eröffneten die Nacht der Wölfe. Leitwolf Attila und sein Rudel hatten die Fans vom ersten Ton an fest im Griff und die Zeltwände wackelten vom lauten Gesang und Gegröhle des textsicheren Publikums. Auch die Security bekamen dank einiger Crowdsurfer zum Abschluss noch einmal ordentlich etwas zu tun.

Und somit ging der 20. Geburtstag des “Rock am Härtsfeldsee” Festivals mit einem absoluten Highlight zu Ende.

Unser Fazit: auch wenn dieses Festival eher zu den kleineren Veranstaltungen dieser Art gehört, ist es jedes Mal aufs Neue wieder einen Besuch wert und von ein bisschen Unwetter werden sich die Veranstalter und Besucher auch die nächsten 20 Jahre nicht unterkriegen lassen.
Deshalb sind wir gespannt aufs nächste Jahr und halten euch auf dem Laufenden, sobald es etwas zu berichten gibt.

Bilder: Florian Kolb / Text: Florian Kolb und Sabine Dreher

 

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