Rolling Stone Weekender 2012 – der Samstag

News am 21. November 2012 von MiriamR

Festivalhopperin Miriam berichtet vom Rolling Stone Weekender 2012 – nach den ersten Eindrücken vom Freitag folgen hier nun die Zeilen zum Samstag.

Ausgeschlafen und ohne Rückenschmerzen fing der zweite Festivaltag an. Da wir eine Küchenzeile hatten, haben wir auf diesem Festival auf Dosenfutter zum Frühstück verzichtet und konnten uns ein richtiges Frühstück zaubern. Im Hotel und in der Galerie wurden auch Frühstücksbuffets angeboten.

Zuerst wollten wir, nach unserem Strandspaziergang, die Rolling Stone Talk-Runde besuchen. Das Rondell war aber schon überfüllt und es wurde keiner mehr reingelassen. Schade, aber da kann man nichts machen. Um 15 Uhr war der Gig von The Tremolo Beer Gut im Badeparadies angesetzt.

 

Während ein paar kreischende Kinder die Rutschen runter rutschten und die Muttis in den Liegen versuchten zu entspannen, gab es ordentliche Old-School-Surf-Mucke auf die Ohren. Auch wenn es sich im ersten Moment nach Old School anhörte, zeichnet sich die Musik von The Tremolo Beer Gut durch moderne Arrangements aus.

Danach wären wir gern zur Lesung von Jens Friebe gegangen, die allerdings wegen Krankheit abgesagt wurde. Dafür war jetzt unser persönliches Highlight dran: das Wohnzimmerkonzert mit Torpus & The Art Directors. Es wurde vorher nicht bekannt gegeben, in welchem Apartment/Zimmer es stattfinden sollte. Da in einem Wohnzimmer ja nicht so viel Platz ist, wurden die Plätze am Vormittag verlost.

 

Als Wohnzimmer diente die untere Etage eines Bungalows, in dem ca. 40 Leute mehr oder weiniger Platz fanden. Draußen wurde es langsam dunkel und eisig kalt. Da freuten wir uns über einen Glühwein als Willkommensgetränk von den Veranstaltern. Die vier Musiker aus Hamburg mussten kurze Zeit im kalten Backstagebereich, der Terasse des Bungalows, ausharren. Der Band wurde aber nach einigen Minuten musizieren mehr als warm. Auch beim Publikum kam schnell eine gemütliche und warme Stimmung an. Die moderne Folk-Musik passte gut hier hin. Neben Kontrabass, Schlagzeug und Gitarren kamen unter anderem Trompete, Harmonium und Banjo zum Einsatz. Das originellste Konzert war leider viel zu schnell vorbei. Man konnte die Band aber später noch im Witthus sehen.

Nachdem wir in unserem Apartment kurz die Füße hochgelegt haben, ging es weiter mit NO im bestuhlten Witthüs. Wir kannten die Band vorher nicht und waren positiv überrascht, wie gut Postrock, Wave und Indiepop zusammenpassen. Die Musiker aus Los Angeles wissen, wie man neue Fans mit atmosphärischer Musik, in eine andere Welt entführen und für sich gewinnen kann.

 

Den Auftritt konnten wir leider nicht bis zum Schluss anschauen. Teitur stand zur besten Festivalzeit, um 19:15 Uhr, auf der Hauptbühne, was für einige Gäste unverständlich war. Die Meisten kannten den Musiker nicht und drei andere Konzerte waren noch im vollen Gange. Viele wollten auch noch in den Baltic Festsaal, der schon überfüllt war. Dort war das Konzert von Evan Dando und Juliana Hatfield, aber ohne Juliana Hatfield, wie wir später erfahren haben. Warum sie nicht dabei war, wurde nicht bekannt gegeben.

Jetzt saß Teitur allein mit seiner Gitarre auf der großen Bühne in einem ziemlich leeren Zelt. Schade, dass so wenige da waren, denn der Singer/Songwriter mit der weichen Stimme und den gefühlvollen Songs hat zumindest mich und die paar anderen Zuschauer begeistert.

 

Danach gab es erstmal eine kleine Stärkung, vor dem Zelt. Endlich haben auch die Veranstalter gemerkt, dass es doch recht frisch draußen war und sind auf die Idee gekommen Glühwein anzubieten. Das kam uns sehr entgegen, denn danach war warten vor dem Rondell angesagt. Father John Misty sollten dort um 20:45 Uhr auftreten. Wir haben uns also zu der wartenden Menge vor dem Rondell gestellt und warteten und warteten. Nach einer halben Stunde hatten wir keine Lust mehr zu frieren und wollten pünktlich bei Mark Lenegan & Band sein. Es gab auch keinerlei Info, warum das Rondell nicht geöffnet wurde. Auch vor dem Baltic Festsaal wurde die Schlange immer länger und keiner wurde mehr reingelassen, da zu viele Two Gallants sehen wollten. Also sind wir wieder zur Zeltbühne gegangen und mussten nicht lange warten, bis Mark Lenegan & Band auf der düsteren und in rot getauchte Bühne standen. Der Auftritt war ok, für uns persönlich aber nicht so spannend.

 

Spannender war es bei Admiral Fallow. Die junge Band macht eine Mischung aus Neo-Folk, Indie und Pop mit männlichem und weiblichem Gesang, teilweise auch mehrstimmig. Alles harmoniert sehr gut miteinander. Teilweise erinnert die Musik ein wenig an Of Monsters and Man oder Mumford and Sons.

 

Trotzdem haben sie natürlich ihre ganz eigene Art und sind live sehr gut. Schnell hat man vergessen, dass sich Sänger und Gitarrist Louis Abbott beim zweiten Song zwei mal mit den Akkorden verzettelt hat und nochmal anfangen musste. Das war aber halb so schlimm und wirkte eigentlich recht sympathisch.

 

Und schon stand der letzte Act, Calexico, auf der Hauptbühne. Anscheinend waren jetzt alle Festivalbesucher im Zelt, denn so voll war es sonst nicht. Auch die Stimmung war ausgelassener und das Publikum bewegungsfreudiger. Die Band war ebenfalls gut gelaunt und sorgte für einen würdigen Festivalabschluss.

 

Insgesamt war das Rolling Stone Weekender Festival eine schöne Sache. Nicht zu groß mit einer entspannten Grundstimmung. Wir fühlten uns wohl und haben so einige Bands für uns entdeckt. Nur an der Organisation kann noch ein wenig gefeilt werden. Einen perfekten Timetable gibt es wahrscheinlich auf keinem Festival, aber hier könnte man vielleicht noch an einigen Stellen arbeiten. Hilfreich wären auch Ansagen, wenn sich spontan etwas nach hinten verschiebt. Nächstes Mal sollte vielleicht auch darauf geachtet werden, dass richtige Pläne ausgelegt werden (auf unserem Plan stand z.B. auch noch Kid Kopphausen als Programmpunkt, dessen Mitglied Nils Koppruch im Oktober verstorben ist). Allgemein mehr Kommunikation mit den Besuchern wäre sehr schön. Aber davon abgesehen, hat uns das Festival sehr gut gefallen und wir kommen nächstes Jahr gerne wieder.

Hier gibt es mehr Bilder vom Rolling Stone Weekender 2012.

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